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Landfrauen kämpfen für Erhalt der noch bestehenden Geburtsstationen

Die plötzliche Schließung der Friesoyther Geburtsstation hat die Landfrauen in Alarmbereitschaft versetzt. Sie wollen verhindern, dass Stationen weiterer Häuser dicht gemacht werden.

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4000 Unterschriften: Die Landfrauen wollen ein Zeichen setzen und weitere Schließungen von Geburtsstationen verhindern. Foto: Hoff

4000 Unterschriften: Die Landfrauen wollen ein Zeichen setzen und weitere Schließungen von Geburtsstationen verhindern. Foto: Hoff

Der Kreis-Land-Frauen-Verband Cloppenburg ist sauer. Sauer über die Schließung der Friesoyther Geburtshilfestation. Um seiner Wut Ausdruck zu verleihen, wurde eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen – mit einer beeindrucken Zahl. 4000 Menschen jeden Alters haben sich beteiligt, darunter nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer. "Uns ist natürlich bewusst, dass wir gegen die Schließung in Friesoythe nichts mehr ausrichten können", sagt Kreisverbandsvorsitzende Doris Wieghaus. "Wir hatten gar nicht die Zeit, um reagieren zu können. Der Beschluss kam zu plötzlich. Aber wir wollen diese Entscheidung nicht still hinnehmen und dafür kämpfen, dass sich dies nicht wiederholt, etwa in Cloppenburg, Vechta oder Sögel."

Verärgert sind die Landfrauen auch darüber, dass niemand ihre Unterschriften entgegennehmen wolle. "Wir haben uns bei Politikern jeglicher Couleur gemeldet, aber niemand hat sich zuständig gefühlt", erklärt Wieghaus. Das sei ein Armutszeugnis. Dabei sei es ihnen wichtig, ein Zeichen zu setzen und in den Dialog zu treten. 

Es sei wieder eine Entscheidung getroffen worden, die nachteilig für Frauen ist

"Wir stehen in Alarmstellung", machen die Frauen bei dem Treffen der Vorsitzenden innerhalb des Land-Frauen-Verbands im Falkenberger Marienhaus deutlich. Sie machten sich Sorgen um werdende Eltern und junge Mütter. Müssten Schwangere demnächst immer den Krankenwagen rufen, um in die jeweiligen Kliniken gebracht zu werden, um bestens betreut zu werden, weil der Anfahrtsweg zu lang ist, fragen sich die Mitglieder. Schließlich dauere eine Geburt nicht immer mehrere Stunden, gerade wenn es nicht mehr die erste Schwangerschaft sei, könne es auch mal ganz schnell gehen und Minuten könnten entscheidend sein. 

Mit der Schließung der Geburtshilfestation in Friesoythe sei wieder eine Entscheidung getroffen worden, die nachteilig für Frauen ist. Die Politik unternehme alles, damit junge Leute auf dem Land blieben, es würden Bauplätze noch und nöcher entstehen, aber den Familien werde die Chance genommen, ihre Kinder hier zu gebären, kritisieren die Landfrauen. Und weiter: Das Problem sei, dass Krankenhäuser als Wirtschaftsunternehmen funktionierten, weswegen der wirtschaftliche Aspekt und nicht der Mensch im Fokus stehe. Das System müsse dringend in Frage gestellt werden.

"Die Politik, ob auf Bundes-, Landes-, oder Lokalebene, muss Geburtshilfe dringend zum Thema machen. Eine Geburt gehört zur Grundversorgung, zudem ist sie für Frauen ein sensibles Thema, das entsprechende Beachtung finden sollte", betont Doris Wieghaus und spricht damit allen Landfrauen aus dem Herzen. Eine entsprechende Akquise von Hebammen, Gynäkologen, Pflegekräften und kooperierenden Kinderärzten müsse erfolgen.

Landfrauen sind gesprächsbereit und suchen den Dialog

Die derzeitige Entwicklung müsse gestoppt werden. Die Landfrauen wollen das Thema nicht ruhen lassen und für eine Verbesserung der medizinischen Versorgung für Gebärende kämpfen. Sie seien gesprächsbereit und suchten den Dialog – sowohl mit der Politik als auch mit den Krankenhäusern, Hebammen oder werdenden Müttern. Nach den vielen Abweisungen von Seiten einiger Politiker seien nun diese am Zug, sich an die Landfrauen zu wenden, betonten die Mitglieder auf ihrer Sitzung.

  • Info: Die Landfrauen sind in 19 Ortsvereinen des Landkreises Cloppenburg mit über 3500 Mitgliedern organisiert.

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