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Land liefert Lolli-Tests wieder verspätet

Im Kreis Vechta waren die Kits  knapp geworden. Am Freitag trafen neue ein - mit zweiwöchiger Verzögerung. Der Kreis Cloppenburg ist seit dem 16. September versorgt.

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Lolli-Tests: Sie sollen dafür sorgen, dass Corona-Infektionen von Kita-Kindern rechtzeitig erkannt werden – um für Sicherheit in den Betreuungseinrichtungen zu sorgen. Foto: dpa/Weihrauch

Lolli-Tests: Sie sollen dafür sorgen, dass Corona-Infektionen von Kita-Kindern rechtzeitig erkannt werden – um für Sicherheit in den Betreuungseinrichtungen zu sorgen. Foto: dpa/Weihrauch

Schon wieder ist es passiert: Das Land Niedersachsen hat zahlreiche Kommunen nicht zum vorgesehenen Termin mit Corona-Tests für Kita-Kinder versorgt. Davon betroffen war auch der Landkreis Vechta. Erst am Freitag ist hier doch noch die Lieferung von 125.100 sogenannter Lolli-Tests eingetroffen. Ursprünglich sollten sie bereits am 13. September in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Vechta deponiert sein – und auch dieser Termin war bereits eine Verzögerung.

Dreimal pro Woche sollen Kita-Kinder in Niedersachsen getestet werden, ausgenommen sind die unter Dreijährigen. Die Testungen sind zwar freiwillig, werden aber landesweit praktiziert. Schließlich sind sie ein zentraler Teil der Strategie der Landesregierung, um die Betreuungseinrichtungen vor Corona-Ausbrüchen bestmöglich zu schützen. Werden die Test-Kits nicht ausgeliefert, drohen Lücken.

Testungen mussten zeitlich gestreckt werden

Im Landkreis Vechta hatte sich die Situation bereits zugespitzt. Zuletzt sei der Bestand der Lolli-Tests in einigen Einrichtungen so knapp geworden, "dass die Testungen zeitlich gestreckt wurden und die Vorgabe des Landes nicht eingehalten werden konnte", berichtete Kreissprecherin Laura Niemann auf Anfrage.

Und: "Mit Eingang der neuen Lieferung soll wieder eine dreimal wöchentliche Testung anvisiert werden." Immerhin: Ein kompletter Ausfall von Testungen in einer Kindertagessstätte ist der Kreisverwaltung "nicht bekannt".

„Der Lieferant der zuletzt ausgelösten Beschaffung hielt die vereinbarten Lieferzeitpunkte nicht ein und verschob avisierte Lieferungen mehrfach kurzfristig.“Eine Sprecherin des Innenministeriums

Bereits die erste Lieferung des Landes von Corona-Tests für Kitas hatte sich verzögert. Sie war für den ersten August vorgesehen, traf aber mehr als zwei Wochen später ein (OM Online berichtete). Zuvor hatten die Kommunen vor Ort in Eigenregie Tests gekauft und an Kitas verteilt. Wie kommt es, dass es erneut Terminschwierigkeiten gab, seitdem das Land für die Beschaffung der Test-Kits zuständig ist?

Eine Sprecherin des zuständigen Innenministeriums in Hannover erklärte auf Anfrage: "Der Lieferant der zuletzt ausgelösten Beschaffung hielt die vereinbarten Lieferzeitpunkte nicht ein und verschob avisierte Lieferungen mehrfach kurzfristig." Die Folge: Die Schnelltests seien "deutlich verspätet im Zentrallager des Landes" eingetroffen.

Ministerium: Es gab nicht ausreichend Fahrer für Lieferungen

Zusätzlich seien wegen "veränderter Packmaße mehr Fahrzeuge zur Auslieferung erforderlich" gewesen. Die Auslieferungen würden grundsätzlich durch Unterstützung von Kraftfahrern der Hilfsorganisationen erfolgen, welche aber "im Auslieferungszeitraum nicht immer in ausreichender Zahl zur Verfügung standen".

Dies habe dafür gesorgt, "dass täglich neu geplant, Lieferungen verändert oder sogar abgesagt werden mussten", führte die Sprecherin aus. Sie sagte auch: "Die Verzögerungen bei der Belieferung betreffen nahezu alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen."

Keine Engpässe in Cloppenburg

Zu den Landkreisen, die sich aktuell keinen Engpässen ausgesetzt sahen, gehört Cloppenburg. Am 16. September seien 136.500 Lolli-Tests durch das Land geliefert worden, teilte Behördensprecher Sascha Rühl auf Anfrage mit.

Diese Lieferung sei "reibungslos" erfolgt. Die Anzahl der Test-Kits soll vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember verwendet werden. "Auch die Auslieferung an die Städte und Gemeinden ist bereits in Teilen erfolgt", führte er aus.

Lieferverzögerungen nach den Sommerferien

Dennoch: Auch in Richtung Landkreis Cloppenburg habe es "unmittelbar nach den Sommerferien (...) Lieferverzögerungen gegeben", sagte Rühl. Die Begründung aus Hannover habe damals gelautet, dass auch das Land nicht ausreichend beliefert worden sei.

Die Zeit bis zur Lieferung habe in jener Phase "weitestgehend mit Restbeständen des letzten Kindergartenjahres überbrückt werden" können. Hierbei habe es sich um Lagerbestände des Kreises gehandelt.

Bakumer Bürgermeister Averbeck kritisiert Land

Kritik am Land äußerte der Bakumer Bürgermeister Tobias Averbeck, der auf Landesebene Mitglied im Bildungsausschuss des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) ist. Averbeck sagte: Wer den bestmöglichen Schutz für die Kinder möchte, "der soll bitte auch dafür sorgen, dass die Möglichkeiten bestehen. Wer die Teststrategie will, der muss auch dafür sorgen, dass genug Tests da sind". Das aber sei über einen sehr langen Zeitraum verzögert passiert. "Das ist höchst bedauerlich", betonte Averbeck.

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