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Labrador ist im Nordkreis besonders beliebt

Auch der Jack-Russell-Terrier steht im Rassen-Ranking weit oben – zumindest in Bakum und Goldenstedt. Aber wie viel Geld spülen die Vierbeiner eigentlich in die Gemeindekassen? Ein Überblick.

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Bei den Familienhunden ganz weit vorne: der Labrador Retriever. Fotocombo: dpa/Kohler/Wüstneck/Von Erichsen

Bei den Familienhunden ganz weit vorne: der Labrador Retriever. Fotocombo: dpa/Kohler/Wüstneck/Von Erichsen

Als Reaktion auf den Rottweiler-Angriff auf einen 7-jährigen Jungen im vergangenen November in Weihe (Daren), der dabei schwer verletzt wurde, hatte die Bakumer Politik im Rat einstimmig beschlossen, die Hundesteuersatzung der Gemeinde zu ergänzen. So gilt ab 1. Januar dieses Jahres für als gefährlich eingestufte Hunde eine Staffelung von 600 Euro fürs erste Tier und 900 Euro für jedes weitere. Ziel der Erhöhung ist, wie in der Beschlussvorlage der letzten Sitzung des Finanz- und Liegenschaftsausschusses 2020 formuliert, "die Haltung gefährlicher Hunde im Gemeindegebiet und damit das ihnen innewohnende Gefährdungspotential zu verhindern".

Frage nach Dunkelziffer nicht fundiert zu beantworten

Die jährliche Steuer für "normale Hunde" indes liegt in der Gemeinde Bakum bei 30 Euro (1. Tier), 45 Euro (2. Tier) und 65 Euro (jedes weitere Tier). Die Einnahmen durch die Hundesteuer beziffert Bürgermeister Tobias Averbeck (CDU) auf 17. 755 Euro im Jahr 2020 (16.673,75 Euro 2019). Insgesamt seien (Stichtag 1. Januar 2021) 573 Hunde steuerlich registriert gewesen; zum Jahresbeginn 2020 waren es 574. Am häufigsten kommen in der Gemeinde Bakum nach Angaben des Verwaltungschefs die Rassen Labrador und Jack Russell vor.

Die Frage nach der geschätzten Dunkelziffer der nicht registrierten Hunde indes sei "nicht fundiert zu beantworten. Ich gehe aber davon aus, dass durch unseren eher niedrigen Steuersatz die Dunkelziffer nicht hoch sein wird", erklärt Tobias Averbeck. Halter, die ihre Tiere nicht anmelden, müssten im schlimmsten Fall mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen. Die Höhe könne bis zu 10.000 Euro betragen, so Averbeck. Auf die Frage nach der Anzahl der verschickten Mahnbescheide heißt es aus dem Bakumer Rathaus: "Wir sind nicht in der Lage, Mahnbescheide für diese Steuerart zu filtern." Überdies gibt es in Bakum keine Verpflichtung für das Tragen der Hundesteuermarke. "Daher hat es auch keine Verstöße gegeben", erklärt Averbeck.

Auch ein gern gesehener Spielkamerad im Nordkreis: der Jack-Russell-Terrier. Foto: dpaZucchiAuch ein gern gesehener Spielkamerad im Nordkreis: der Jack-Russell-Terrier. Foto: dpa/Zucchi

Die Zahl der gemeldeten Hunde in der Gemeinde Goldenstedt belief sich am 1. Januar 2021 nach Angaben von Fachbereichsleiter und Sprecher Steffen Boning auf 829. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr waren es 816. Beim Rassen-Ranking kann Boning mit konkreten Angaben aufwarten. Demnach kommt der Labrador (96) am häufigsten vor, gefolgt vom Schäferhund (63) und Jack-Russel-Terrier (62). Ferner beliebt sind Golden Retriever (34), Berner Sennenhund (25), Dackel (23), Münsterländer (22) und Malteser (21). "Einige Hundebesitzer teilten uns aber auch die Rasse (noch) nicht mit", erklärt Steffen Boning.

Mahnbescheide meist für die "üblichen Verdächtigen"

Die Einnahmen aus der Hundesteuer gibt der Fachbereichsleiter mit zirka 23.800 Euro an (2019: etwa 23.600 Euro). Aber: "Aktuell geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass fast jeder 3. Hund nicht angemeldet ist. Das heißt, dass zirka 400 Hunde nicht registriert sein würden." Nach Rücksprache mit der Gemeindekasse seien 2020 ungefähr 50 Mahnbescheide verschickt worden. "Die Zahlungsmoral ist insgesamt aber nicht schlecht. Bei den Mahnbescheiden handelt es sich meistens um die ,üblichen Verdächtigen'". Den Ablauf bei Registrier-Verweigerern beschreibt Boning so: "Zunächst wird die betroffene Person mehrfach mit dem Hinweis angeschrieben, dass der Hund hier registriert werden muss. Wenn keine Antwort kommt, wird der Hund von Amts wegen angemeldet. Daraufhin werden von uns Versicherungsdaten, Chipnummer etc. gefordert." Wenn dies auch ignoriert wird, werde ein Bußgeld zunächst in Höhe von 80 Euro festgesetzt. Weitere Maßnahmen, wie ein 2. Bußgeld, seien nicht ausgeschlossen.

In der Gemeinde Goldenstedt kostet Bonings Angaben zufolge der 1. Hund aktuell 26 Euro, der 2. zusätzlich 45 Euro und jeder weitere Hund 55 Euro. Die jeweilige Staffelung der Sätze könne von jeder Gemeinde selbst bestimmt werden. "Über eine Erhöhung wird derzeit hausintern nachgedacht", so Boning. Ein Verstoß gegen die Tragepflicht der Hundesteuermarke sei 2020 nicht gemeldet worden. "Da es auch in den letzten Jahren zu keinen bekannten Verstößen kam, gibt es in der Gemeinde Goldenstedt noch keinen Anhaltspunkt über die Höhe der Kosten (bei Verstößen; Anm. d Red.)."

20 Euro pro Jahr für den 1. Hund in Visbek

Und gab es Veränderungen, seit ein Virus den Alltag bestimmt? Steffen Boning: "Tatsächlich wurde hier ein Anstieg der Registrierungen festgestellt, aber auch ein Anstieg der Meldungen von nicht registrierten Hunden vom Ordnungsamt beziehungsweise von Bürgern. Jedoch sind auch die Abmeldungen der Hunde leicht angestiegen. Inwieweit das alles mit der Corona-Pandemie zu tun hat, ist natürlich fraglich."

Die Ausführungen der Gemeinde Visbek fallen etwas spärlicher aus. Nach Angaben aus dem Rathaus waren 860 Hunde am 1. Januar 2021 angemeldet; zum 1. Januar 2020 waren es 836. Die Einnahmen aus der Hundesteuer werden mit 17.842,50 Euro für 2020 und mit 17.768,75 Euro für 2019 angegeben. Die Steuer wird, so Raphael Hermes aus dem Amt für Finanzen, Schulen, soziale Dienste und öffentliche Ordnung, auch in Visbek nach der Anzahl der gehaltenen Hunde bemessen. "Sie beträgt jährlich für den 1. Hund 20 Euro, für den 2. Hund 30 Euro und für jeden weiteren Hund 40 Euro."

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