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Kunst im öffentlichen Raum: "Lohner Gänse" landen vor dem Rathaus

Der Bildhauer Bernd Maro modelliert derzeit die erste Skulpturengruppe. Auch für die 2. Plastik gibt es bereits einen Entwurf. Das Projekt ist allerdings umstritten.

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Gänsegeschnatter: Die Figuren des geplanten Skulpturenensembles, das auf dem Rathaus-Vorplatz aufgestellt werden soll, greifen augenzwinkernd die politische Diskussionskultur auf, heißt es als Kommentar aus dem Lohner Rathaus. Zeichnung: Bernd Maro

Gänsegeschnatter: Die Figuren des geplanten Skulpturenensembles, das auf dem Rathaus-Vorplatz aufgestellt werden soll, greifen augenzwinkernd die politische Diskussionskultur auf, heißt es als Kommentar aus dem Lohner Rathaus. Zeichnung: Bernd Maro

Die Gans als tierische Repräsentantin und Identifikationsfigur Lohnes: Das ist die Intention eines städtischen Kunstprojekts im öffentlichen Raum. Vor knapp vier Jahren hatte die CDU die Idee der Anschaffung von Gänseskulpturen zur Förderung des Stadtmarketings ins Spiel gebracht – und letztlich mit ihrer politischen Mehrheit im Stadtrat durchgedrückt. Das Vorhaben macht nun Fortschritte.

Wie die Lohner Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, modelliert Bernd Maro derzeit die erste Skulpturengruppe. Der Künstler aus Wunstorf erdachte die kürzlich eingeweihte Moorarbeiter-Plastik im Lohner Stadtpark und war im Frühjahr 2020 als Sieger aus einem Wettbewerb zur Schaffung von Gänseskulpturen für die Stadt hervorgegangen.

Die Opposition hatte jüngst während der Haushaltsdebatte kritisiert, dass die Stadt gleich zwei Skulpturen für knapp 70.000 Euro fertigen lässt. Als falsch erachteten die Vertreter von SPD und Grüne in ihren Statements zudem den Umstand, dass die Entscheidung im Verwaltungsausschuss getroffen worden sei, der hinter verschlossenen Türen tagt.

Die 2. Skulptur mit dem Titel Gänsemutter mit Küken soll in der Fußgängerzone ihren Platz finden. Über den genauen Standort entscheidet demnächst die Politik. Zeichnung: Bernd MaroDie 2. Skulptur mit dem Titel "Gänsemutter mit Küken" soll in der Fußgängerzone ihren Platz finden. Über den genauen Standort entscheidet demnächst die Politik. Zeichnung: Bernd Maro

Die erste Skulptur trägt den Titel "Die Debatte"

Auf Nachfrage teilt die Stadt mit, dass im Verwaltungsausschuss lediglich die Auftragsvergabe an den Bildhauer thematisiert wurde. Entscheidungen dieser Art würden grundsätzlich nicht-öffentlich beraten. Die Grundsatzfrage über die Anschaffung einer oder mehrerer Skulpturen wurde bereits im März 2020 im Kulturausschuss erörtert. "Hätten die Vertreter von SPD und Grünen an der eigens (. . .) eingerichteten Kunstkommission teilgenommen, wären ihnen alle Umstände bekannt gewesen", heißt es aus dem Rathaus.

Auf Anregung ebenjener Kunstkommission, zu der Vertreter aus Politik und Verwaltung, dem Heimatverein, dem Kunstkreis „Die Wassermühle“ sowie dem „Freundeskreises Luzie Uptmoor“ zählten, sollen 2 Kunstwerke geschaffen werden. Zunächst ist allerdings nur die Aufstellung der Skulptur „Die Debatte“ auf dem Vorplatz des Rathauses vorgesehen. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Stadt auf 51.000 Euro brutto zuzüglich Fundamentarbeiten.

Die 2. Skulptur heißt "Gänsemutter mit Küken"

Die Plastik zeigt 2 intensiv miteinander diskutierende Gänse, eine weitere, die die Flügel über dem Kopf zusammenschlägt, sowie eine 3., die die Neuigkeiten in die Stadt hinausposaunt. "Der Standort könnte nicht besser gewählt sein – schließlich greifen die Figuren augenzwinkernd die politische Diskussionskultur auf", heißt es aus dem Rathaus. Von März bis Ende Mai werden die Figuren gegossen und anschließend an der Außenwand des Ratssaales aufgestellt.

Die 2. Skulptur mit dem Titel "Gänsemutter mit Küken", für deren Genese ebenfalls Maro verantwortlich zeichnet, soll in der Fußgängerzone ihren Platz finden. Über den genauen Standort werde demnächst noch politisch beraten. "Der Entwurf steht", heißt es. Diese Skulptur kostet 17.000 Euro brutto.

Es gibt keinen Vorvertrag für weitere Plastiken

Auf Nachfrage, welche Vorteile sich die Stadt dadurch erhofft, die Folgeaufträge für weitere Skulpturen schon jetzt dem Wunstorfer Künstler zuzusprechen, teilt die Stadt mit, dass bisher erst ein Auftrag erteilt worden sei. Weiter sei auch kein Vorvertrag für weitere Kunstwerke geschlossen worden. "Allerdings wurde der Künstler im Rahmen eines beschränkten Wettbewerbs gesucht und gefunden. Die Entwürfe Bernd Maros überzeugten die Kunstkommission durch Kreativität, Alltagstauglichkeit, Flexibilität und Pragmatik. Diese Eigenschaften sollen sich in den Skulpturen wiederfinden. Es ist durchaus sinnvoll, dass die Skulpturen einen Wiedererkennungswert aufweisen." Überdies sei Maros Arbeit durch die Skulptur "Gastarbeiter im Moor" schon jetzt im Stadtbild präsent.

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