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Künstler sprayt Ortsansicht auf Trafokasten

In Benstrup soll das Bild zum Hingucker werden. Dafür machte auch die EWE eine Ausnahme, denn normalerweise sind ihr Graffiti ein Dorn im Auge.

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Schöne Idee: (von rechts) Bernd Baumann, Thomas Lüllmann, Künstler Nils Freye, Gerhard Niemann und Bernd Eilers freuen sich über das gelungene Werk. Foto: G. Meyer

Schöne Idee: (von rechts) Bernd Baumann, Thomas Lüllmann, Künstler Nils Freye, Gerhard Niemann und Bernd Eilers freuen sich über das gelungene Werk. Foto: G. Meyer

Mehr als 1000 Transformatorenkästen hat die EWE in ihrem Verbreitungsgebiet im Einsatz. Kaum einen davon schmückt ein Kunstwerk. In Benstrup ist das seit einigen Tagen anders.

Auf der Vorderseite des dunkelgrünen Kastens prangt ein riesiger vermeintlicher Sticker mit den wichtigsten Gebäuden des Ortes, darunter die Bonifatius-Kirche, die Schützenhalle und der Kindergarten. Aufgeklebt wurde er aber nicht. Mit Akribie hat der Vechtaer Künstler Nils Freye stattdessen die Dorfansicht auf das Blech gesprayt. Freye ist vom Fach. Ganze Häuserwände hat der studierte Designpädagoge bereits mit seinen Werken verschönert. Seit 2020 steht der gebürtige Berliner als selbstständiger Künstler auf eigenen Beinen. Den Auftrag der Dorfgemeinschaft Benstrup nahm er gern an. Aus verschiedenen Gründen musste er die Umsetzung allerdings mehrfach verschieben. Als es dann losgehen konnte, nahm sich Freye Zeit.  

EWE lässt normalerweise keine Graffiti zu

Mit dem Ergebnis sind Thomas Lüllmann, Bernd Baumann und Bernd Eilers sehr zufrieden. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft wollten den Kasten im Ortszentrum ein wenig aufhübschen und fragten die EWE um Erlaubnis. "Normalerweise geben wir die nicht", erklärt Gerhard Niemann, Kommunalbetreuer beim Energieversorger. Die Unscheinbarkeit sei ja gerade gewollt. Das Benstruper Konzept habe aber überzeugt. "Deshalb haben wir eine Ausnahme gemacht." 

Das Graffiti soll eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer haben. Was die Benstruper freut, ist für die EWE immer wieder ein Problem. Mit Farbschmierereien an ihren Einrichtungen hat sie häufig zu tun. "Sobald sie entdeckt werden, lassen wir sie aber umgehend entfernen", berichtet Niemann. 

Der Trafo hat für Benstrup nicht nur eine künstlerische Bedeutung. Bei einer Störung würde der Strom im ganzen Ort ausfallen. Allerdings könne er schnell wieder hergestellt werden, betont Gerhard Niemann. "Der Ausfall einer einzelnen Station lässt sich relativ leicht kompensieren." Die Stromversorgung sieht der EWE-Experte trotz der Energiekrise als gesichert an. "Da wird es keinen Mangel geben", ist er überzeugt. 

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