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Kritiker dürften verstummen

Thema: Erstes Interview mit Angela Merkel nach der Amtsübergabe – Ehrlich, offen und humorvoll gibt sie Einblicke – ein Lehrstück in Sachen Demokratie.

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Es war wie ein Ausflug in eine andere Zeit, eine ohne Krieg und Angst vor Atomwaffen. Erstmals nach Verlassen des Kanzleramts stellte sich Angela Merkel jetzt im Berliner Ensemble den Fragen eines Journalisten.

Merkel, so viel wird klar, versucht ihre neue Rolle zu finden, wo Privates Vorrang hat, sie aber weiterhin als Politikerin wahrgenommen wird. Endlich hat sie Zeit zum Abschalten an der Ostsee und zum Bücherlesen. Ehrlich, offen, schlagfertig und auch sehr humorvoll gewährte sie Einblicke in ihr neues Leben. Die Last des Amtes ist weitgehend gewichen.

Die Betonung liegt auf weitgehend. Vertrauen habe sie in die neue Regierung, betonte Merkel. Einmischen will sie sich nicht. Schließlich seien die Kollegen ja "keine Newcomer". Und doch telefoniert sie viel. Mit wem will sie nicht verraten – verständlich.

Ein Lehrstück in Sachen Demokratie

Es ist der Ukraine-Krieg, der sie umtreibt. "Es ist ein brutaler, das Völkerrecht missachtender Überfall, für den es keine Entschuldigung gibt", sagte sie deutlich. Sie selbst entschuldigte sich nicht für ihre Russland-Politik. Sie habe "nicht zu wenig versucht", erklärte sie detailliert und  glaubhaft. Denn das Minsker Abkommen von 2014 habe eine Eskalation verhindert. Das habe der Ukraine auch die Zeit verschafft, sich von einem korrupten und von Oligarchen beherrschten Land weg zu entwickeln. Merkel bedauerte, dass trotz aller Dialoge mit Putin kein Krieg verhindert werden konnte.

Rund 1,5 Stunden lang ist dieses spannende und kurzweilige Interview, abzurufen in der ARD-Mediathek. Es ist ein Lehrstück in Sachen Demokratie. Manch Kritiker der Russland-Politik der Ex-Kanzlerin dürfte danach verstummen.

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