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Kritik nach Verdi-Klage: Friesoyther Kaufleute beklagen Willkür und Kurzfristigkeit

Erwartungsgemäß verärgert zeigen sich die Unternehmer, die am Friesoyther Eisenfest-Sonntag nicht öffnen dürfen. Die Kritik: Die Stadt hätte mehr Augenmerk auf die Außenbereiche legen müssen.

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Manche Türen sind zu: Geschäfte außerhalb des 500-Meter-Radius dürfen am Eisenfest-Sonntag nicht öffnen. Foto: Wimberg

Manche Türen sind zu: Geschäfte außerhalb des 500-Meter-Radius dürfen am Eisenfest-Sonntag nicht öffnen. Foto: Wimberg

Die Klage der Gewerkschaft Verdi gegen die von der Stadt Friesoythe genehmigte Sonntagsöffnung während des anstehenden Eisenfestes hat erwartungsgemäß Kritik ausgelöst. Wie berichtet, muss der vom Handels- und Gewerbeverein (HGV) beantragte Radius von 800 Metern ab der Kreuzung Stadtmitte auf 500 Meter begrenzt werden. Die Folge: Nicht alle Geschäftsleute dürfen am 18. September öffnen.

„Unglücklich und ärgerlich“, reagierte Raumausstatterin Lea Fangmann, dessen Familienbetrieb am Grünen Hof liegt und damit die geografischen Grenzen überschreitet. Die vorgenommene Abtrennung sei nicht nachzuvollziehen und dass sie nicht öffnen dürfe, "kann und darf man im Grunde nicht einfach so hinnehmen. Schließlich sind wir eine Kaufmannschaft", betonte die Unternehmerin und fragt sich "ob der Radius ab jetzt immer so gesetzt wird und wir außen vor bleiben".

Offenbar habe sich die Stadt als Veranstalterin zu wenig mit der Situation auseinandergesetzt. "Es wäre besser gewesen, die Aktionen so zu verteilen, damit das Konzept stimmig ist", unterstreicht das HGV-Vorstandsmitglied und teilt damit unter anderem die Ansicht des Vorsitzenden Frank Hanneken. „Der Freitag und der Samstag werden umfangreich mit einem Programm belegt, in den Sonntag wird wenig investiert“, so der HGV-Chef.

Hanneken: Zuletzt bewusst auch die Außenbereiche bespielt

Aber genau dieser Tag stünde im Fokus der Gewerkschaft und „wenn man weitläufig geplant und auch auf den Flächen im Bereich der Kreisverkehre Angebote geschaffen hätte, wären wir nun nicht in dieser Lage". Das von der Verwaltung angeführte Eilverfahren, gegen das man hätte nichts ausrichten können, lässt Hanneken nicht gelten. „Ich gehe davon aus, dass eine Nachbesserung möglich gewesen wäre", erklärte der Kaufmann weiter.

Laut Fachbereichsleiter Matthias Wolf hatte die Verwaltung „im guten Glauben“ die Genehmigung erteilt, da es bei der „Stadt in Kinderhand“ auch keine Beanstandungen gegeben habe. Im Gegensatz zum Eisenfest ist bei diesem im Juli stattfindenden Fest der HGV Veranstalter und „die Kaufmannschaft hat ganz gezielt auch die Außenbereiche bespielt, um sicherzugehen“, sagt Hanneken.

„So kurzfristig noch abzusagen, ist eine Katastrophe“, ärgert sich Thomas von Garrel, dessen Sportgeschäft an der Europastraße/Ecke Barßeler Straße liegt. Seine Türen müssen geschlossen bleiben, dagegen dürfen Kollegen, die mit ihren Unternehmen an der Ecke Europastraße/ Kirchstraße liegen, öffnen. „Was für eine Willkür und wer soll das noch verstehen“, so von Garrel, der mit seinem Team schon vor geraumer Zeit die Aktionen fürs Eisenfest vorbereitet hat.

Auch aus der Politik kommen Reaktionen. Mit ihrer „Klagewut“ setze Verdi die Existenz des Handels und seiner Arbeitsplätze aufs Spiel, schreibt der CDU-Ortsverband Friesoythe. Alle Abgeordneten in Bund und Land seien aufgefordert, „schnellstmöglich rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen, die Verdis Verhinderungspolitik wirksam in die Schranken weisen", so Vorsitzender Jann Christian Hegewald. Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley zeigt kein Verständnis für die Schaffung einer "unsolidarischen Zweiklassengesellschaft".

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