Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kriminaloberkommissar Andreas Bonk warnt vor Betrugsmaschen in der Region

Die Zahl der Betrügereien im Landkreis Cloppenburg seien gestiegen. Besonders ältere Menschen sind von ausgeklügelten Maschen betroffen. Der Polizist erklärt, worauf zu achten ist.

Artikel teilen:
Klärt die Senioren auf: Kriminaloberkommissar Andreas Bonk. Foto: Landwehr

Klärt die Senioren auf: Kriminaloberkommissar Andreas Bonk. Foto: Landwehr

 „Rufen Sie unbekannte Nummern nicht zurück! Lassen Sie keine Unbekannten in die Wohnung! Lassen Sie sich Ausweise zeigen! Lassen Sie nur Handwerker an Ihrem Haus arbeiten, die Sie nachweisbar beauftragt haben – am besten hiesige Firmen!“ – Diese und viele weitere Ratschläge hatte der Beauftragte für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Kriminaloberkommissar Andreas Bonk, für die Interessierten, die auf Einladung des Lastruper Heimatvereins in die Kulturscheune des Bürgerhauses gekommen waren. Bonk informierte zum Thema „Der Schutz älterer Menschen vor Straftaten“.

Andreas Bonk hatte auch eine gute Nachricht für die Besucher: Der Landkreis Cloppenburg sei der sicherste in Niedersachsen. So seien 2021 lediglich 180 Einbrüche registriert worden, aber 750 Fälle häuslicher Gewalt. Viele blieben zudem im Verborgenen. Allerdings sei die Zahl der Trickbetrügereien gestiegen. Und hier seien vor allem ältere Menschen betroffen.

Immer wieder erfolgreich seien Täter bereits an der Haustür, so Oberkommissar Bonk. Falsche Handwerker täuschten eine Reparatur vor oder würden sich als Wasserwerker ausgeben. Während ein Täter scheinbar arbeite, lenke ein anderer die Wohnungsinhaber ab. In einem unbeaufsichtigten Augenblick seien Schmuck oder Geld weg. Bonks Rat: „Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung! Hier darf man auch mal als unhöflich erscheinen. Zudem kommt in Südoldenburg kein Handwerker freiwillig. Die haben alle gut zu tun.“

Enkeltrick ist bei Betrügern immer noch beliebt

Seit einiger Zeit häuften sich die Fälle zum aktuellen Kriminalitätsphänomen „Falsche Polizeibeamte“. „Die Täter erscheinen zum Teil mit gefälschten Dienstausweisen bei vornehmlich älteren Menschen und befragen sie zu Wertsachen und Bankdaten. Dies führt zum Teil dazu, dass diese Wertsachen und im weiteren Verlauf hohe Bargeldbeträge von Bankkonten an die falschen Polizeibeamten übergeben werden“, so Bonk, der auch konkrete Beispiele aus Cloppenburg und Umgebung benennen konnte.

Bonk warnte auch vor sogenannten Schockanrufen. Die Täter meldeten sich oft mit weinerlicher Stimme, geben sich als Familienangehöriger aus und berichten über einen Notfall, Unfall oder ähnliche Probleme. Nur durch das Zahlen eines bestimmten Geldbetrages wäre demnach Hilfe für diese Familienangehörigen möglich. Anschließend erscheine an der Adresse der Angerufenen ein Bote, der den Geldbetrag in Empfang nehme und verschwinde. Aber auch der Enkeltrick („Rate mal, wer hier ist!“), bei dem ein angeblicher Enkel gerade dringend und kurzfristig Geld brauche, sei immer noch aktuell. Diese Masche werde neuerdings immer öfter auch per WhatsApp angewandt. Auch dabei werde die Vorgehensweise immer wieder variiert. Ebenfalls immer wieder fielen Menschen darauf herein, wenn ein angeblicher Polizist anrufe und erkläre, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden. Nun bestehe die Gefahr, dass auch hier eingebrochen werde. Man solle seine Wertsachen in Sicherheit bringen. Die Polizei hole es ab.

„Durch eine Unachtsamkeit ist oft das Gesparte, ist die Lebensqualität weg.“ Andreas Bonk, Kriminaloberkommissar

In Niedersachsen habe es im vergangenen Jahr 6000 Taten gegeben, davon 136 vollendete mit einem Schaden von 2,9 Millionen Euro. Aber diese Methode werde immer variiert. Bonk erläuterte, dass die Polizei nie nach Geld frage und auch kein Geld hole oder in „Sicherheit“ bringe. Falsche Gewinnversprechen, das Aufladen von Paycards für angebliche Kinder oder Enkel sowie Heilungsversprechen seien weitere Maschen. „Seien Sie misstrauisch, wenn jemand Geld von Ihnen will“, riet Bonk.

Auch die Zahl der Taschendiebstähle nehme wieder zu. Hier seien vor allem ältere Frauen betroffen. Zurzeit seien in dieser Region wieder ganze Banden unterwegs. „Lassen Sie die Handtasche nicht im Einkaufswagen liegen! Legen Sie die Handtasche nicht ins unverschlossene Auto, während Sie die Einkäufe in den Kofferraum packen“, so Bonk.

Auch auf dem Friedhof würden oft Taschen entwendet. Während man etwas zum Müllcontainer bringe, schnappen sich die Täter die unbewachte Tasche. „Hier ist nicht das Geld das Problem. Wenn die Handtasche weg ist, muss man Personalpapiere und Karten mühsam wiederbeschaffen“, so Bonk. „Durch eine Unachtsamkeit ist oft das Gesparte, ist die Lebensqualität weg“, so Bonk. Sein letzter Rat an die Heimatfreunde: „Wenn eine unbekannte Nummer bei ‚Entgangenen Anrufen‘ erscheint, rufen Sie nie zurück!“

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kriminaloberkommissar Andreas Bonk warnt vor Betrugsmaschen in der Region - OM online