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Kriegsgräberfürsorge im Oldenburger Münsterland

Corona-bedingt mussten die Besuche im letzten Jahr ausfallen. Nun bitten vor allem Schülerinnen und Schüler wieder um Spenden für eine Arbeit, die noch immer wichtig ist.

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Josef Kläne, Eva-Maria Dorgelo und Marco Wingert (von links) präsentieren die neuen Spendendosen des Volksbundes. Foto: Malik

Josef Kläne, Eva-Maria Dorgelo und Marco Wingert (von links) präsentieren die neuen Spendendosen des Volksbundes. Foto: Malik

Zum Volkstrauertag am Sonntag (14. November) werden wieder Spenden für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt. Viele Schülerinnen und Schüler ziehen in der Herbstzeit hierfür von Tür zu Tür. Und: Viele erwarten die Ehrenamtlichen nach einem Jahr Zwangspause durch Corona.

Denn: Im letzten Jahr musste die Spendensammlung des Volksbundes aufgrund von Corona ausfallen. Trotzdem blieben die Verantwortlichen nicht untätig. Im Jahr 2020 wurden unter anderem Online-Spenden gesammelt, was auch aktuell noch über die Website https://www.volksbund.de/helfen möglich ist. Das Problem: Es seien etwa zehn Prozent der üblichen Einnahmen von über 30.000 Euro generiert worden, heißt es.

Alles nur online? So habe man nicht weitermachen können, sagt Marco Wingert, Geschäftsführer des Bezirksverbandes Weser-Ems. In diesem Jahr machten die Impfungen und die Beachtung der 3G-Regeln die Sammlung an der Haustür möglich. Hierfür habe der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge neue Spendendosen entwerfen lassen. Diese könnten dabei helfen, auf Abstand zu bleiben.

Das gesammelte Geld werde für die Pflege der Kriegsgräberstätten im Ausland, die beratende Tätigkeit für Angehörige im Inland und Umbettungsarbeiten verwendet. Auch in die Gedenk- und Bildungsarbeit fließe ein Teil der Spenden, sagt Eva-Maria Dorgelo, die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Vechta. Die Infomaterialien würden den Lehrpersonen an Schulen und Interessierten zur Verfügung gestellt.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Schülerin, jeder Schüler durch diese Arbeit sensibilisiert wird. Das ist unglaublich viel wert – gerade in den heutigen Zeiten, wo es sehr populistisch zugeht, Informationen, auch Falschinformationen, sehr schnell zirkulieren.“Marco Wingert, Geschäftsführer des Bezirksverbands Weser-Ems

Wingert engagiert sich seit zwölf Jahren für den Volksbund. Seine Motivation sei die Arbeit mit Menschen. Gerade bei den Schülerinnen und Schülern sehe er, dass sich ein Blick auf die Heimatgeschichte – im Guten, wie im Schlechten – immer lohne. "Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Schülerin, jeder Schüler durch diese Arbeit sensibilisiert wird. Das ist unglaublich viel wert – gerade in den heutigen Zeiten, wo es sehr populistisch zugeht, Informationen, auch Falschinformationen, sehr schnell zirkulieren. Es ist, glaube ich, wichtiger denn je, die Schulen noch ein bisschen mehr zu unterstützen und nochmal Ansätze zu liefern, um diese Thematik im Sinne von Demokratieförderung noch deutlicher zu machen.“

Ein positiver Nebeneffekt: Die Ehrenamtlichen bekommen anschließend eine Urkunde, sagt der Vorsitzende des Kreisverbandes, Josef Kläne. Ein Beweis für soziales Engagement mache sich in jeder Bewerbungsmappe gut. Ohnehin habe der Kreisverband keine Probleme, junge Helferinnen und Helfer zu finden. Es habe sich gewissermaßen eine Tradition des Sammelns an manchen Schulen oder in einigen Familien etabliert, so Kläne.

Hintergrund: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist bereits 1919 gegründet worden. Er definiert sich als Verein mit humanitärem Auftrag, erhält und betreut Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland, hilft Angehörigen bei der Gräbersuche und entwickelt die Kriegsgräberstätten weiter zu Lernorten der Geschichte. Schirmherr ist stets der amtierende Bundespräsident. Der Volksbund arbeitet im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und auch mit Mitteln des Auswärtigen Amtes.

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