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Krieg in Europa: Tonnenweise Hilfsgüter für Geflüchtete

In Löningen und Bunnen wurden vier Lastwagen mit Spenden beladen. Sie werden jetzt nach Polen gebracht. Die Organisatoren zeigten sich geradezu erschlagen von der überwältigenden Hilfsbereitschaft.

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Riesiges Warenlager: In Löningen stapelten Freiwillige die Kartons mit Hilfsgütern.   Foto: G. Meyer

Riesiges Warenlager: In Löningen stapelten Freiwillige die Kartons mit Hilfsgütern.   Foto: G. Meyer

Damit hatten Eva und Marcin Matczuk wahrhaftig nicht gerechnet. Als die beiden vor einigen Tagen einen Spendenaufruf für die Menschen in der Ukraine starteten, ahnten sie nicht, welchen Stein sie damit ins Rollen bringen würden. Die Hilfsbereitschaft in Löningen und umzu ist riesengroß. Vier Lastwagen, jeder mit 14 Tonnen Hilfsgütern beladen,  brechen jetzt in Richtung Polen auf.

Stundenlang verpackten und stapelten freiwillige Helfer die Waren.  Gebraucht werden vor allem Lebensmittel, Babynahrung und Hygieneartikel. An der Aktion beteiligten sich auch die Kindergärten und die Grundschule Bunnen. Schüler der Gutenbergschule griffen ebenfalls beherzt zu. Einige von ihnen wissen, wie sich Flucht anfühlt. Sie sind mit ihren Eltern im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen und haben in Löningen eine neue Heimat gefunden. Die Fahrzeuge werden von örtlichen Firmen gestellt. Gelagert wurden die Güter unter anderem in einer ehemaligen Wäscherei sowie in der Kita und in der Grundschule Bunnen. In Bunnen konnten die Spenden am Donnerstagnachmittag auch direkt an den Lkw abgegeben werden. Der Andrang war groß. 

Großer Andrang: In Bunnen konnten die Spenden direkt abgegeben werden. Foto: G. MeyerGroßer Andrang: In Bunnen konnten die Spenden direkt abgegeben werden. Foto: G. Meyer

Die Matczuks stammen aus dem Osten Polens. Die Lastwagen schickt das Paar in seine Heimatstadt Parczew und nach Lublin. Die Hilfsgüter werden dort entladen und  weiterverteilt. Weil nicht alle Kartons auf die Ladeflächen passen, werden auch mehrere kleinere Transporter  eingesetzt. Und: Ein Hamburger Großimporteur beteiligt sich mit 24 Tonnen Obst und Gemüse. Auch er setzt dafür einen Lkw ein.

Unternehmen stellen Lkw zur Verfügung

Lange bitten brauchten die Krisenhelfer niemanden. Während Privatleute die Supermärkte in der Umgebung leer kauften, spendeten die Unternehmen in großem Stil. Eine Apotheke besorgte mehrere Medikamentenkoffer. Sogar im Emsland stieß der Aufruf auf Widerhall. "Eine Praxis in Lingen, die in diesen Tagen schließt, stellte uns ihre übrig gebliebenen Arzneien zur Verfügung", berichtet Mitorganisatorin Verena Tönnies. 

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind innerhalb einer Woche eine Million Menschen aus der Ukraine geflohen. Inzwischen treffen auch die ersten Geflüchteten im Landkreis Cloppenburg ein. Im Rathaus in Lindern ließ sich am Donnerstag eine neunköpfige Familie registrieren. Sie wurde privat untergebracht. Weitere 20 Ukrainer erwartet die Linderner Emmanuel-Christengemeinde am Wochenende. Sie stammen aus der Nähe von Charkiw. "Wir pflegen einen engen Kontakt zu einem befreundeten Pastorenehepaar", erklärt Pastor Heinrich Zelmer. Als die russische Invasion begann, habe das Paar zunächst beschlossen, in der Heimat zu bleiben. "Das stellte sich aber als unmöglich heraus." Der Flucht mit dem Auto schlossen sich mehrere Familien an. 

Senioren sitzen in Mariupol fest

In Mariupol steht die Kirche mit einer Senioreneinrichtung in Kontakt. Der hart umkämpften Stadt am Asowschen Meer droht jetzt die Einkesselung. Noch halten die Verteidiger ihre Stellungen. Pastor Zelmer macht sich aber große Sorgen um die Sicherheit seiner Bekannten. „Die alten Menschen können dort nicht weg." Einen Bunker gebe es nicht. "Sie suchen stattdessen auf dem Flur Schutz und warten darauf, dass es vorbeigeht."

Tonnenweise Hilfsgüter: Die Lkw wurden am Donnerstag verladen. Foto: MeyerTonnenweise Hilfsgüter: Die Lkw wurden am Donnerstag verladen. Foto: Meyer

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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