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Kreuzesetzen nicht vergessen!

Kolumne: Auf ein Wort – Jeder hat sein Kreuz zu tragen, heißt es. In diesem Monat müssen wir gleich 9 Kreuze setzen: bei den Kommunal- und Bundestagswahlen.

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Für uns alle ein arbeitsreicher Monat, der September 2021. Am kommenden Sonntag, 12. September, sollen wir, Bürgerinnen und Bürger des Oldenburger Landes, erstmals Kreuze setzen. Mit 3 Kreuzen sollen wir bestimmen, wer unsere Interessen im Stadt-/ Gemeinderat vertreten soll. Dann können wir mit 3 weiteren Kreuzen die Zusammensetzung des Kreistages festlegen. Und letztlich können wir durch ein weiteres Kreuz mitentscheiden, welche Kandidatin oder welcher Kandidat den Kreis als Landrätin oder Landrat "regieren" soll.

Haben wir uns dann gerade von der ersten Schufterei erholt, steht am 26. September schon die nächste Schwerstarbeit an. Obwohl es dann nur um 2 Kreuze geht, bricht mir heute schon der Schweiß aus: Wird es mir gelingen, die Kreuze an der richtigen Stelle zu setzen?

Auch wenn es große Anstrengungen sind, die da auf uns zukommen: Es zählt die alte Lebensweisheit: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Dummerweise sind es im konkreten Fall gleich 9 Kreuze in einem Monat. Aber, gehen wir diese Herausforderung zuversichtlich und entschlossen an! Es ist ja eine Arbeit zum Wohl der Gemeinschaft.

"Für religiöse Menschen spielen dabei auch jene Ratschläge eine Rolle, die der Glaube ihnen ans Herz legt. Nicht wie früher als 'Muss', sondern als ein bedenkenswertes Entscheidungskriterium."Karl Gierse

In regelmäßigen Abständen höre oder lese ich Stimmen, die kritisch anmerken, Kirche solle sich um Glaubensangelegenheiten kümmern und gefälligst nicht um Politik. Um einen sich hier anbietenden Kalauer nicht ungenutzt liegenzulassen, möchte ich entgegnen: Wie kann christliche Kirche sich aus einer Entscheidung heraushalten, bei der es um Kreuze geht? Das Kreuz ist schließlich ihr ureigenes Markenzeichen. (Ende des Flachwitzes)

Scherz beiseite: In der Politik geht es um Angelegenheiten des Gemeinwesens, das die Griechen "polis" nannten. Alle Bürgerinnen und Bürger in einer Demokratie sind aufgerufen, sich an den anstehenden Entscheidungen des Gemeinwesens zu beteiligen.

Entscheidungen trifft der Mensch aufgrund eines Wertmaßstabes, den er im Laufe des Lebens erwirbt. Für religiöse Menschen spielen dabei auch jene Ratschläge eine Rolle, die der Glaube ihnen ans Herz legt. Nicht wie früher als "Muss", sondern als ein bedenkenswertes Entscheidungskriterium.

Jesus hat von sich gesagt, dass er auf unsere Erde gekommen ist, damit Menschen aller Zeiten "das Leben haben und es in Fülle haben". (vgl. Joh 10,10).

Wer Ihr Kreuz bekommt, das müssen Sie selbst entscheiden

Ein solches "Leben in Fülle" zu ermöglichen, ist auch Aufgabe der politischen Institutionen: in der Gemeinde, im Landkreis, im Land, in der Republik, in der Welt.

Deshalb sollten Menschen, die das Kreuz als religiöses Markenzeichen tragen, auf keinen Fall vergessen, am 12. Und 26. September ihre Kreuze zu setzen.

Wo da die richtige Stelle auf dem Wahlschein ist, das müssen Sie selbst entscheiden.


Zur Person:

  • Karl Gierse ist Subprior des Vechtaer Dominikanerkonvents. Er wirkt in verschiedenen Bereichen der Seelsorge in Vechta und im Oldenburger Land.
  • Den Autor erreichen Sie unter redaktion@om-medien.de.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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