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Kreisverwaltung ermahnt Einzelhändler

Seit einer Woche müssen Einkaufsmärkte im Kreis Cloppenburg die Wagen und Körbe nach der Benutzung ihrer Kunden desinfizieren. Offenbar halten sich zu wenige Händler daran.

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Symbolfoto: dpa

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Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben am Donnerstag den Einzelhandel kontrolliert. Der Hintergrund: Seit gut einer Woche müssen Märkte dafür sorgen, dass Einkaufswagen und Einkaufskörbe nach der Benutzung der Kunden desinfiziert werden. So sieht es die derzeit gültige kreisweite Allgemeinverfügung vor. Das Ergebnis der Kontrollen war aber offenbar nicht zufriedenstellend.

Denn am Freitag ermahnte die Kreisverwaltung die Einzelhändler mit einer Pressemitteilung, dass sie auf die Einhaltung der Hygienemaßnahme zur Eindämmung des Infektionsgeschehens achten. "Die Umsetzung der Maßnahmen sowie der Masken und Abstandspflicht im Einzelhandel wurde gestern präventiv in der Stadt Cloppenburg kontrolliert", berichtet Kreissprecher Frank Beumker am Freitag. 

Händler muss die Desinfektion gewährleisten 

Er stellt klar: "Es genügt nicht, Desinfektionsmittel und Papiertücher vorzuhalten und auf die Eigenverantwortung der Kunden zu setzen." Der Betreiber sei dazu verpflichtet, Einkaufswagen oder -körbe entweder selbst zu desinfizieren oder zu überwachen, dass die Kunden selbst vor dem Einkauf zum Spray oder Desinfektionstuch greifen. Das gilt für die Griffe von Einkaufswagen oder -körbe und andere Behälter, die von Kundenhand benutzt werden. "Es wird stichprobenartig weiterhin im gesamten Kreisgebiet kontrolliert"

Bei den Supermärkten und Discountern wird dies unterschiedlich gehandhabt, wie eine Abfrage beziehungsweise persönliche Inaugenscheinnahme von OM online ergab. „Bei Edeka in Cloppenburg übernehmen die Mitarbeiter das Desinfizieren draußen vor dem Markt“, erklärte Filialleiterin Theodora Gövert, während sie gerade selbst damit beschäftigt war. Jeder Kunde müsse ab sofort auch wieder einen Einkaufswagen nehmen, Körbe gibt es derzeit nicht. So können Abstände besser eingehalten werden. „Paare dürfen gemeinsam einen Wagen nehmen“, so Gövert weiter.

Bei Edeka in Emstek mussten Freitagmittag die Kunden weiterhin selber im Eingangsbereich zum Desinfektionstuch greifen. Die von den Kunden in die Garage zurückgeschobenen Wagen wurden nicht vom Personal oder beauftragten Dienstleistern abgewischt, wie unsere Recherche ergab.

Einige Supermärkte beauftragen Dienstleister

Bei den Netto-Märkten in Cappeln und Emstek hat man sich der neuen Situation schnell angepasst und entsprechend Kräfte beauftragt. Gleiches gilt für Lidl in Cloppenburg und Emstek. Am Aldi-Markt in Emstek stehen für jeden Kunden Einweghandschuhe zur Verfügung. Beim Combi-Markt in Cappeln hat man zwei Gassen markiert. In die eine sollen die benutzten Wagen geschoben werden, in der anderen können die desinfizierten Wagen entnommen werden. Bei unserem Besuch war diese allerdings leer und ein Kunde hat sich aus der abgestellten Reihe bedient. Eine weitere Kundin griff selber zu Desinfektionsmittel und Einwegtüchern, die dort deponiert waren.

Der Landkreis will jetzt weiter stichprobenartig überprüfen, ob die Einzel- und Großhändler die Verordnung einhalten. Und: Die Behörde kündigt zudem fortlaufend Kontrollen der Polizei sowie der Ordnungsämter in den Gastronomiebetrieben an. Dazu gab es in dieser Woche ein Abstimmungsgespräch mit den jeweiligen Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden zwischen Barßel und Essen.

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