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Kreislandvolk fordert den Bestand der Wölfe zu regulieren

Angeschlossen haben sie sich dem "Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement". Sie laden am 30. September zu einem Wolfsmahnfeuer in Vechta ein, um auf die Situation der Tierhalter aufmerksam zu machen.

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Laden zum "Wolfsmahnfeuer" nach Vechta ein: Dr. Friedrich Willms (von links), Dr. Johannes Wilking und Christoph Friedrich. Foto: M. Niehues

Laden zum "Wolfsmahnfeuer" nach Vechta ein: Dr. Friedrich Willms (von links), Dr. Johannes Wilking und Christoph Friedrich. Foto: M. Niehues

Nur zu oft habe er in den letzten Jahren von Haltern hören müssen, wie es ist, wenn der Wolf in die Weide eindringe und den Tieren Leid zufüge. "Wir hören immer, der Wolf soll sich wohlfühlen", sagt Dr. Friedrich Willms, Geschäftsführer des Kreislandvolks in Vechta. Aber über das Leid der Weidetiere, über das Tierwohl und darüber, wie solche Fälle Tierhalter auch emotional belasten würden, "wird zu wenig gesprochen", findet er.

Landtagskandidaten sollen ihre Position zum Thema Wolf vortragen

Das will der Vechtaer Kreislandvolkverband jetzt ändern und hat sich dem "Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement" angeschlossen. Ihm gehören bereits eine Vielzahl von Verbänden an, vor allem die der Weidetierhalter. Für Freitag (30. September), 19 Uhr, lädt der Verband daher zu einem "Wolfsmahnfeuer" an den Lattweg in Vechta/Oythe ein. An einem Feuerkorb, so Willms, wollen die Vorstände und Mitglieder mit der Öffentlichkeit ins Gespräch kommen. Eingeladen seien außerdem auch die Landtagskandidaten der verschiedenen Parteien, die ihre Positionen zur Wolfspolitik vortragen sollen. Der stellvertretende Landrat Josef Kläne wird zudem ein Grußwort sprechen.

Bislang steht der Wolf streng unter Artenschutz. Das Töten eines Individuums steht unter Strafe und ist nur im Ausnahmefall zulässig; dann nämlich, wenn es behördlich angeordnet wurde. Das Aktionsbündnis und der Vechtaer Kreislandvolkverband wünschen sich ein "aktives Wolfsmanagement" mit einer "künftigen Bestandsregulierung", heißt es. "Wir haben das Thema 'Wolf' immer positiv begleitet", sagt Friedrich Willms. "Keiner will den Wolf ausrotten." Aber angesichts der stetig zunehmenden Population in Niedersachsen sei es nötig, eine Bestandsgrenze zu bestimmen. "Alles, was darüber ist, sollte geschossen werden", fordert er. 

Der Kreislandvolkverband befürchtet, dass mit einer Zunahme der Wolfspopulation mehr Nutztiere gerissen werden. Hier wird ein gerissenes Schaf nach einer Wolfsattacke in Goldenstedt von einem Wolfsberater untersucht. Das Tier musste eingeschläfert werden. Foto: M. NiehuesDer Kreislandvolkverband befürchtet, dass mit einer Zunahme der Wolfspopulation mehr Nutztiere gerissen werden. Hier wird ein gerissenes Schaf nach einer Wolfsattacke in Goldenstedt von einem Wolfsberater untersucht. Das Tier musste eingeschläfert werden. Foto: M. Niehues

Willms, Kreislandwirt Dr. Johannes Wilking und Kreislandvolksprecher Christoph Friedrich denken bei der Bestandsregulierung an Länder wie Frankreich oder Schweden, wo das bereits Praxis ist. Gerade in dem großen Land Schweden würden aktuell etwa so viel Wölfe leben wie in Niedersachsen, rund 400 Tiere. Das Land wolle den Bestand weiter reduzieren, verfüge zudem über wolfsfreie Regionen, erklärt das Trio.

Für solche Gebiete spricht sich auch Willms aus. "Wir sind hier solidarisch mit der Küstenregion", sagt er. Die weiten Weideflächen des Nordens oder auch Deichgebiete müssten beispielsweise wolfsfrei bleiben, weil Herdenschutz dort kaum umsetzbar sei. "Die Zeit für ein gesundes Management ist gekommen. Irgendwann kippe sonst die Stimmung unter den Tierhaltern und Landwirten, sagt er dazu. Und, es werde Zeit, dass das Schaf eine stärkere Lobby erhalte.

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