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Kreishauserweiterung: Das 25 Millionen-Projekt soll geplant werden

Bei der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Finanzausschusses diskutiert die Politik lebhaft über den Raumbedarf der Zukunft und den Preis von Parkplätzen.

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Präsenz und Online zugleich: Die Sitzung im Kreishaus am Montag. Foto: M. Niehues

Präsenz und Online zugleich: Die Sitzung im Kreishaus am Montag. Foto: M. Niehues

Wie muss die digitale Arbeitswelt von Behörden in Zukunft aussehen? Wie sehen dann Büros aus? Gibt es mehr Homeoffice als bisher und müssen Arbeitswege dann immer noch mit dem Auto zurückgelegt werden? Mit diesen Fragen haben sich am Montagabend die Kreistagsabgeordneten des Bau- und Finanzausschusses in einer gemeinsamen Sitzung auseinandergesetzt.

Jeweils 9 Ja-Stimmen in beiden Ausschüssen

Ein Teil der Politiker war von zu Hause aus per Video zugeschaltet, andere saßen nach negativem Corona-Test im Sitzungssaal des Kreishauses. Zusammengeschaltet wurde eifrig und vor allem kontrovers darüber diskutiert, ob, wie und in welchem Umfang künftig das Vechtaer Kreishaus erweitert werden soll. Die beiden Ausschüsse sollten beschließen, in welchem Umfang die Planungen für einen Anbau aufgenommen werden.

Mit 9 Ja-Stimmen (3 Gegenstimmen) des Bau- und ebenfalls 9 Ja-Stimmen (4 Gegenstimmen) des Finanzausschusses votierte die CDU-Mehrheit für die Planung von 2 Bauabschnitten inklusive Tiefgarage am jetzigen Standort. Ob die Tiefgarage tatsächlich gebaut wird, ist aber noch offen. Denn die Planer sollen sich insgesamt Gedanken über die zu schaffende Parksituation und die damit verbundenen Kosten machen.

8 Millionen Euro allein für den Bau der Tiefgarage

Nach Vorstellung der Kreisverwaltung hätte gestern ein ursprünglich gefasster Beschluss zum Bau eines Parkhauses an der Ecke Krusenschlopp/ Johannesstraße zugunsten der Tiefgarage aufgehoben werden sollen. Stattdessen solle nur ein Parkplatz als Ergänzung gebaut werden. Beschlossen ist jetzt, dass das Vorhaben durch den Kreistag zunächst nur zurückgestellt werden soll. Es sind vor allem die Kosten für das Erweiterungsvorhaben insgesamt, mit dem sich mancher Kreistagspolitiker nicht anfreunden mochte. Denn die Umsetzung der Bauabschnitte 1 und 2 mit Tiefgarage schlagen mit grob kalkulierten 25 Millionen Euro zu Buche.  8 Millionen davon soll allein der Bau der Tiefgarage kosten. Wenn das einst beschlossene Parkhaus eingespart werden kann, fallen etwa 3,5 Millionen Euro an Ausgaben weg. Der Bau der Parkfläche an gleicher Stelle würden etwa eine halbe Million Euro verschlingen.

Petra Ahlers, Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, und Kreisrat Holger Böckenstette unterrichteten die Sitzungsteilnehmer über die Nutzung des jetzigen Kreishauses und die entsprechenden Berechnungen der Zukunft. So habe das jetzige Kreishaus im Einzugsjahr 1997 noch über 30 ungenutzte Büros auf Reserve verfügt. Inzwischen habe die Behörde aber Räume anmieten müssen. Künftig sei auch das Gesundheitsamt unterzubringen. Nach Einschätzung der Verwaltung können in den ersten beiden Bauabschnitten 74 Räume untergebracht werden.

297 Bedarfsparkplätze hat die Behörde errechnet

Nach der Corona-Erfahrung mit im Homeoffice arbeitenden Mitarbeitern kalkuliert die Verwaltung einen Raumbedarf mit einer Quote von 75 Prozent ein. Fraglich ist offensichtlich vor allem, wie groß der Parkplatzbedarf ist. Errechnet hat die Behörde 297 Bedarfsplätze. Berücksichtigt sind dabei aber nicht Veranstaltungen im großen Sitzungssaal. Der tatsächliche Bedarf soll nach Auffassung der Verwaltung bei der Schaffung von 475 Parkplätzen liegen.

Ahlers stellte bei ihren Umsetzungsmöglichkeiten mehrere Varianten mit 2 bis drei Bauabschnitten in verschiedenen Ausführungen mit geschätzten Kosten zwischen 15 und 25 Millionen Euro vor. Böckenstette stellte zudem Wirtschaftlichkeitsberechnungen vor. Auch bei einer Mietzahlung sei bei veranschlagten 7,50 Euro pro Quadratmeter mit einem Betrag von insgesamt 26,2 Millionen Euro zu rechnen, erklärte er.

"Mindestens 25 Millionen für einen Büroerweiterungsbau ausgeben zu müssen, steht in keinem Verhältnis."Silvia Klee, SPD-Fraktion

Die SPD-Fraktion sprach sich gegen die Planungen aus. "Mindestens 25 Millionen für einen Büroerweiterungsbau ausgeben zu müssen, steht in keinem Verhältnis", sagte Silvia Klee. Sie führte als Gegenbeispiel das Vorhaben eines Vechtaer Unternehmens an, das ein Bürogebäude für 160 Mitarbeiter zum Preis von 10 Millionen errichten will. Ähnliches müsse dem Landkreis für nur 135 Mitarbeiter auch gelingen. Ziel müssen es sein, "einen zweckmäßigen Bürokörper und kein architektonisches Prestigeobjekt zu bauen, das der aktuellen Zeit angepasst, aber auch zukunftsfähig ist und sich in einem vernünftigen Kostenrahmen bewegt", forderte sie. Sie beantragte die Erteilung eines Planauftrages über die 2 Bauabschnitte mit der Maßgabe, dass die Kosten von 15 Millionen Euro nicht überschritten werden dürfen. Die Erfordernis eines Untergeschosses solle geprüft werden, auch die Schaffung ebenerdiger Parkplätze.

Walter Goda sieht richtige Entscheidung

Walter Goda erinnerte für die CDU-Fraktion daran, dass die Standortfrage beim Bau bewusst gefallen sei. Ein Kreishaus zu bauen, um die Verwaltung an einem Ort zu haben – "diese Entscheidung ist auch heute noch richtig", sagte er. Deshalb spreche sich die CDU-Fraktion eindeutig für die Erweiterung am Standort aus. Die Baukosten seien nur eine erste Schätzung. Der Vorteil sei, dass keine neuen Grundstückskosten anfallen. In der weiteren Diskussion müsse der Bau der Tiefgarage vor dem Hintergrund der Kosten von 8 Millionen Euro begründet werden.

Landrat Herbert Winkel betonte, dass es wichtig sei, bei der Planung auch die Tiefgarage zu berücksichtigen. "Wir kommen nur einmal unter die Erde", sagt er. Die Entscheidung, ob ein Parkhaus oder eine Tiefgarage gebaut werde, könne immer noch getroffen werden.

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