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Kreis Vechta: Corona-Infektionsrate am Arbeitsplatz ist gering

Nur 15 Prozent der Corona-Neuinfektionen im Januar sind dem Arbeitsumfeld zuzuordnen. Rund 60 Prozent der Infizierten holten sich das Virus im privaten Bereich.

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In den Alten- und Pflegeheimen des Kreises rücken ab dem 25. Januar die Impfteams zur Zweitimpfung an. Foto: M. Niehues

In den Alten- und Pflegeheimen des Kreises rücken ab dem 25. Januar die Impfteams zur Zweitimpfung an. Foto: M. Niehues

Von guten Fortschritten bei den Corona-Impfaktionen in den Alten- und Pflegeheimen berichtet das Gesundheitsamt des Landkreises Vechta. Der erste Impfdurchgang wurde bereits am 16. Januar (Samstag) abgeschlossen, heißt es auf Anfrage von OM online. Die einzige Ausnahme bildet bislang der aktuell von einem Corona-Ausbruch betroffene Wohnbereich des Franziskusstiftes in Goldenstedt. Damit das verwendete Vakzin von Pfizer/Biontech seine schützende Wirkung entfalten kann, erhalten die Geimpften jetzt noch eine 2. Spritze. Die Wiederholungsimpfungen sollen am 25. Januar (Montag) beginnen. Das Gesundheitsamt rechnet damit, dass diese Impfungen am 6. Februar (Samstag) abgeschlossen sind.

Auch für die Zweitimpfung werden die 3 mobilen Impfteams des Landkreises die Heime wieder direkt anfahren. Nach Abschluss der Zweitimpfungen in den Heimen werden rund 2100 Bewohner und Mitarbeiter vollständig geimpft sein.

Die Anzahl aller Impfungen im Kreis wird in den kommenden Wochen jedoch deutlich höher sein und weiter steigen, heißt es aus dem Kreishaus. Parallel werden nun auch in Krankenhäusern, Rettungsdiensten, Senioreneinrichtungen der Eingliederungshilfe und ambulanten Pflegediensten Impfwillige ihre Corona-Spritze erhalten.

Impfquote unter den Bewohnern in Altenheimen liegt bei über 95 Prozent

Die Impfquoten und die -bereitschaft der Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen geben die Einrichtungsleitungen laut Kreisverwaltung mit "über 95 Prozent" an. Für die Mitarbeiter liegt dieser Wert bei "etwa 60 bis 75 Prozent". Genauere Angaben sind aus dem Impfzentrum des Landkreises Vechta heraus laut Gesundheitsamt nicht möglich, da diesem aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht alle tätigen Mitarbeiter einer Einrichtung zu melden sind.

Die weiterhin sinkenden Inzidenzzahlen im Landkreis Vechta sind inzwischen ein eindeutiges Indiz dafür, dass zumindest in der Region die politisch verordneten Kontaktbeschränkungen wirken. Dennoch stecken sich immer noch Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus an. Gemäß den Angaben des Gesundheitsamtes waren es in der Zeit vom 1. bis zum 21. Januar insgesamt 430 Personen, die sich angesteckt haben.

Aktuell gibt es eine höhere, lokalisierbare Zahl an Fällen im bereits erwähnten Franziskusstift. Auch einige andere Alten- und Pflegeheime standen bereits im öffentlichen Fokus. Wenn aber nicht im Alten- und Pflegeheim, an welchen Orten stecken sich die Kreisbewohner sonst an?

5 Prozent der Infizierten bringen das Virus aus dem Ausland mit

Nach einer Analyse der Infektionsherde kann die Kreisverwaltung, bezogen auf die bisherigen Fälle im Januar, angeben, dass rund 15 Prozent der Fälle die Ansteckung auf berufliche Kontakte zurückzuführen ist. Die Infizierten stecken sich also kaum am Arbeitsplatz an. Bei 60 Prozent der Fälle ist die Ansteckung auf den Privatbereich zurückzuführen, heißt es beim Gesundheitsamt. Bei etwa 20 Prozent der Ansteckungen bleibt unklar, wo die Infektion stattgefunden hat. 5 Prozent der Infizierten haben sich im Ausland angesteckt.

Ob in den öffentlichen Verkehrsmitteln Infektionen stattgefunden haben oder stattfinden, wie es die Bundes- und Landespolitik vermutet und daraufhin auch das Tragen der sicheren FFP2-Masken in Bussen und Bahnen verbindlich gemacht hat, darüber liegen der Kreisverwaltung nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor.

Einen "Hotspot", der sich durch eine besonders hohe und nicht beherrschbare Zahl an Infektionen hervortut, wie etwa in den Anfängen der Pandemie in den Fleisch verarbeitenden Betrieben, gibt es derzeit im Kreis Vechta nicht. Festzuhalten bleibe, so das Gesundheitsamt, dass ein Großteil der Übertragungen auf den privaten Bereich zurückzuführen ist, deshalb sollten insbesondere in diesem Bereich die üblichen Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung des Coronavirus dringend eingehalten werden.

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