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Kreis Cloppenburg zeichnet Gewinnerdörfer aus

"Unser Dorf hat Zukunft": Jury und Landrat loben erstplatziertes Gehlenberg für hohe Anzahl an funktionierenden Vereinen.

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Preisvergabe im Kreishaus: (von links) Hans Meyer (Gehlenberg), Tanja Schnetlage (Lodbergen-Holthausen-Duderstadt), Marlies Hukelmann (Vorsitzende der Jury), Thomas von Höven (Falkenberg), Maria Willen (Auen-Holthaus), Norbert Budde (Beverbruch), Johann Wimberg (Landrat) und Wolfgang Engelmann (Nikolausdorf). Foto: Niemeyer

Preisvergabe im Kreishaus: (von links) Hans Meyer (Gehlenberg), Tanja Schnetlage (Lodbergen-Holthausen-Duderstadt), Marlies Hukelmann (Vorsitzende der Jury), Thomas von Höven (Falkenberg), Maria Willen (Auen-Holthaus), Norbert Budde (Beverbruch), Johann Wimberg (Landrat) und Wolfgang Engelmann (Nikolausdorf). Foto: Niemeyer

Der Landkreis hat im Kreishaus in Cloppenburg die Gewinner des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet. Mit einem breiten Lächeln nahm Hans Meyer, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Gehlenberg, die Urkunde für das Siegerdorf Gehlenberg entgegen. In allen vier Bewertungsbereichen (Leitbild, Infrastruktur, Landwirtschaft und Gewerbe) zeigte Gehlenberg laut Jury erkennbare Präsenz, was für den Sieg ausschlaggebend war.

"Beeindruckend sind auch öffentliche Projekte wie der Bau des Seniorenzentrums, die Erschließung neuer Baugebiete, Erweiterungen beim Kindergarten und die Sanierung der Grundschule", erklärte Landrat Johann Wimberg. Eine Besonderheit sei die hohe Identifikation der Menschen mit dem Ort und die hohe Anzahl an funktionierenden Vereinen. In Eigenleistung umgesetzte Projekte wie das Kulturzentrum Mühlenberg verdienten Anerkennung. 

"Ein junges, interessantes Dorf"

Die Jury, bestehend aus vier Kreistagsabgeordneten und vier Experten, hatte im Vorfeld alle 31 Teilnehmerdörfer unter die Lupe genommen und im September die Gewinner bekanntgegeben. 28.000 Euro Preisgeld schüttete der Kreis an die Dörfer aus, Gehlenberg bekam als Gewinner 5000 Euro. 

Knapp hinter Gehlenherg landete Nikolausdorf auf Platz zwei. "Ein junges, interessantes Dorf mit einer sehr gut aufgestellten und organisierten Dorfgemeinschaft", erklärte Wimberg. Nikolausdorf stach etwa mit der digitalen Infrastruktur, der Nahversorgung und dem Vereinsleben heraus. Aber auch mit kleineren Aktionen, wie der Erneuerung des Kirchendachs, dem Bau einer Schutzhütte am Dorfstein und der Pflege des Landjugendpatts konnte Nikolausdorf punkten. Für den zweiten Platz gab es 3000 Euro. 

Auen-Holthaus gewinnt in neuer Kategorie

Der Sieger des vergangenen Kreiswettbewerbs, Falkenberg, konnte auch dieses Mal wieder überzeugen und erreichte den dritten Platz. Auf den Plätzen vier und fünf landeten Altenoythe und Peheim, das sich seit 1974 ununterbrochen am Dorfwettbewerb beteiligt. 

Neu in der Ausschreibung war die Kategorie "Kleine Dörfer" (unter 300 Einwohner). Hier gewann das "Osterblumendorf" Auen-Holthaus (Gemeinde Lindern) und erhielt 1500 Euro Preisgeld. Landrat Wimberg lobte unter anderem die aktive Nutzung des Rufbussystems, das Baugebiet "Zur Mühle" und die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses. Auf Platz zwei landete die Dorfgemeinschaft Lodbergen-Holthausen-Duderstadt. 

Die Kommissionsvorsitzende Marlies Hukelmann rief die Dorfgemeinschaften dazu auf, weiterzumachen. „Ich bin immer noch begeistert, was unsere Dörfer zu bieten haben. Wir sollten noch viel mehr Werbung dafür machen.“ Das Highlight bei der Erstellung der Ranglisten sei stets der Besuch vor Ort gewesen. „Damit steht und fällt es“, betonte Hukelmann. Es sei wichtig, dass durch diesen Wettbewerb das Engagement vor Ort sichtbar gemacht werde.

In den Landesentscheid im kommenden Jahr ziehen fünf Dörfer aus beiden Kategorien. Neben den beiden Siegern Gehlenberg und Auen-Holthaus schickt die Jury Falkenberg, Lodbergen-Holthausen-Duderstadt und Nikolausdorf ins Rennen. Die Gewinner des Landesentscheids ziehen wiederum in den Bundesentscheid, der 2023 stattfindet.


So beurteilt die Jury:

  • Struktur, Konzepte, Zusammenarbeit (maximal 30 Punkte): Dabei nimmt die Jury Stärken, Schwächen, Ziele und Ergebnisse der Dorfentwicklung unter die Lupe. Dazu gehören das Zusammenwirken von Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen, aber auch Nahversorgung, Digitalisierung, Arbeitsplätze sowie Kindergärten und Schulen.
  • Soziales und Kulturelles (Höchstpunktzahl 25): Bewertet werden das Vereinsleben, Kultur- und Freizeitangebot, Jugend- und Seniorenarbeit, Integration, Pflege von Dorftradition und Brauchtum.
  • Baugestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 20): Hier geht's um die Gestaltung und Pflege öffentlicher Straßen und Plätze, ortsprägende Bauwerke und den Umgang mit historischen Häusern. Auch die Gestaltung privater Häuser und ihres Umfelds zählen.
  • Grüngestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 25): Öffentliche und private Grünanlagen und naturnahe Lebensräume für Flora und Fauna suchte die Jury. Das schließt den schonenden Umgang mit der Landschaft, mit Flüssen und geschützten Bäumen ein.

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