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Kreis Cloppenburg: Zahl der Sozialhilfeempfänger steigt nur minimal

Laut Statistik zeigt sich im Landkreis Cloppenburg eine höhere Bedürftigkeit bei Männern. Der Großteil der Empfänger lebt demnach in Pflegeheimen.

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Regelt Bedarf: Das Sozialgesetzbuch erklärt auch Kulturveranstaltungen zum Bedürfnis. Foto: dpa / Stratenschulte

Regelt Bedarf: Das Sozialgesetzbuch erklärt auch Kulturveranstaltungen zum Bedürfnis. Foto: dpa / Stratenschulte

Das letzte Netz heißt „laufende Hilfe zum Lebensunterhalt'“ (HzL), auch bekannt als „Sozialhilfe“, die für die meisten Hilfsbedürftigen inzwischen durch andere Formen abgelöst ist. Deswegen spielen die bundesweit 344.841 HzL-Empfänger gemessen an insgesamt rund 7,2 Millionen Empfängern von Mindestsicherungsleistungen bis zum 31. Dezember 2019 eine zahlenmäßig kleine Rolle. Doch sie stehen für jene Hilfebedürftigen, die sonst durch die Maschen des sozialen Netzes fallen. Im Kreis Cloppenburg sah die Entwicklung so aus: Gegenüber dem Jahr 2018 mit 579 kletterte hier nach Datenlage der Statistischen Landesämter die gesamte Empfängerzahl um ein oder 0,2 Prozent auf 580. 2017 lag die Zahl bei 632 und weitere 12 Monate zuvor bei 644.

Wer durch dieses letzte Netz aufgefangen wird, schlüsselt die amtliche Statistik nach Alter und Geschlecht auf: Demnach erhielten in Niedersachsen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 39.778 Männer, Frauen und Kinder diese spezielle Unterstützung (Vorjahr: 43.662), bundesweit waren es 344.841 Empfänger (Vorjahr: 370.159). Diese Menschen hatten weder Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) noch auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Auch Minderjährige unter 15 Jahren, die nicht im Haushalt der Eltern, sondern bei Verwandten leben, sind anspruchsberechtigt, wenn Einkünfte fehlen. Ebenso Bewohner in Einrichtungen der Pflege, der Altenhilfe oder der Eingliederungshilfe für Behinderte, deren eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, die Kosten der Unterkunft zu zahlen. Im Kreis Cloppenburg lebten 461 aller 580 HzL-Empfänger in einem Alten- oder Pflegeheim, ein Anteil von rund 79,5 Prozent (Bundeswert: 67,1).

Bedürftigkeit im Kreis ist eher männlich

Blicken wir auf die Altersverteilung, waren im Kreis Cloppenburg zuletzt 50 HzL-Empfänger jünger als 18 Jahre. Weitere 240 waren zwischen 18 und 65 Jahren und 166 waren älter als 65. Insgesamt 29 ausländische Empfänger bezogen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt, ein Anteil von rund 5 Prozent (Bund: 8,5 Prozent). Mit Blick auf die Geschlechter sagen die Zahlen, dass die Bedürftigkeit eher männlich als weiblich ist: Die 249 Empfängerinnen im Kreis entsprechen 42,9 Prozent der Gesamtzahl.

Die Hilfe zum Lebensunterhalt soll den Grundbedarf decken, mehr nicht. Abgedeckt werden soll „insbesondere Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie Unterkunft und Heizung“(§ 27a SGB XII). Zu den Bedürfnissen des täglichen Lebens gehört in vertretbarem Umfang auch eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Für Schüler umfasst der Lebensunterhalt auch „die erforderlichen Hilfen für den Schulbesuch“. Das geht bei Kindern laut Sozialgesetzbuch mit 283 Euro im Monat (bis zum 6. Lebensjahr), 309 Euro für Kinder bis 14 Jahren, 373 Euro für Jugendliche bis 18 und für Erwachsene je nach Lebenssituation mit 357 Euro bis 446 Euro im Monat. Und weil niemand Corona und Homeschooling vorhersehen konnte, gibt es auch Regelungen, wie die notwendige Ausstattung bezuschusst wird, wenn die Schule diese nicht stellen kann – allerdings lassen sich mit 350 Euro Einmal-Zuschuss hardwaremäßig nur kleine digitale Sprünge machen. Die Kosten fürs W-Lan sind auch nicht mit eingerechnet.

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