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Kreis Cloppenburg verschärft Kontaktbeschränkung

579 aktuelle Coronafälle im Landkreis Cloppenburg. Ab Freitag gilt eine neue Allgemeinverfügung. Unter anderem wird die Obergrenze bei privaten Treffen reduziert.

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Landrat Johann Wimberg. Archivfoto: Assanimoghaddam / dpa 

Landrat Johann Wimberg. Archivfoto: Assanimoghaddam / dpa 

Die Cloppenburger Kreisverwaltung hat am Mittwoch (21. Oktober) die Details einer neuen kreisweiten Allgemeinverfügung bekannt gegeben. Die Maßnahmen gelten ab Freitag (23.. Oktober). Wichtigster Punkt: Die Obergrenze bei privaten Treffen wird reduziert - auf nunmehr 6 Personen bei unterschiedlichen Haushalten. Die Kreisverwaltung will damit noch schärfer auf die Infektionslage im Kreisgebiet reagieren - und die hat sich am Mittwoch abermals verschärft: Es gibt wieder eine ganze Menge positive Testergebnisse.

Das Cloppenburger Gesundheitsamt hat am Mittwoch 579 aktive und nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet - am Vortag waren es noch 558. Demnach liegen am Mittwoch 56 positive Ergebnisse aus 11 Städten und Gemeinden vor. Demgegenüber stehen 35 Personen, die seit Mittwoch als genesen gelten. Aktuell befinden sich 3 Patienten in stationärer Behandlung im Krankenhaus. 1095 Einwohner stehen aktuell unter häuslicher Quarantäne - am Vortag waren es noch 992 Die Hotspots innerhalb der Kreisgrenzen sind weiterhin die Stadt Cloppenburg mit 158 aktuellen Coronafällen,  Emstek mit 115 aktuellen Coronafällen. und Cappeln mit 74 aktuellen Coronafällen. Am Mittwoch sind 57 Abstriche im Coronatestcenter des Landkreises genommen worden.

Reihentest im Friesoyther St.Elisabeth-Haus beginnt

Unter den neuen Fällen sind auch drei Senioren und eine Angestellte des St.-Elisabeth- Hauses in Friesoythe. Wie auch im St. Pius-Stift in Cloppenburg in den vergangenen Tagen werden jetzt alle Bewohner des Hauses in Friesoythe getestet. Die Reihentestung beginnt schon  Mittwoch, erste Ergebnisse sind am Donnerstagabend zu erwarten.

„Nach wie vor sind die täglichen Fallzahlen zu hoch und wir alle müssen daran interessiert sein, diese Entwicklung in den Griff zu bekommen“, betont Landrat Johann Wimberg. Er hat bereits mit den 13 Bürgermeistern des Landkreises, was kommen wird: Eine neue Allgemeinverfügung, die folgende Eckpunkte vorsieht:

  • Zusammenkünfte und Ansammlungen in privaten Räumlichkeiten, auf privaten Grundstücken sowie im öffentlichen Raum sind auf höchstens 6 Personen aus sechs Hausständen begrenzt. Bei Treffen von zwei Hausständen liegt die Obergrenze bei 10 Personen. AusnahmeTreffen von Familien in gerader Linie. "Also dürfen zum Beispiel Großeltern ihre Kinder und Enkel einladen. Es ist auch möglich, dass sich Geschwister und ihre Lebenspartner untereinander treffen und dabei die Grenze von 10 Personen überschreiten, die Kinder der Geschwister dürfen allerdings nicht am Treffen teilnehmen, da sie nicht in gerader Linie mit den Einladenden verwandt sind. Es zählt jeweils der Hausstand, bei dem die Zusammenkunft stattfindet", erklärt Kreissprecher Sascha Rühl.
  • Besondere Anlässe wie Hochzeits- und Trauerfeiern oder Erstkommunion und Konfirmation dürfen an öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten und außerhalb der eigenen
    Wohnung zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten eine maximale Personenzahl von 25 nicht übersteigen.
  • An Veranstaltungen dürfen maximal 50 Besucher teilnehmen. Der Ausschank und das Trinken von Alkohol ist verboten.
  • Maskenpflicht: Jede Person hat in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. In Rahmen  der Berufsausübung ist in Fahrzeugen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, wenn ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen nicht eingehalten werden kann. Davon ausgenommen ist der Fahrer.
  • Gastronomie: Auch an Tischen in gastronomischen Betrieben gelten die neuen Regeln für Zusammenkünfte. So dürfen bis zu sechs Personen aus sechs Hausständen oder zwei Hausstände mit bis zu zehn Personen an einem Tisch sitzen. Zwischen den Tischen muss ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Tischdecken müssen nach Gebrauch getauscht und Tische desinfizert werden.
  • Die Sperrstunde wird um 30 Minuten verlängert. Gastronomische Betriebe müssen von 23 bis 6 Uhr geschlossen bleiben.
  • Schulen: Die Maskenpflicht an Schulen bleibt auch nach den Herbstferien bestehen, um den Präsenzunterricht gewährleisten und Schulschließungen, wie es sie vor den Herbstferien vereinzelt gab, möglichst zu verhindern. Sie gilt auch auf dem Schulweg, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, und in den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie an Haltestellen.
  • Einzel- und Großhandel: Es muss durch den Betreiber sichergestellt werden, dass Einkaufswagen und Körbe vor Gebrauch desinfiziert werden.
  • Sport und Vereinswesen: Zusammenkünfte und Ansammlungen in Vereinseinrichtungen, Vereinsgaststätten, Dorfgemeinschaftshäusern und ähnlichen Einrichtungen sind untersagt. Die Nutzung von Umkleiden ist auf das Notwendigste zu beschränken.
  • Zuschauer sind bei Sportveranstaltungen und bei der Sportausübung nicht erlaubt. Ausnahmen: Ein Elternteil von Kindern bis zur D-Jugend (Geburtsjahrgang 2008/2009) darf dabei sein. Anwesend sein dürfen außerdem Trainer, Betreuer, Funktionspersonal (Physiotherapeuten, Ärzte etc.), Offizielle und Schiedsrichterbeobachter der jeweils Sportausübenden sowie Ordner.
  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Für Einwohner des Landkreises Cloppenburg sowie Personen, die sich gewöhnlich im Landkreis Cloppenburg aufhalten, wird eine Absonderung für die Dauer von 10 Tagen in Form einer häuslichen Quarantäne angeordnet, wenn sie aus einem offiziell geführten internationalen Risikogebiet zurückkehren (die Liste gibt es hier). "Wenn jemand zum Beispiel an einem Montag aus einem Risikogebiet zurückkehrt, gilt die häusliche Quarantäne bis einschließlich Mittwoch der darauffolgenden Woche. Es ist jedoch möglich, am Samstag, also am 6. Tag nach Eintritt in den Landkreis Cloppenburg, einen Coronatest durchführen zu lassen und mit einem negativen Testergebnis frühzeitiger die Quarantäne beenden zu können. Ein negatives Testergebnis, das von einem früheren Abstrich stammt, beispielsweise von der Rückreise am Flughafen, wird nicht akzeptiert", erklärt Kreissprecher Sascha Rühl.
  • Die Allgemeinverfügung wird auf der Internetseite des Landkreises hier veröffentlicht.
"Wer sich nicht an die Auflagen hält, muss mit Konsequenzen rechnen."Landrat Johann Wimberg

Die ab Freitag geltenden  Maßnahmen werden von den
Ordnungsämtern des Landkreises, der Städte und Gemeinden und der Polizei kontrolliert. „Wer sich nicht an die Auflagen hält, muss mit Konsequenzen rechnen“, kündigt Wimberg an. Er appelliert an die Bevölkerung: "„Alle Maßnahmen haben nur Wert und sind von Bedeutung, wenn wir alle daran mitwirken, dass die Infektionszahlen gesenkt werden. Schränken Sie Ihre sozialen Kontakte ein – gerne auch über das Maß der Verfügung hinaus und sorgen Sie mit dafür, dass das Infektionsgeschehen zurückgeht. Kontrollen können wir durchführen, aber wir können nicht überall sein. Deswegen kommt es auf uns alle an.“

Mit Blick auf die verlängerte Maskenpflicht in Schulen erklärte der Landrat die Notwendigkeit der Maßnahme. „Ich weiß, dass das ein höchst umstrittenes Thema ist, es ist unangenehm, das wissen wir alle. Aber es geht dabei nicht nur um die Schülerinnen und Schüler, sondern auch um deren Großeltern und Eltern, die zu den Risikogruppen gehören.“ Es sei möglich, dass eine Ansteckung in der Schule zuhause zu verheerenden Konsequenzen führen könne.

Wie bereits am Mittwochvormittag berichtet, liegt die 7-Tagesinzidenz laut Berechnung des Landesgesundheitsamtes bei 126. Der 50er-Grenzwert ist damit den 36. Tag in Folge überschritten worden.

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