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Kreis Cloppenburg überschreitet Corona-Grenzwert

61,5 - mit dieser 7-Tagesinzidenz gehört der Landkreis zu bundesweit vier Kommunen, die Maßnahmen ergreifen müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

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Symbolfotofoto: dpa

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Seit Freitagvormittag ist es offiziell: Der Landkreis Cloppenburg hat den Grenzwert der 7-Tagesinzidenz überschritten. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hat für den Kreis einen Wert von 61,5  veröffentlicht. Die 7-Tagesinzidenz ergibt sich auf der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den letzten 7 Tagen  - umgerechnet auf 100.000 Einwohner. Das Landesgesundheitsamt legt beim Landkreis Cloppenburg 105 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen zugrunde.

Wie bereits berichtet, haben sich Bund und Länder nach dem Lockdown in Gütersloh auf einer Obergrenze von 50 verständigt. Ab diesem Zeitpunkt ist die zuständige Kreisbehörde rechtlich dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Welche Maßnahmen das sind, bleibt dem jeweiligen Gesundheitsamt überlassen. Im Landkreis Cloppenburg ist diese Entscheidung bereits am Dienstag (15. September) gefallen. Noch ehe der Landkreis rechtlich dazu verpflichtet gewesen wäre, ist eine Allgemeinverfügung erlassen worden. Diese ist noch am Donnerstag (17. September) aktualisiert worden: Sportplätze, Turnhallen und Schwimmbäder sind unter anderem bis zum 30. September geschlossen. Darüber hinaus sind alle Sportverein dazu gezwungen, eine Spiel- und Trainingspause einzulegen - das gilt auch über die Kreisgrenzen hinaus. Diese Maßnahme ist offensichtlich ergriffen worden, nachdem Infektionen in diversen Sportmannschaften gemeldet wurden.

Zusätzlich zur Allgemeinverfügung, hat die Kreisverwaltung angekündigt, das Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes ab sofort die Einhaltung der Maskenpflicht in Schulbussen und an den Haltestellen deutlich stärker kontrollieren. Nachdem es präventive Aktionen gab, drohen jetzt Bußgelder, wenn die Mund-Nase-Bedeckung gar nicht oder falsch getragen wird.

Der Landkreis Cloppenburg gehört damit bundesweit zu vier Kommunen, die den Grenzwert der 7-Tagesinzidenz überschritten haben. Diese werden auf dem Dashboard des Robert-Koch-Institutes veröffentlicht. Der Landkreis Cloppenburg ist dort noch nicht rot markiert. Das liegt daran, dass die Daten des Landesgesundheitsamtes erst am Samstag beim RKI einlaufen werden. Ein Blick auf die drei anderen Kommunen:

Garmisch-Partenkirchen: Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus. Foto: Lino Mirgeler  dpaGarmisch-Partenkirchen: Eine Mitarbeiterin gibt in einem Testzentrum einer Familie in einem Auto Infomaterial zum Coronavirus. Foto: Lino Mirgeler / dpa
  • Garmisch-Partenkirchen: Der bayerische Landkreis geriet in die Schlagzeilen, weil dort angeblich eine junge Amerikanerin als "Superspreaderin" für eine Vielzahl von Infektionen mit dem Coronavirus verantwortlich gewesen sein soll. Aktuell gibt das RKI eine 7-Tagesinzidenz von 56,5 aus. Mittlerweile stellt sich aber heraus: Die Frau ist offenbar doch nicht für alle Neuinfektionen verantwortlich. Zwar laufen bereits Ermittlungen gegen die Amerikanerin - ob es mehren sich Zweifel, dass die Frau bewusst eine Quarantäneverordnung ignoriert hat. In dem bayrischen Landkreis ist am 11. September eine Allgemeinverfügung erlassen worden. Die sieht eine Kontaktbeschränkung vor. Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch Gruppen von maximal fünf Personen aufhalten. Veranstaltungen werden ebenfalls begrenz - in Räumen maximal 50 Teilnehmer, unter freiem Himmel 100. Die Gastronomie muss um 22 Uhr schließen.
  • Kaufbeuren: Die Kreisfreie Stadt in Bayern weist laut RKI eine 7-Tagesinzidenz von 59,2 auf. Hauptgrund für die Infektionszahlen ist hier eine Infektionskette in einem Alten- und Pflegeheim. Ein Bewohner ist verstorben, 22 Bewohner wurden positiv getestet. Weil die Stadt und das zuständige Gesundheitsamt das Infektionsgeschehen lokal eingrenzen können, sind keine einschränkende Maßnahmen getroffen worden.
  • Würzburg: Die dritte Kommune - ebenfalls in Bayern. Für die kreisfreie Stadt meldet das RKI eine 7-Tagesinzidenz von 70,4. Bundesweit der höchste Wert. Dort gelten seit dieser Woche Kontaktbeschränkungen: Dort dürfen sich nur noch Gruppen mit maximal 5 Personen treffen. Das gilt auch für die Gastronomie. Darüber hinaus gilt ein Partyverbot auf öffentlichen Plätzen Bei Veranstaltungen in Räumen sind maximal 50 Personen erlaubt, unter freiem 100. Das gilt auch für Familienfeiern. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf der alten Mainbrücken von 16 bis 6 Uhr.
Würzburg: Zwei Polizisten nehmen an einer Tram-Haltestelle von einer Frau nach einem Verstoß gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr die Personalien auf. Foto: Nicolas Armer  dpaWürzburg: Zwei Polizisten nehmen an einer Tram-Haltestelle von einer Frau nach einem Verstoß gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr die Personalien auf. Foto: Nicolas Armer / dpa

Diese 7-Tagesinzidenzen hat das Landesgesundheitsamt am Freitag (18. September) für die Nachbarlandkreise veröffentlicht: Landkreis Vechta (9,8), Landkreis Osnabrück (12), Emsland (13,5), Landkreis Leer (17), Ammerland (1,6), Landkreis Oldenburg (3,8). 

Wie lange der Landkreis Cloppenburg den Grenzwert überschreitet, hängt von den positiven Testergebnissen in den nächsten Tagen ab. Bleiben sie auf einem geringen Niveau bleiben, könnte der Grenzwert schon am Dienstag wieder unterschritten werden. Denn dann werden die Neuinfektionen vom vergangenen Wochenende (am Montag wurden 31 positive Testergebnisse gemeldet) bei der 7-Tagesinzidenz nicht mehr berücksichtigt.

Bis auf Weiteres greifen für die Einwohner des Landkreises Cloppenburgs Einschränkungen außerhalb der Kreisgrenzen. In neun Bundesländern gilt ein Beherbergungsverbot - heißt: Betreiber von Hotels, Herbergen, Ferienwohnungen und Campingplätzen dürfen keine Cloppenburger mehr aufnehmen. Anwesende Gäste müssen nach Hause geschickt werden. Das Land Schleswig-Holstein wird voraussichtlich außerdem den Landkreis Cloppenburg zum Risikogebiet erklären. Einreisende unterliegen dann quasi den selben Auflagen, wie sie für Reisende, die aus ausländischen Risikogebieten kommen, gelten - inklusive einer 14-tägigen Quarantäne.

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