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Krankenhäuser senden medizinische Geräte in die Ukraine

Der Chirurg Dr. Oleksi Siedakov und sein Team haben die Spenden abgeholt. Über Prag sollen sie nun zu Hospitälern im Kriegsgebiet gebracht werden.

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Kurz vor dem Transport nach Prag: (von rechts), Matthias Heitmann (Geschäftsführer SES-Logistikzentrum), Martin Pohlmann (Geschäftsführer Krankenhaus Damme), Thomas Meyer (Geschäftsführer Krankenhaus Lohne), Aloys Muhle (Geschäftsführer Krankenhaus Vechta), Oleksii Siedakov (Karls-Universität Prag) sowie Ulrich Pelster (3. von links; Vorsitzender SES), Ralf Grüter (2. von links; Leiter SES Logistikzentrum) und Jana Mankifska (Mitarbeiterin SES-Logistikzentrum). Foto: Thomes

Kurz vor dem Transport nach Prag: (von rechts), Matthias Heitmann (Geschäftsführer SES-Logistikzentrum), Martin Pohlmann (Geschäftsführer Krankenhaus Damme), Thomas Meyer (Geschäftsführer Krankenhaus Lohne), Aloys Muhle (Geschäftsführer Krankenhaus Vechta), Oleksii Siedakov (Karls-Universität Prag) sowie Ulrich Pelster (3. von links; Vorsitzender SES), Ralf Grüter (2. von links; Leiter SES Logistikzentrum) und Jana Mankifska (Mitarbeiterin SES-Logistikzentrum). Foto: Thomes

Ein weiter Weg liegt hinter ihm; ein noch weiterer vor ihm: Am Mittwochabend um 21.18 Uhr ist Dr. Oleksii Siedakov nach einer langen Fahrt am Logistikzentrum der Schwester-Euthymia-Stiftung (SES) in Langförden angekommen. Der gebürtige Ukrainer hatte sich am Morgen mit zwei Helfern aus Prag auf den Weg gemacht, um eine ganz spezielle Spende aus dem Oldenburger Münsterland abzuholen.

Konkret handelt es sich dabei um Instrumente für die schnelle Stabilisierung von Knochenbrüchen, sogenannte Fixateure, die aktuell besonders dringend in der Ukraine gebraucht werden. Aber auch Überwachungsmonitore, Vakuum-Pumpensysteme, Blutstillauflagen und viele weitere Medikamente und Materialien sind in den Kisten der SES eingepackt. „Ich bin sehr, sehr dankbar für diese Spende, denn es ist sehr schwierig, an so spezielle Instrumente zu gelangen“, sagt Siedakov, während die Kisten in den Transporter geladen werden.

Über ein Zentrum in Prag wird die Hilfe organisiert

„Der Tag, an dem die Attacken auf die Ukraine begannen, war grauenhaft. Ich war wie gelähmt“, erinnert sich Siedakov, der in Kiew groß geworden ist. Er habe nicht glauben können, was dort passiere. Doch aus der Starre heraus habe sich sein Wille entwickelt, unbedingt helfen zu wollen. „Dann haben wir uns in Prag organisiert: Mit vielen Menschen haben wir sehr schnell ein Koordinationscenter für die Hilfe in der Ukraine errichten können“, führt der Ukrainer fort.

„Diese Spenden werden dazu beitragen, Menschenleben zu retten.“Ulrich Pelster, Vorstandsvorsitzender der Schwester-Euthymia-Stiftung

Über einen Kontaktmann, der genau wie Siedakov selbst an der Karls-Universität in Prag arbeitet, habe er in Verbindung mit Ärzten aus dem Oldenburger Münsterland treten können. Hintergrund: Die Karls-Universität ist schon seit längerer Zeit durch eine Kooperation mit der SES verbunden. Bei der SES war man direkt bereit, Spenden für den Chirugen aus Kiew zu sammeln. "Diese Spenden werden dazu beitragen, Menschenleben zu retten", ist Ulrich Pelster, Vorstandsvorsitzender der SES, überzeugt. Innerhalb weniger Tage seien die medizinischen Geräte, die Instrumente und die Materialien von den vier Krankenhäusern in Vechta, Lohne, Damme und Cloppenburg zusammengestellt worden.

Weiteres Material wurde bestellt

Auch den Spendenaufruf der Stiftung hörten viele: Insgesamt konnten bisher laut Ulrich Pelster etwa 50.000 Euro (Stand: Donnerstagnachmittag) gesammelt werden. Gespendet hätten Bürgerinnen und Bürger, Firmen sowie Krankenhausmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut einer Mitteilung der SES wurde vom dem Geld weiteres Material bestellt, das in den kommenden Wochen geliefert und abgeholt werden soll. Ob Siedakov sich dann wieder selbst auf den Weg machen kann, weiß er noch nicht.

Noch ein kurzes Abendessen auf Einladung der SES – und für Siedakov und seine Helfer geht es direkt zurück. Zunächst werden die Hilfsmittel zum Koordinationscenter nach Prag gebracht. "Von dort aus fahren dann täglich vier bis fünf Busse über die Slowakei bis an die ukrainische Grenze", erklärt Siedakov. Freitag sollen die ersten Lieferungen in der Ukraine eintreffen. Das Endziel sei Kiew; sollte die Hauptstadt unerreichbar sein, werde ein anderer Ort im Kriegsgebiet angesteuert. Gebraucht werde die Hilfe überall. 

Die Menschen im Kriegsgebiet nicht vergessen

"Wir sind unglaublich dankbar, dass Herr Pelster und sein Team uns diese Spende möglich machen. Wir danken dem ganzen Oldenburger Münsterland“, freut sich Siedakov. Es sei wichtig, dass die Menschen in der Ukraine nicht vergessen werden. Sein Beitrag sei nicht wichtig. "Die Aufmerksamkeit gebührt meinen Landsmännern in der Ukraine und unserer Armee. Sie geben alles für die Verteidigung unseres Landes."

  • Info: Bankverbindung Spendenaktion der Schwester-Euthymia-Stiftung für Krankenhäuser in der Ukraine: Darlehnskasse Münster eG, IBAN DE16 4006 0265 0040 0901 00, BIC: GENODEM1DKM

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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