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Kontroverse um Straßensperrung in Steinfeld

Diskussion um die Kreuzung Bökenbergstraße/Kreuzung Diepholzer Straße: Ratsmitglied Heinrich Luhr macht dem Rathaus Vorwürfe wegen der Planung. Auch in sozialen Netzwerken gibt es Unmut.

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Bauarbeiten an der Bökenbergstraße: Bis Donnerstagmorgen soll die Baumaßnahme fertiggestellt werden. Foto: Timphaus

Bauarbeiten an der Bökenbergstraße: Bis Donnerstagmorgen soll die Baumaßnahme fertiggestellt werden. Foto: Timphaus

Kein Durchkommen momentan an der Kreuzung Bökenbergstraße/Diepholzer Straße in Steinfeld: Der Bereich ist derzeit zwecks Bauarbeiten für eine Woche in beide Richtungen gesperrt. In den sozialen Netzwerken macht sich derweil Unmut über die Nutzung von Schleichwegen breit. Und Heinrich Luhr, Fraktionsvorsitzender der UWG/SPD-Gruppe im Rat, kritisiert die generelle Umsetzung des Bauvorhabens durch die Gemeinde. 

In einer Facebook-Gruppe für Steinfeld beschreibt eine Anwohnerin der Straße "Hüttenland" die Auswirkungen der Sperrung für ihre Siedlung: Autofahrer würden "in einem Affentempo" sowie "ohne Rücksicht" durch das Hüttenland und dann weiter über einen "engen" Schotterweg fahren, obwohl es eine andere, offizielle Umleitung gebe. Diese sieht in der Tat einen anderen Weg vor: Sie führt die Verkehrsteilnehmer über die Straßen "Am Tiefen Weg" und "Zur Schemder Bergmark" zum Ortskern und umgekehrt.

Verkehrsbereich wird in beide Richtungen gesperrt

An der Kreuzung lässt die Gemeinde zur Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger eine gut 1,50 Meter breite Furt in roter Farbe neu bauen. Kosten: rund 34.000 Euro. Dafür müsse der Verkehrsbereich in beide Richtungen (sowohl in Richtung Osterfeine als auch in den Ortskern) gesperrt werden, teilte die Gemeinde mit.

Zweifel an dieser Darstellung hat der Ratsherr Heinrich Luhr von der UWG/SPD-Gruppe. "Die Sperrung hätte durchaus nur halbseitig erfolgen können", meint Luhr. So würde man die dortige Siedlung und den St.-Nikolaus-Kindergarten nicht vom Ortskern abschneiden, sagt er. Dem entgegnet Manuela Honkomp, Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld: "Die Berufsgenossenschaft hat zur Sicherheit der Straßenbauer eine ganzseitige Sperrung gefordert". Daher sei eine einseitige Sperrung "leider" nicht möglich gewesen, sagt Honkomp auf Anfrage von OM online. Zudem wären die Anwohner und der Kindergarten im Vorfeld informiert worden.

"Warum wird so etwas nicht mitten in den Ferien durchgeführt, wo weniger Verkehr ist?"Heinrich Luhr, Fraktionsvorsitzender der UWG/SPD-Gruppe im Steinfelder Rat

Weiter kritisiert Luhr, dass die ausgeschilderte Umleitung nicht geeignet sei. "Da fährt man über Feldwege und einspurige Straßen", moniert er. Zurzeit sei die Straße zwar in einem passablen Zustand. "Wenn es aber noch mehr regnet, sieht das schnell anders aus". Und auch den Zeitpunkt der Baumaßnahme kann das Ratsmitglied nicht nachvollziehen: "Warum wird so etwas nicht mitten in den Ferien durchgeführt, wo weniger Verkehr ist?"

Honkomp entgegnet, dass die Sperrung nur bis Freitagmorgen bestehe, sodass der Verkehr während der Schulzeit nur an zwei Tagen beeinträchtigt sei. Corona-bedingt wäre es schwierig gewesen, überhaupt eine Baufirma zu bekommen, der Termin wurde dann vorgegeben. Sie sei selber Anwohnerin der betroffenen Straße und bittet um Verständnis. Denn die nächste geeignete Umleitung wäre eine deutlich längere Variante über Osterfeine gewesen, erklärt die Verwaltungschefin. Außerdem bessere der Bauhof die Straße täglich mit Schotter nach, sodass die Strecke mit Pkw ordentlich befahren werden könne.

Luhr hätte sich Diskussion im Rat gewünscht

Ein Dorn im Auge ist dem Steinfelder Ratsmitglied Luhr zudem der Umgang mit dem Bauvorhaben im Rat. "Das Thema hätte im Bauausschuss diskutiert werden müssen". Das sei nicht passiert, stattdessen hätte die Gemeinde den Beschluss nur im Verwaltungsausschuss bekannt gegeben, berichtet Luhr. Außerdem fragt er sich, wie die Rettungsfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdiensten über die Feldwege fahren sollen. "Hinzu kommt, dass die Feuerwehr Steinfeld von der Gemeinde nicht mal über die Sperrung informiert worden ist", erzählt Luhr aus Gesprächen mit Kameraden der Feuerwehr.

"Die Feuerwehr ist vergangene Woche die Umleitung abgefahren."Manuela Honkomp, Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld

Honkomp macht deutlich, dass diese Darstellung nicht korrekt ist: "Die Feuerwehr ist vergangene Woche die Umleitung abgefahren". Die Sperrung sei vom Landkreis genehmigt, deswegen wurde die Feuerwehr von der Leitstelle über die Sperrung informiert. "Danach haben wir uns noch persönlich abgestimmt", berichtet Honkomp. Die Feuerwehr werde bei einem Einsatz eine andere Route nutzen. Bezüglich Luhrs Vorwurf, das Thema wäre nicht im Bauausschuss behandelt worden, sagt Honkomp: "Es handelt sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung". Bei solch einer Renovierungs- bzw. Unterhaltungsmaßnahme sei eine solche Diskussion im Rat nicht notwendig.

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