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Königsblaue Nostalgie am Schützenplatz

Stürmerlegende Klaus Fischer sprach beim Schalker Fanclubtreffen in der Schützenhalle Damme-Glückauf über den Bundesligaabschied seiner Mannschaft.

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Gruppenbild mit Klaus Fischer: Die Schalke Freunde Damme freuten sich über den Gast. Foto: Oevermann

Gruppenbild mit Klaus Fischer: Die Schalke Freunde Damme freuten sich über den Gast. Foto: Oevermann

Der Stachel des Bundesligaabstiegs sitzt bei den königsblauen Fußballfans immer noch tief. Das merkte man auch der Stürmerlegende des FC Schalke 04, Klaus Fischer, in der Glückaufer Schützenhalle an. Die Schalke Freunde Damme waren die Gastgeber eines Fanclubtreffens des „Bezirks 12“. 32 Fanclubs aus dem nordwestdeutschen Raum sind in dem Bezirk organisiert. Viermal im Jahr koordinieren sich die Fanclubs bei ihrer Unterstützung des nach Mitgliedern zweitgrößten Fußballvereins Deutschlands. Einen passenderen Veranstaltungsort hätten die Schalke Freunde Damme dabei wohl kaum finden können als in der Dammer Bergarbeitersiedlung. Denn noch heute heißt es in der Arena des selbsternannten Bergarbeiterclubs „Glückauf“.

Mit in Damme dabei: der dritterfolgsreichste Torjäger in der Geschichte der Bundesliga. Klaus Fischer stelle sich den Fragen der leidgeprüften Schalker-Fans und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, hierherzukommen. Ihr fahrt nach Schalke, also haben wir auch die Pflicht, überall hinzufahren“, sagte Fischer. In seinen 295 Bundesligaspielen für die „Knappen“ erzielte der gebürtige Bayer 182 Tore. Ihm bereite der Kontakt mit den Fans viel Freude, denn Fußball ohne Fans sei nichts.

Er selbst war bei den zahlreichen Geisterspielen der vergangenen coronageprägten Spielzeit im Stadion. Diese Atmosphäre möchte der für seine Fallrückzieher bekannte Stürmer nicht noch einmal erleben. Aber nicht nur die fehlende Stimmung habe ihm wenig Freude bereitet, noch weniger waren es die fußballerischen Darbietungen der „Königsblauen“.

"Wir sind zu Recht aus der Bundesliga abgestiegen." Klaus Fischer, Stürmerlegende des FC Schalke 04

„Wir sind zu Recht aus der Bundesliga abgestiegen. Wir haben einfach viel zu viele Fehler gemacht“, so Fischer. Einer dieser Fehler war die aus seiner Sicht „katastrophale“ Einkaufspolitik des Vereins und der sportlichen Führung. Zudem kritisierte er die vielen Trainer-Fehlgriffe. Vor allem Christian Gross bekam sein Fett weg. „Ein Trainer, der nicht einmal die Namen seiner eigenen Spieler kennt, das war wirklich die Höhe“, wurde Fischer deutlich.

Hoher Besuch in Damme: Reinhard Delze“ Meyer, Rainer Leson, Robert Kutte“ Diekmann, Claudia Spitthoff sowie Reiner Sievert durften Klaus Fischer (Dritter von links) begrüßen. Foto: OevermannHoher Besuch in Damme: Reinhard „Delze“ Meyer, Rainer Leson, Robert „Kutte“ Diekmann, Claudia Spitthoff sowie Reiner Sievert durften Klaus Fischer (Dritter von links) begrüßen. Foto: Oevermann

Der erfolgreichste Torjäger des Vereins bedauerte es zudem, dass der in der Fanszene kontrovers diskutierte Clemens Tönnies im Verein nichts mehr bewirken dürfe. „Dass wir den Clemens Tönnies mit all seinen Kontakten und Möglichkeiten vom Hof gejagt haben, bedauere ich wirklich sehr“, so Fischer. Die finanzielle Misere des Vereins habe aus seiner Sicht nicht alleine er zu verantworten gehabt.

Nun gelte es aus der selbst verursachten Situation wieder herauszukommen. Dieses Unterfangen sei jedoch schwer, dies beweise der Hamburger SV. „Den Fußball der zweiten Liga brauche ich wirklich nicht lange“, gestand Fischer. Doch er bezweifelte, dass die aktuelle Mannschaft stark genug für die Bundesliga sei. „Wir haben so viele Fans in Deutschland, die haben es verdient, dass wir in der Bundesliga und eigentlich auch international spielen“, so Fischer. Letzteres sei für ihn in naher Zukunft jedoch unvorstellbar. Egal was passiere, er bleibe jedoch für sein Leben lang Schalker. „Einmal Schalker, immer Schalker. Das ist wirklich so“, so der selbsternannte Bayer im Ruhrgebiet.

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