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Kommunen freuen sich über Finanzspritze aus Hannover

Die Fördergelder stammen aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“. Jeweils 755.000 Euro gehen an Cloppenburg, Vechta und Lohne, weitere Gemeinden und Städte bekommen 345.000 Euro.

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Geld für die Innenstädte: Mehrere Städte und Gemeinden bekommen eine finanzielle Unterstützung zur Belebung der Innenstädte. Symbolfoto: Hermes

Geld für die Innenstädte: Mehrere Städte und Gemeinden bekommen eine finanzielle Unterstützung zur Belebung der Innenstädte. Symbolfoto: Hermes

Über eine Finanzspritze des Landes Niedersachsen freuen sich mehrere Städte und Gemeinden aus dem Oldenburger Münsterland. Insgesamt fließen 5,37 Millionen Euro in die beiden Landkreise, das Geld stammt aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“. 

Davon können die Städte Cloppenburg, Vechta und Lohne jeweils 755.000 Euro abrufen. An die Gemeinden Barßel, Emstek, Garrel, Steinfeld, die Städte Friesoythe, Löningen, Damme und Dinklage sowie den Verbund Bakum/Goldenstedt/Visbek fließen jeweils bis zu 345.000 Euro. 

Insgesamt hat die Landesregierung 207 Förderbescheide in einer Gesamthöhe von 117 Millionen Euro aus EU-Coronahilfen verschickt. „Ich bin damit mehr als zufrieden, denn wir konnten die Anträge sogar noch schneller als gedacht auf den Weg bringen“, sagte Niedersachsens Regionalministerin Birgit Honé. Die Kommunen hätten trotz des hohen Zeitdrucks solide und kreative Konzepte vorgelegt. 

Konkrete Vorschläge werden nun erarbeitet 

Barßel: Bürgermeister Nils Anhuth kann noch nicht sagen, wofür die Gemeinde das Geld verwenden wird. Im Antrag hatte die Verwaltung mehrere Ideen skizziert, darunter Projekte zur innerörtlichen Mobilität, wie etwa zusätzliche E-Bike-Ladestationen, einen digitalen Marktplatz für Barßeler Geschäfte in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handels- und Gewerbeverein oder auch Maßnahmen, um die Aufenthaltsqualität im Ortskern zu verbessern. „Da werden wir jetzt konkrete Maßnahmen entwickeln und dann der Politik zur Entscheidung vorlegen“, sagt Anhuth.

Garrel: Wie Bürgermeister Thomas Höffmann auf Nachfrage sagte, sei das Geld für die Aufwertung des Innenbereichs an der Hauptstraße zwischen den beiden Versorgungszentren bestimmt. Es soll für „Verschönerungsmaßnahmen“ eingesetzt werden. Vorstellbar sei, dass man durch Sitzbänke und zusätzliche Bäume die Aufenthaltsqualität steigere. Laut Höffmann wolle man sich verwaltungsintern beratschlagen und dann den Handels- und Gewerbeverein mit einbinden.

Steinfeld: Genauere Planungen können nun auch in der Gemeinde erfolgen. Eingesetzt werden kann das Geld zum Beispiel für ein Leerstandsmanagement, Förderung von Start-ups, Verbesserung des Fußgänger- und Radverkehrs, aber auch für die Aufenthaltsqualität im Ort. „Wir freuen uns über die Förderzusage und können nun mit den Planungen für konkrete Einzelvorhaben im zentralen innerörtlichen Bereich beginnen“, so Bürgermeisterin Manuela Honkomp.

Dinklage: 345.000 Euro gehen nach Dinklage. Unter anderem solle von dem Geld mit der Dinklager Bürgeraktion zusammen eine City-Managerin oder ein Manager finanziert werden, sagt Ansgar Westermann von der Stadt Dinklage. Weitere Idee gebe es, die müssten aber noch im Detail besprochen werden. Ein Teil des Geldes sei für Klimaschutzprojekte reserviert. Allerdings gebe es auch hier noch keine abschließende Festlegung, schreibt Westermann.

Friesoythe: Die Stadt hat bei der Antragstellung auf Ideen zurückgegriffen, die bereits im Zuge der Innenstadtsanierung erörtert wurden. „Ganz wichtig ist, dass wir das Element Wasser in der Innenstadt erlebbar machen“, sagt Bürgermeister Sven Stratmann. Er verweist darauf, dass die Maßnahmen in den Gremien besprochen und erste Anträge bis zum 31. März eingereicht werden müssen. Viel Zeit bleibe daher nicht.

Verbund Bakum/Goldenstedt/Visbek: „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Goldenstedt und Visbek war sehr zielgerichtet und nun von Erfolg gekrönt, eben ein Musterbeispiel an interkommunaler Zusammenarbeit“, sagt Bakumer Bürgermeister Tobias Averbeck und zeigt sich wie seine Amtskollegen Alfred Kuhlmann (Goldenstedt) und Gerd Meyer (Visbek) hocherfreut über die „Finanzspritze“. Mit dem Geld sollen die Ortskerne der drei Gemeinden gestärkt und die Einzelhändler unterstützt werden, lassen die drei Bürgermeister wissen.

Vechta: Die Stadt Vechta kann insgesamt 775.000 Euro aus dem Fördertopf abrufen. Durch die Verwirklichung eines noch zu erarbeitenden Masterplans sollen "wichtige Impulse" für die Innenstadt gesetzt werden. In einem ersten Schritt sei die Befragung von Bürgern und Unternehmen vorgesehen.

Lohne: Die Stadt Lohne erhält laut Förderbescheid ein virtuelles Budget in Höhe von 755.000 Euro. "Ab Mitte Oktober können wir im Rahmen dieses Budgets bei der NBank Förderanträge für Einzelvorhaben stellen. Alle Projekte müssen bis spätestens 31. März 2023 abgeschlossen sein", erklärt Christian Tombrägel von der Stadtverwaltung. Die Stadt habe verschiedene Projektideen, die aber alle noch zunächst politisch beraten werden müssten. Zentrales Anliegen werde sein, einen echten Frequenzbringer im Haus Rießelmann anzusiedeln. Vorschlag der Verwaltung sei es, in dem Gebäude in der Marktstraße einen hochwertigen Indoor-Spielplatz einzurichten – mit Kletter-, Hangel- und Balanciermöglichkeiten, einem Sandkasten oder beispielsweise einer Rutsche über 2 Etagen. 

Projektende ist für den März 2023 festgelegt 

Die Projekte müssen in Höhe von mindestens 10 Prozent der förderfähigen Kosten durch Eigenmittel finanziert werden. Nach weiteren Angaben des Landes darf die Förderung nicht an Dritte weitergegeben werden, beispielsweise in Form von Rabatten und Gutscheinen.

„Die Uhr tickt nicht nur mit Blick auf das Projektende im März 2023, sondern auch für die Innenstädte. Corona hat bei vielen innerstädtischen Entwicklungen wie ein Brandbeschleuniger gewirkt“, so die Ministerin weiter. Die Anträge zeigten, dass sich die Städte der Entwicklung stellen und auch in Zukunft Magnete für das umliegende Land bleiben wollen.

Talke Hinrichs-Fehrendt freute sich über die hohe Beteiligungs- und Erfolgsquote der Kommunen: „Über 90 Prozent der Region Weser-Ems haben sich beworben und zugleich den Zuschlag erhalten", erklärte die stellvertretende Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems. Dies sei ein wichtiges Signal für den Erhalt von attraktiven Innenstädten und Ortszentren, die Mittel seien dabei ein wichtiger Baustein.

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