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Kommt in diesem Jahr das Christkind? #Geschenkewahnsinn

Kolumne: Irgendwas mit # – In den Sozialen Medien hieß es letzte Woche: Kauft eure Weihnachtsgeschenke jetzt, sonst kommen sie vielleicht nicht mehr rechtzeitig an. Doch wie wichtig ist Materielles?

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„Habt ihr schon alle Geschenke?“ In meiner Familie stellen wir uns diese Frage meist wenige Tage vor Weihnachten. Die Antwort ist eigentlich immer dieselbe: Nein. Nicht selten sind wir in der Vergangenheit noch an Heiligabend unterwegs gewesen, um die letzten Besorgungen zu machen. (Last-Minute-Christmas-Shopping kann ich übrigens jedem empfehlen, der am Vormittag des 24. nichts zu tun hat. Es ist der wahrscheinlich einzige Tag in der Weihnachtszeit, an dem man sich nicht mit viel zu vielen Menschen in den Geschäften durch die Gänge drängeln muss.)

Aber gut, vielleicht fragen Sie sich grade, warum ich mitten im Oktober eine Kolumne zum Thema Weihnachten schreibe. Auslöser war eine Nachricht in der vergangenen Woche: Verschiedene Hersteller haben vor möglichen Lieferengpässen in der nächsten Zeit gewarnt. Vor allem im Elektronik- und Modehandel könnten Regale beziehungsweise Kleiderstangen leer bleiben. In Sozialen Netzwerken hieß es schon: Bestellt eure Weihnachtsgeschenke am besten jetzt, sonst kommen sie vielleicht nicht rechtzeitig an.

"Bleibt zu hoffen, dass diese Nachricht nicht die nächste Corona-Paketflut auslöst." Joanna Abou Boutros 

Bleibt zu hoffen, dass diese Nachricht nicht die nächste Corona-Paketflut auslöst. Und dass die Menschen nicht wie irre die Geschäfte stürmen, um Smartphones und Kühlschränke zu bunkern, die sie dann zwischen Nudel-, Mehl- und Klopapierresten im Keller verstauen.

Wie schön wäre es, wenn diese Nachricht eine ganz andere Reaktion in uns hervorrufen würde. Nämlich: Den Geschenkewahnsinn zu reduzieren oder vielleicht mal komplett darauf zu verzichten. Jetzt, in der Pandemie-Zeit, in der vieles so viel wichtiger geworden ist als das Materielle, sollte das doch eigentlich nicht schwierig sein, oder?

Klar ist Schenken etwas Schönes und Geschenke bekommen auch. Aber wie oft geben wir Geld für Dinge aus, die wir gar nicht brauchen? Manchmal verschenken wir Sachen, von denen wir nicht wissen, ob sie unseren Freunden überhaupt gefallen. Wir tun es trotzdem. Warum? Weil's alle tun und es irgendwie zum Fest dazugehört? Eigentlich absurd.

Aber es gibt durchaus andere Möglichkeiten, um seinen Liebsten eine Freude zu bereiten. Zum Beispiel: Das Geschenkebudget an die Seite legen und mit dem Geld früher oder später gemeinsam was unternehmen – ein Restaurant- oder Kinobesuch, vielleicht auch ein Tagesausflug. Und wer nicht auf Materielles verzichten kann, kann sein Geld dort lassen, wo ein Teil der Einnahmen gespendet wird. Das letzte Geschenk, das mir ein Freund gemacht hat, war ein Jutebeutel. Praktisch. Cool. Und: von Reporter ohne Grenzen. Der Menschenrechtsorganisation, die sich für den Schutz von Journalisten einsetzt. Definitiv ein Geschenk mit Sinn. #Danke


Zur Person:

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