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Kolpingsfamilie Steinfeld feiert 100. Geburtstag

Anlässlich des Jubiläums findet ein Festhochamt in der Kirche St. Johannes Baptist statt. Eine große Zeremonie ist aufgrund der Corona-Lage nicht möglich. Theo Wegener hat zudem eine Chronik erstellt.

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Der Vorstand der Kolpingsfamilie Steinfeld: (von links) Präses und Pfarrer Christian Wölke, Vorsitzender Paul Höne, August Burke (Leiter Männergruppe), Vizepräses Theo Wegener, Manfred Grabber (Leiter Sachgruppe Kultur und Freizeit) und Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender Paul Haskamp. Es fehlen Margret Honkomp (Leiterin Frauengruppe) und Kassierer Martin Scholz. Foto: Höne

Der Vorstand der Kolpingsfamilie Steinfeld: (von links) Präses und Pfarrer Christian Wölke, Vorsitzender Paul Höne, August Burke (Leiter Männergruppe), Vizepräses Theo Wegener, Manfred Grabber (Leiter Sachgruppe Kultur und Freizeit) und Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender Paul Haskamp. Es fehlen Margret Honkomp (Leiterin Frauengruppe) und Kassierer Martin Scholz. Foto: Höne

Adolph Kolping war ein bedeutender Sozialreformer. Papst Johannes Paul II. sprach den Priester 1991 selig. Aus Kolpings Idee katholischer Gesellenvereine entwickelte sich eine weltweite Bewegung. Das daraus hervorgegangene Kolpingwerk hat heute etwa 400.000 Mitglieder in rund 7300 Kolpingsfamilien in 61 Ländern. 

Einer dieser Vereine ist die Kolpingsfamilie Steinfeld, die 2021 ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich des Jubiläums hat Vizepräses Theo Wegener eine Chronik erstellt, die alle derzeit 82 Mitglieder samt eines kleinen Präsents erhalten. Aufgrund der pandemischen Lage verzichtet die Kolpingsfamilie auf eine große Feier. Am 5. Dezember (Sonntag) findet allerdings um 10.15 Uhr ein Festhochamt in der Kirche St. Johannes Baptist statt, in dessen Rahmen auch die Jubilare von Präses und Pfarrer Christian Wölke geehrt werden.

Zwei Männer, die der Kolpingsfamilie Steinfeld seit Jahrzehnten treu sind, heißen Paul Haskamp und Paul Höne. Haskamp ist seit 1963 Mitglied des Vereins. Von 1975 bis 1995 war er dessen Vorsitzender. Höne gehört der Kolpingsfamilie seit 1966 an. Als Haskamps Nachfolger führte er den Verein nunmehr seit 26 Jahren.

Kolpingsfamilie gründete sich als katholischer Gesellenverein

"Knapp 60 Jahre haben wir viele schöne Stunden und Feiern im Kreise der Kolpingsfamilie verbracht", resümiert Haskamp. Zu Hochzeiten versammelten sich die Kolpinger beinahe jede Woche. Das Kolpinghaus war ein echter Anlaufpunkt, nicht nur für die Mitglieder des Vereins. Die Kolpingbälle gehörten zu den herausragenden gesellschaftlichen Höhepunkten der Gemeinde. 

Die Kolpingsfamilie Steinfeld gründete sich im September 1921 als katholischer Gesellenverein in der Gastwirtschaft Deters. Schnell gelangte die junge Organisation zu Ansehen und Anerkennung innerhalb der Bevölkerung. Mit Kriegsbeginn am 1. September 1939 kam die Arbeit des Gesellenvereins zum Erliegen. 

Der Kolpingsfamilie Steinfeld fehlt der Nachwuchs

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die heutige Kolpingsfamilie schnell wieder ihre Vereinsarbeit – vor allem im Umfeld der Pfarrei St. Johannes Baptist – auf. Sie entwickelte sich zu einem wichtigen Impulsgeber und Motor des kirchlichen, aber auch kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Steinfeld. Davon zeugen unter anderem die Theatergruppe, das Frauenfrühstück oder das Kolpingorchester.

So wurden die Gedanken und Anregungen Adolph Kolpings von Generation zu Generation weitergegeben. Heute überwiege wahrscheinlich das Gesellige, die Gemeinschaft, sagt Haskamp auf die Frage, was die Kolpingsfamilie ausmacht. Höne weist darauf hin, dass die Kolpinger als Lektoren, Kommunionhelfer oder Krippenbauer weiterhin wichtige Aufgaben in der Pfarrei übernehmen.

Gleichwohl ist beiden Steinfeldern schmerzlich bewusst, dass die Bedeutung der Kolpingsfamilie in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat. Es fehlt schlicht der Nachwuchs. Corona hat die Lage nicht verbessert. "Das war ein Schlag ins Kontor", sagt Höne. "Irgendwann haben wir den Faden verloren", meint indes Haskamp, verweist gleichzeitig aber auf Orte wie Rüschendorf oder Bakum, in denen die Kolpingsfamilien weiterhin einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum dörflichen Leben leisteten.

Schriften Adolph Kolpings sind noch heute aktuell

2022 will die Kolpingsfamilie Steinfeld wieder durchstarten. Der 100. Geburtstag könnte eine gute Gelegenheit sein, um ein weiteres Mal den Geist des Sozialreformers zu leben und daraus neue Kraft zu schöpfen. Denn Haskamp stellt fest: "Die Schriften Adolph Kolpings lassen sich eins zu eins auf die heutige Gesellschaft übertragen."

  • Info: Das Festhochamt anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kolpingsfamilie Steinfeld beginnt am 5. Dezember (Sonntag) um 10.15 Uhr in der Kirche St. Johannes Baptist.

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