Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Knolle im Kreislauf: Markhauser Kinder pflanzen, ernten und essen Kartoffeln

Die im Frühjahr angebauten Belanas sortierten die Mädchen und Jungen der Grundschule am Markatal nun mit dem Heimatverein. Danach folgte ein leckeres Kartoffelpufferessen.

Artikel teilen:
Kräftig an der Kurbel: Die kleine Iga lässt die Belanas auf dem Rost des Kartoffelweihers tanzen. Heimatvereinschef Theo Siemer (links) motiviert die fleißigen Helfer. Foto: Wimberg

Kräftig an der Kurbel: Die kleine Iga lässt die Belanas auf dem Rost des Kartoffelweihers tanzen. Heimatvereinschef Theo Siemer (links) motiviert die fleißigen Helfer. Foto: Wimberg

„Noch nicht gefrühstückt?“ Mit flottem Spruch spornte Theo Siemer seine jungen Helfer an, die Kurbel des Kartoffelweihers kräftig zu drehen. Einfach auf einen Knopf drücken ist beim historischen Gerät nicht möglich, stattdessen ist Handarbeit gefragt. Und die überließ der Vorsitzende des Markhauser Heimatvereins gerne den Kindern der Grundschule am Markatal, die sich auch nicht zweimal bitten ließen und Schlange standen.

Jeder durfte mal ran, um die erntefrischen Belanas über einen Rost tanzen zu lassen, bevor sie in einen Bottich fielen. Die Zweitklässler hatten sie mit dem Heimatverein neben Blühwiese und Mais selbst auf dem Schulacker gepflanzt und die Knollen nach rund drei Monaten wieder aus der Erde geholt. Nach der Lagerung folgte nun das folgerichtige Finale: sortieren, zubereiten und verspeisen.

Die kleinen Kartoffeln wanderten zu den Schweinen, die mittleren sind Saatkartoffeln und die großen wurden zur Gehlenborgschen Scheune transportiert, wo ein Kartoffelpufferessen geplant war.

In der Gehlenborgschen Scheune: Bernd Berssen, Elisabeth Kösjan und Rita Lichtenstein brutzeln die Puffer in der Riesenpfanne. Foto: WimbergIn der Gehlenborgschen Scheune: Bernd Berssen, Elisabeth Kösjan und Rita Lichtenstein brutzeln die Puffer in der Riesenpfanne. Foto: Wimberg

Heimatfreunde wollen Kinder für Natur sensibilisieren 

Kinder für die Natur und landwirtschaftliche Erzeugnisse sensibel zu machen, ist den Heimatfreunden wichtig. "Damit sie wissen, dass Lebensmittel nicht nur aus dem Supermarkt kommen", betonte Theo Siemer im Beisein seiner Vorstandskollegen Gerd Gehlenborg und Günther Geuter.

Rita Lichtenstein und Elisabeth Kösjan, die die Führungsetage komplettieren, machten sich derweil unter den Augen der Schüler ans Schälmesser. Per Reibe zauberten ihre Schützlinge dann viele kleine Schnipsel, die mit Ei zu einer Masse verrührt und mit Muskat gewürzt wurden. "Und wozu ist die Zitrone da?" "Damit die Kartoffeln nicht anlaufen und jetzt schon braun werden." Denn das sollen sie ja erst in der 85 Kilo schweren Riesenpfanne, eine Leihgabe der Jugendfeuerwehr.

Schüler servieren Festessen

Bernd Berssen feuerte sie an und als das Öl heiß war, brutzelten wenig später die Puffer so lange darin, bis sie schön knusprig waren. Serviert wurde das Festessen mit von den Schülern und ihrer Klassenlehrerin Katharina Schwiering selbstgemachtem Apfelmus.

Lecker: Joselin und Fenja probieren die ersten Puffer mit Apfelmus. Foto: WimbergLecker: Joselin und Fenja probieren die ersten Puffer mit Apfelmus. Foto: Wimberg

Vom Duft magisch angezogen, wurde auch der Schulleiter. "Herr Eilermann ist auch gekommen", stellte Fenja schnell fest. "Ja, Lehrer haben auch Hunger", wusste Joselin, während Rita Lichtenstein die ersten Puffer aus der Pfanne holte. "Lecker", lautete das einstimmige Fazit der kleinen aber auch großen Gäste am geschichtsträchtigen Ort.

Die Fachwerkscheune mit Reeteindeckung von 1651 wurde Anfang der 1990er Jahre vor dem Zerfall gerettet. Seitdem dient das Denkmal als kleines Museum, das Fahrradtouristen und Spaziergänger eine Anlaufstelle zum Verweilen bietet. Darüber hinaus treffen sich auch Vereine „Zum Eleonorenwald“, die sich zum Teil im Innern auf Stellflächen vorstellen. Der Heimatverein informiert über die Historie und die aufwändigen Sanierungsarbeiten.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Knolle im Kreislauf: Markhauser Kinder pflanzen, ernten und essen Kartoffeln - OM online