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Klinkenputzen gefragt: Thüler Kirche muss für 300.000 Euro saniert werden

Der kleine Ort hat Großes vor: Zum 100. Kirchweih-Jubiläum soll das St.-Johannes-Baptist-Gotteshaus wieder strahlen. Die Initiatoren stellen das Projekt vor und klingeln danach an allen Türen.

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Stellen das Projekt Kirchensanierung vor (von links): Antonius Rolf-Wittlake (Bauausschuss), Pfarrer Christoph Winkeler, Elisabeth Westendorf (Gemeindeausschuss) und Georg Glup (Förderverein). Foto: Wimberg

Stellen das Projekt Kirchensanierung vor (von links): Antonius Rolf-Wittlake (Bauausschuss), Pfarrer Christoph Winkeler, Elisabeth Westendorf (Gemeindeausschuss) und Georg Glup (Förderverein). Foto: Wimberg

Sie bietet Raum für Feierlichkeiten, für Freude und Trost. Jetzt benötigt sie selbst Beistand und Hilfe: „Unsere Kirche muss im Dorf bleiben“ lautet das Motto, mit dem Gemeinde- und Bauauschuss auf Spendentour gehen wollen, um das St.-Johannes-Baptist-Gotteshaus wieder instand zu setzen und strahlen zu lassen. „Ein großes Anliegen, bei dem wir das ganze Dorf brauchen“, betonte Antonius Rolf-Wittlake.

Als Mitglied des Bauausschusses und des Kirchenausschusses der Friesoyther St.-Marien-Gemeinde äußert er sich jedoch ebenso wie seine Mitstreiter Elisabeth Westendorf (Gemeindeausschuss) und Georg Glup, Vorsitzender des 2015 eigens für die Kirche gegründeten Fördervereins, zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingt. Zeitlich sind die Pläne eng getaktet: Zum 100. Kirchweih-Jubiläum, das Pfingsten 2022 gefeiert wird, sollen die Arbeiten spätestens abgeschlossen sein.

300.000 Euro wurden für die Sanierungsarbeiten veranschlagt

Das Investitionsvolumen ist für den knapp 1000-Einwohner-Ort beträchtlich. Rund 300.000 Euro wurden für die dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten insgesamt kalkuliert. Rund 70.000 Euro übernimmt das Offizialat, die verbleibenden 230.000 Euro müssen die Thüler selbst schultern. Abgezogen werden können davon 40.000 Euro, die aus dem Topf des Fördervereins stammen.

Defekte Heizung: Die Flecken am zum Teil maroden Mauerwerk sind gut zu erkennen. Foto: WimbergDefekte Heizung: Die Flecken am zum Teil maroden Mauerwerk sind gut zu erkennen. Foto: Wimberg

„Wie ein roter Faden“, so Rolf-Wittlake, ziehen sich die Mängel durch die Kirche. Die defekte Heizung hat dafür gesorgt, dass schwarze Schlieren und Flecken am zum Teil maroden Mauerwerk nicht mehr zu übersehen sind. Die Technik muss in den Blick genommen werden und mittlerweile gibt es 3 verschiedene Sorten an Beleuchtung, die von Grund auf erneuert werden muss. Die Lautsprecheranlage entspricht nicht mehr den Anforderungen, die Akustik ebenfalls nicht. Der gesamte Innenraum erhält einen neuen und frischen Farbanstrich, die Orgel wird renoviert und ein Podest in der oberen Etage gerichtet. Nicht zuletzt soll das Taufbecken mit Namenspatron aus einer Ecke an eine zentrale Stelle rücken.

Dass sich die Thüler mit ihrer Kirche identifizieren, erklärte Georg Glup und sieht die Bevölkerung in der Pflicht, das Gebäude für die nachfolgenden Generationen zu sichern. Elisabeth Westendorf informiert über die erste öffentliche Präsentation am kommenden Sonntag, 11. Juli, nach dem Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt.

Erbaut wurde die Thüler Kirche 1921

Auf dem Kirchenvorplatz laden die Verantwortlichen zum Frühschoppen sowie Kaffee und Kuchen ein und stellen das Projekt detailliert vor. Flyer sind gedruckt und zusätzlich wird ein Transparent aufgestellt. Dann heißt es Klinken putzen, damit sich die Kasse füllt. „Wir werden an allen Türen klingeln“, kündigt Rolf-Wittlake an und hofft auf Großzügigkeit und darüber hinaus auf Einwohner, die mit Hand- und Spanndiensten zur Verfügung stehen.

Als „ambitioniert, aber bemerkenswert“ bezeichnet Pfarrer Christoph Winkeler die Pläne. Das Interesse, sich für die Kirche einzusetzen, sei als grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung jedoch vorhanden.

Erbaut wurde die Thüler Kirche 1921, eingeweiht 1922 und erweitert 1952. 2021 sei nun das Jahr, um sich dem Erhalt des Gotteshauses anzunehmen. „Jetzt muss gehandelt werden, wenn wir hier auch in einigen Jahren noch Gottesdienste feiern wollen“, unterstreichen die Initiatoren mit Nachdruck und zeigen sich gleichzeitig überzeugt: „Wir werden das schaffen.“

Am Taufbecken: Gemeinsam mit der Johannes-Statue soll es an eine zentrale Stelle gerückt werden.Am Taufbecken: Gemeinsam mit der Johannes-Statue soll es an eine zentrale Stelle gerückt werden.

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