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Klinikdirektor aus Vechta führt Kardiologie im Cloppenburger Hospital

Dr. Achim Gutersohn leitet jetzt zwei Teams. Zwei zusätzliche Fachärzte verstärken die Cloppenburger Abteilung.

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Dr. Achim Gutersohn   Foto: © Timo Lutz ­Werbefotografie 

Dr. Achim Gutersohn   Foto: © Timo Lutz ­Werbefotografie 

Die verwaiste Führung der Kardiologie in Cloppenburg hat der Chef­arzt des Vechtaer St. Marienhospitals, Dr. Achim Gutersohn, übernommen. Als Klinikdirektor beider Standorte solle der Mediziner die Notfallversorgung in Cloppenburg ausbauen, erklärten der Cloppenburger Geschäftsführer Andreas Krone und die Schwester-Euthymia-Stiftung in einer Pressemitteilung .

Das Ziel in Cloppenburg bleibe, eine 24-Stunden-Bereitschaft zur Herzinfarktversorgung aufzubauen, betonten Krone und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ulrich Pelster. Gutersohn hat bereits zwei zusätzliche Fachärzte für das St.-Josefs-Hospital verpflichtet, eine Stelle in Vollzeit, die zweite in Teilzeit. Damit wird das Cloppenburger Team über drei Fachärzte verfügen. „Das sind die ersten und erfreulichen Ergebnisse der Tätigkeit des Klinikdirektors“, unterstrich Pelster.

Ob Cloppenburg nach der spektakulären Kündigung seines letzten Chefarztes irgendwann wieder einen eigenen Chefarzt erhalten wird oder die „Doppelführung“ auf Dauer angedacht ist, bleibt offen. Die Stellung von Gutersohn als Klinikdirektor lasse „Spielraum“ zu, meinte Pelster auf Nachfrage. Der Stiftungsvorsitzende, der zugleich das St. Marienhospital führt, betonte wie Krone, dass beide Fachabteilungen trotz der standortübergreifenden Koopperation eigenständig bleiben werden.

Ex-Chefkardiologe musste nach sechs Monaten gehen

Die Cloppenburger Klinik hatte im vergangenen Sommer ihren neuen Chefkardiologen nach nur sechs Monaten zum Ende der Probezeit gekündigt, ohne Angabe von Gründen. Das Herzkatheder-Labor für Untersuchungen und Behandlungen ohne invasive chirurgische Eingriffe lag brach. Notfälle und Untersuchungen wurden nach Vechta überwiesen.

Damit soll nun Schluss sein,versicherten die Verwaltungschefs einmütig. „Diese Leistungen werden in Cloppenburg erbracht“, versicherte Pelster – zunächst in der Regeldienstzeit, mit dem Aufbau einer 24-Stunden-Besetzung dann auch rund um die Uhr. Erst dann können Herzkranke in kritischem Zustand stationär in Cloppenburg aufgenommen werden. Wer eine Intensivüberwachung auch nachts benötigte, musste bislang in andere Krankenhäuser verlegt werden, zum Beispiel nach Vechta oder Oldenburg.

Dem Ziel einer 24/7-Versorgung sei das St.-Josefs-Hospital mit der Zusammenarbeit „deutlich näher gekommen“, betonte Pelster. „Zum Glück haben wir mit Dr. Gutersohn einen hervorragenden Kardiologen und Chef­arzt im Verbund, der sich dieser Herausforderung stellt“, sagte Pelster: „Genau diese Konstellationen sind die Stärken eines Verbundes.“ Gutersohn werde diesen Aufbau in die Wege leiten und „selbstverständlich auch persönlich in Cloppenburg präsent und tätig“ sein, hieß es. Wie oft und wie lange der Klinikdirektor in Cloppenburg arbeiten wird, teilten die Geschäftsführer nicht mit.

Pelster dementiert Eigeninteressen an Kardiologie-Führung

Ein Eigeninteresse des St. Marienhospitals an der Kooperation dementierte Pelster. „Dieser Schritt dient ausschließlich den Interessen des Krankenhauses Cloppenburg und der Versorgung der Patienten im Landkreis Cloppenburg“, meinte der Stiftungsvorsitzende. „Das ist eine Stärke des Verbundes, dass wir es so miteinander hinbekommen, eine Versorgung mit ortsnaher Notfallmedizin zu sichern“, sagte er.

Pelster unterstrich, dass auch er die seit Jahren geforderte Neurologie in Cloppenburg für zwingend erforderlich hält. Die Klinik kämpft darum, um die Versorgung von Schlaganfall-Patienten vor Ort leisten zu können. Der Geschäftsführer aus Vechta versicherte zugleich, im neuen geplanten Großklinikum zwischen Vechta und Lohne werde keine solche Abteilung angestebt.

Krone begrüßte die Lösung in der Pressemiteilung voll des Lobes. Mit Gutersohn komme ein kardiologischer Experte, der über langjährige Erfahrungen im gesamten Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin verfüge. Dieses Fachwissen komme nun den Patienten am St.-Josefs-Hospital zugute, ließ der Geschäftsführer verlauten.

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