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Klimaschutz: Wärme nicht ungenutzt lassen

Mit einem "Integrierten energetischen Quartierskonzept" sollen in Emstek feine Stellschrauben und große Hebel gefunden werden auf dem Weg zur CO₂-neutralen Gemeinde.

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Einsparpotenziale lassen sich in dem umrissenen Quartier an verschiedenen Stellen finden. Foto: Vorwerk

Einsparpotenziale lassen sich in dem umrissenen Quartier an verschiedenen Stellen finden. Foto: Vorwerk

Das Thema Klimaschutz ist nicht neu in der Gemeinde Emstek, doch jetzt geht man einen Schritt weiter. Vor rund zehn Jahren wurde dieser Bereich aufgegriffen und innerhalb der Gemeinde wurden von der Heizung über die Beleuchtung bis hin zur Dämmung Verbesserungspotenziale für Industrie, Handel und private Immobilienbesitzer ermittelt. Franz-Josef Rump, heutiger Leiter des Bauamtes, wurde dafür seinerzeit im Rahmen eines geförderten Projektes als Klimaschutzmanager eingestellt. Nun geht es mit einem „Integrierten energetischen Quartierskonzept“ weiter.

Entscheidungshilfen für Jahrzehnte

Das Quartierskonzept baut auf das Klimaschutzkonzept auf, meinte Wolfgang Jaske von der Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH aus Lingen bei der Vorstellung. Sein Büro begleitet das Projekt, dass Anfang 2022 abgeschlossen sein soll. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen aber viel weitreichender sein und als Hilfen für Entscheidungen dienen, die über viele Jahre und Jahrzehnte Auswirkungen haben werden. CO₂-Einsparung bedeutet auch, bares Geld zu sparen, das besser in den lokalen Wirtschaftskreislauf gesteckt werden könne, so Jeske.

Zwei Drittel der Kosten zahlt die KfW

Die Kosten für das Konzept belaufen sich auf rund 65.000 Euro, wovon 42.000 Euro als KfW-Zuschuss fließen. Sollte Personal für ein Sanierungsmanagement eingestellt werden, sind dafür ebenfalls Fördermittel möglich. „Wir haben mit dem Klimaschutzmanager gute Erfahrungen gemacht und ich bin guter Hoffnung, auch hier eine Stelle zu schaffen“, meinte Emsteks Bürgermeister Michael Fischer.

Als erstes Quartier mit der Überschrift „Wohnen-Gewerbe-Verkehr Emstek Süd“ wurde ein Bereich gewählt, der vom Ecopark bis nach Schneiderkrug reicht. Die Erkenntnisse sollen als Blaupause für weitere Areale in der Gemeinde herangezogen werden. Beispielsweise für das in Planung befindliche Wohngebiet in Hesselnfelde, in das die Themenfelder Ökologie, Verkehr und das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten in Einklang gebracht werden sollen.

Firmen ist Ökologie wichtig

Im Ecopark sieht sich Geschäftsführer Uwe Haring bei Gesprächen mit Interessenten regelmäßig mit ökologischen Fragen konfrontiert. Ob es beispielsweise eine Nahversorgung mit Energie gebe oder Abwärme aus Produktionsprozessen in einem lokalen Netz genutzt werden kann. Firmen mit Kühltechnik, aber auch eine Holztrocknungsanlage in Bühren oder Biogasanlagen sollen vor diesem Hintergrund näher betrachtet werden.

Einwohner sollen das Projekt unterstützen

Es muss aber nicht immer gleich der große Hebel sein, der angesetzt wird. Um ein umfassendes Bild zu bekommen, ist die Emsteker Gemeindeverwaltung auf die Mitarbeit der Einwohner angewiesen. Immobilienbesitzer und Firmen in dem Quartier werden in nächster Zeit Post aus dem Rathaus bekommen und um Unterstützung gebeten. „Damit gewinnt man auch für die eigene Immobilie wichtige Erkenntnisse über den Zustand“, stellt Rump heraus. Dann können es auch vergleichsweise feine Stellschrauben sein, die spürbare Veränderungen herbeiführen.

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