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Klimaschutz? Eine Aufgabe für immer!

Dinklages Klimaschutzmanagerin Dorothee Arp zieht Bilanz. Einige Projekte konnte sie schon umsetzten. Besonders in puncto E-Mobilität gebe es aber noch Nachholbedarf.

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Zieht Bilanz nach einem Jahr als Klimaschutzmanagerin in Dinklage: Dorothee Arp. Foto: Scholz

Zieht Bilanz nach einem Jahr als Klimaschutzmanagerin in Dinklage: Dorothee Arp. Foto: Scholz

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Dorothee Arp die Stelle als Klimaschutzmanagerin von Dinklage angetreten. Seitdem kümmert sich die Osnabrückerin um die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes in der Stadt. Sie wolle als Vermittlerin auftreten, betonte Arp.

Was ist passiert in einem Jahr? Was ist bisher in Dinklage an Klimaschutz verwirklicht worden und wo befinden sich noch große Baustellen. Das erzählt Arp im Gespräch mit OM online.

Wenn sie das gesamte letzte Jahr Revue passieren lasse, sei sie durchaus zufrieden mit dem, was sie als Klimaschutzmanagerin anstoßen konnte. "Probleme machte mir besonders im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit die Corona-Pandemie", sagt Arp. Doch habe sie  im Vergleich zu einigen Kollegen noch Glück gehabt, dass wenigstens ein Teil der Veranstaltungen stattfinden konnten. Ein Überblick:

Öffentlichkeitsarbeit: Besonders wichtig war Arp die LED-Tauschaktion in Dinklage. "Die ganze Aktion hat mir total gut gefallen und wurde auch positiv von den Dinklagern angenommen", sagt die Klimaschutzmanagerin. Daneben hätte sie Aktionen wie das Adventsbuddeln, "Klimafasten" mit den beiden Kirchengemeinden oder auch den Wettbewerb zu klimafreundlichen Gärten (Terrifica-Projekt) durchgeführt. Bei allem habe sie nur positive Rückmeldung von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Der offene und konstruktive Austausch sei es auch, was sie an Dinklage schätze.

Energie- und Förderberatung: Seit Anfang Februar gebe es den Energiestützpunkt Dinklage in Kooperation mit der Verbraucherzentrale, berichtet Arp. Dafür habe sie Messgeräte angeschafft, mit denen Bürgerinnen und Bürger ihren Stromverbrauch messen können. Die Geräte liegen in der Stadtverwaltung zur Ausleihe bereit. Daneben hat Arp regelmäßig die sogenannte Energieberatung angeboten, die sich unter anderem an neue Bauherren richtet. "Alle Termine waren immer ausgebucht. Ich habe mit solch einer guten Nachfrage gar nicht gerechnet", berichtet Arp.

Zusätzlich habe sie das Projekt Solarkataster mit vorangebracht. Die Dinklager sollen hier die Möglichkeit bekommen auf einer interaktiven Karte zu prüfen, wo an ihrem Haus Solaranlagen sinnvoll wären und mit welchen Kosten Montage und Betrieb verbunden sind. Entstanden ist das Projekt in Kooperation mit der Stadt Damme. In den kommenden Monaten soll das Vorhaben durch den Landkreis Vechta fertiggestellt werden.

In den letzten Wochen ist zudem das Projekt "energetisches Quartierskonzept" hinzugekommen. Die Stadt Dinklage möchte in diesem Kontext untersuchen lassen, wie sich in einem bestimmten Gebiet der Energieverbrauch senken und die Treibhausgasimmissionen verringern lassen.

Klimaschutz in der Verwaltung: Arp hat eine neue interne Beschaffungsrichtlinie erarbeitet. Das bedeutet, dass beispielsweise ab sofort möglichst umweltfreundlich zertifizierte Produkte gekauft werden sollen. Daneben habe die Klimaschutzmanagerin die Kolleginnen und Kollegen über das Thema Klimaschutz informiert –ihrer anfänglichen Rollenbezeichnung nach: als Vermittlerin also. 

Besonders überrascht hätte sie die komplexe Arbeit in der Verwaltung. "Dass ich mit so vielen Förderprogrammen in Kontakt komme, hatte ich nicht erwartet", sagt Arp. Auch verwaltungstechnische Abläufe seien ihr Anfangs noch teils unklar gewesen. Mit der Zeit sei sie hier aber sehr sicher geworden.

Radverkehrskonzept: Radfahren liegt Dorothee Arp persönlich besonders am Herzen. "Ich selber fahre sehr gerne mit dem Fahrrad", sagt Arp. In diesem Zuge habe sie das Radwegekonzept der Stadt mit vorangebracht; inklusive eines Antrags für die Erneuerung und der Verbreiterung des Radweges an der Dinkel entlang. Der Förderantrag sei jetzt bewilligt worden.

Ausblick 2021: "Klimaschutz ist nicht nach einem Jahr komplett abgeschlossen, sondern ein fortlaufender Prozess", sagt Arp. Ihre Stelle sei zwar zunächst auf 3 Jahre befristet, doch gebe es Förderprogramme für Aufbauprojekte. Einen besonders großen Knackpunkt sieht sie für 2021 im Bereich der Elektro-Mobilität. Im Bereich der Ladesäulen habe Dinklage noch deutlichen Ausbaubedarf, stellt Arp fest. 

Daneben wolle sie den Austausch mit den anderen Klimaschutzmanagern und Managerinnen im Landkreis verbessern. Schon jetzt würden sie sich regelmäßig treffen. Aber wenn es nach Arp geht, könnten noch weitere landkreisübergreifende Projekte entstehen. 

In Dinklage möchte sie die Öffentlichkeitsarbeit ausweiten. Dazu zählen Idee wie eine Aktion für Radler, bei der die Bürgerinnen und Bürger für eine bestimmte Zeit im Sommer die mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer zählen. Auch plant Arp die Einrichtung eines freien Lastenrades. In Schulen oder Kindergärten könnte sie sich zudem weitere Energiesparmodelle vorstellen. 

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