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Klimaaktivistin Janine O'Keeffe besucht den Kreis Cloppenburg

Für die Schüler der Friesoyther Realschule war es ein ganz besonderer Tag. Sie durften am Dienstag einen Star der Fridays-for-Future-Bewegung  kennenlernen: Janine O‘Keeffe. Auch in Molbergen war sie.

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Begeisterung bei den Schülern: Nach der Frage-Runde mit der Umweltaktivistin stürmen die Schüler zu ihr, um sich Autogramme zu holen. Foto: Bernhardt

Begeisterung bei den Schülern: Nach der Frage-Runde mit der Umweltaktivistin stürmen die Schüler zu ihr, um sich Autogramme zu holen. Foto: Bernhardt

Ins Flugzeug steigt Janine O'Keeffe nur äußerst ungern. Und so nutzte die Australierin für die Reise von ihrer Wahlheimat Stockholm ins Oldenburger Münsterland den Zug.

O'Keeffe, die am Dienstag unter anderem in der Friesoyther Realschule zu Besuch war, ist eine Mitgründerin der internationalen Fridays-for-Future-Bewegung und steht in enger Verbindung zu Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Entsprechend ist ihre Mission: 1965 habe die Wissenschaft das erste Mal vor dem Klimawandel gewarnt. „Seitdem ist nichts passiert. Dafür entschuldige ich mich bei der jungen Generation“, sagte die 57-Jährige zu den jungen Friesoythern.

Wind- und Solarenergie – "eine tolle Sache"

Doch: „Sich für die Umwelt einzusetzen, bedeutet nicht, dass man unbedingt an Streiks teilnehmen muss. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und etwas mehr Bewusstsein tragen dazu bei, der Klima-Krise ein Stück entgegenzutreten", erklärte O'Keeffe. So lobte die Ingenieurin unter anderem den Einsatz der erneuerbaren Energien im Landkreis Cloppenburg. „Der Einsatz von Wind- und Solarenergie in der Region zeigt, wie es geht. Es ist eine wirklich tolle Sache“, schwärmte die 57-Jährige. Überhaupt sei Deutschland beim Einsatz von Solarenergie ein Vorbild für viele andere Nationen.  

Bürgermeister Sven Stratmann hieß O‘Keeffe, die seit 30 Jahren in Schweden lebt, willkommen. "Wir können hier in Friesoythe nicht die ganze Welt verändern, aber wir können einen Beitrag leisten", versprach der Verwaltungschef.

Motiviert die Schüler: Janine O‘Keeffe    Foto: BernhardtMotiviert die Schüler: Janine O‘Keeffe    Foto: Bernhardt

Die Schülerinnen und Schüler waren ausdrücklich aufgefordert, Fragen zu stellen und zeigten sich dabei sehr motiviert. „Wie kann ich denn den Klimawandel stoppen?“, wollte ein Mädchen wissen. „Man sollte auf seine individuellen Entscheidungen achten. Dass man beispielsweise eine Stofftasche zum Einkaufen nimmt, statt eine Plastiktüte zu kaufen. Doch das ist nur ein kleiner Teil. Die Macht etwas zu verändern, liegt bei den Politikern und der Industrie“, antwortete die Aktivistin.

Sie appellierte an die Jugendlichen, Menschen nicht dafür zu verurteilen, wenn sie den Umweltschutz in ihr Leben nicht so gut integrieren könnten wie andere. Es gehe darum, das zu leisten, was gehe und laut zu sein, damit Politiker und Wirtschaft zuhören. „Zusammen seid ihr stark und könnt auf eure Anliegen und Sorgen aufmerksam machen“, rief O‘Keeffe.  

Kontakt zu Greta Thunberg habe sie seit ihrem Streik vor dem  schwedischen Parlamentsgebäude. „Eine Woche später bin ich hingefahren, wir haben uns kennengelernt und die Bewegung nahm ihren Lauf.“

Erinnerungen an den 30. November 2018

"Was war für Sie der bedeutendste Streik?", fragte eine Sechstklässlerin. Die Aktivistin muss nicht lange überlegen: "Der 20. September 2019 war schon ein besonderer Tag. Allein in Deutschland sind 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Weltweit waren es noch viele mehr. Aber der wichtigste Tag für mich war der 30. November 2018. 15.000 Schüler in Australien haben vor dem Parlament gestreikt und haben den Premierminister regelrecht angeschrien und Luft gemacht“, erinnerte sich der Gast beim Ortstermin in Friesoythe.

Wissen wollten die Schüler, ob sie mit ihrem Einsatz Geld verdiene. „Nein, es ist eine freiwillige Arbeit, die mir große Freude bereitet. Ich habe wöchentlich mit mehr als 50 Ländern zu tun. Es ist also sehr abwechslungsreich“, sagt die Aktivistin, die nach ihrem Auftritt in Friesoythe auch einen Spaziergang durch Cloppenburg unternahm und danach vor Schülerinnen und Schülern der Molberger Anne-Frank-Schule sprach.

O'Keeffes Besuch ist durch ein Zusammentreffen mit der Friesoyther Kunstlehrerin Sabine Thie-Olliges entstanden. Die beiden Frauen hatten sich auf einem Kongress kennengelernt. Thie-Olliges hat „Teachers for Future“ mit aufgebaut und setzt sich für mehr Klimabildung an Schulen ein. Und was sagt sie zu Menschen, die behaupten, der Klimawandel sei nicht echt? „Lovley to meet you. Have a great day“.

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