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Kleines Insekt fördert den Naturschutz in den Dammer Bergen

Seit über zehn Jahren betreut Nabu-Mitglied Werner Schiller die Hirschkäfer-Hotline. In der Zeit sei das Interesse an dem Tier und dem Naturschutz gestiegen – bei Bürgern und Politik.

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Ist deutschlandweit bekannt: Über die Hirschkäfer-Hotline wird Werner Schiller aus dem ganzen Land angerufen. Foto: E.Wenzel

Ist deutschlandweit bekannt: Über die Hirschkäfer-Hotline wird Werner Schiller aus dem ganzen Land angerufen. Foto: E.Wenzel

Die fliegenden Hirsche der Dammer Berge – so nennt Werner Schiller die Hirschkäfer liebevoll. Bekannt ist das Dammer Nabu-Mitglied in der Region als die erste Anlaufstelle, wenn es um die kleinen schwarzen Tierchen geht. Er betreut die Hirschkäfer-Hotline des Landkreises Vechta. Doch er ist nicht der Einzige, der sich für die Hirsche der Lüfte einsetzt. In den Dammer Bergen wurde in den vergangenen Jahren viel getan, um die Population des bedrohten Krabblers zu sichern – und die Mühen zeigen Erfolg.

Der Bereich der Dammer Berge sei einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Standort für die Hirschkäferpopulation in Niedersachsen. Genaue Angaben zur Anzahl an Käfern kann Schiller nicht machen, doch er schätzt, dass sich in der Region Tausende befänden. Dazu arbeiten Politik und Naturschützer mittlerweile zusammen, um dafür zu sorgen, dass die Insekten hier auch in Zukunft leben können. Ein Teil der Arbeit hängt damit zusammen, dass das Gebiet Dammer Berge zu einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) gemacht wurde. Durch diese Einstufung ist der Landkreis Vechta als untere Naturschutzbehörde gefordert, sich gezielt für seine sogenannten wertbestimmenden Arten und Lebensräume einzusetzen. Dabei sollen diese nicht nur erhalten, sondern auch entwickelt werden. "Der Landkreis ist gefordert, aktiv zu werden, und will auch was machen", erklärt Schiller.

Totholzmeiler bieten Hirschkäfern einen Entwicklungsstandort

Um den geforderten Management-Plan zu erstellen, tauschen sich die Vertreter des Kreises mit den Nabu-Mitgliedern aus. Werner Schiller habe beispielsweise einer Vertreterin des Kreises das bestehende Angebot im "Hirschkäferparadies Dammer Berge" gezeigt. Dieses besteht aus mehreren Totholzmeilern. Dort können sich die Käfer entwickeln und fortpflanzen. Schillers Ziel ist klar: "Wir wollen sichern, erhalten und anlegen." Nur so könne man den deutschlandweit gefährdeten Käfer schützen. In Damme klappe das gut. Schillers Schätzungen zufolge sei der Bestand konstant geblieben.

"Für die Nabu-Gruppe Damme ist das eine Erfolgsstory."Werner Schiller zur Hirschkäfer-Hotline

"Für die Nabu-Gruppe Damme ist das eine Erfolgsstory", meint Schiller. Die Hotline, "das ist damals der Schlüssel gewesen", erinnert er sich. Eigentlich sei sie nur ein Versuch gewesen, doch die Resonanz war so gut, dass sie noch heute besteht. Pro Jahr würde er um die 300 bis 500 Meldungen bekommen. Vor dem Hirschkäfer habe im Grunde niemand Angst – er sei das perfekte Tier, um mit den Menschen in Kontakt zu treten. "Wir versuchen immer, über den Naturschutz zu informieren und zu sensibilisieren. Das geht über den Hirschkäfer gut", meint Schiller. Er bekomme über die Hotline sogar Anrufe aus ganz Deutschland. Manchmal würden Menschen sich auch einfach nur erkundigen, wie man selbst einen Meiler anlegt. "Unsere Arbeit hat sich gelohnt", freut sich Schiller. Das Interesse an dem Käfer sei größer geworden.

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