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Kleine Gärtner pflegen Beete mit Hingabe

Verantwortung übernehmen und respektvoll mit der Natur umgehen: Das sollen die Löninger Kindergartenkinder lernen. Die Projektmacherinnen wollen aber auch pandemiebedingte Defizite aufarbeiten.

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Auf Augenhöhe: Die Kinder haben Spaß an der Gartenarbeit. Foto: G. Meyer

Auf Augenhöhe: Die Kinder haben Spaß an der Gartenarbeit. Foto: G. Meyer

Sollte es in Löningen einen Wettbewerb geben, wer die dicksten Kartoffeln, die längsten Karotten oder die mächtigsten Kürbisse erntet, wären die kleinen Gärtner im St.-Elisabeth-Kindergarten mit Sicherheit ganz vorn dabei. Die Kita hat das Gartenprojekt gemeinsam mit der Gemeindecaritas aus der Taufe gehoben. Der Nachwuchs sei mit Feuereifer dabei, berichtet Leiterin Sandra Hoppe stolz.

Mit Mitteln aus der NDR-Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" schaffte die Caritas mehrere Hochbeete an. Angeleitet von ihren Erzieherinnen bereiteten die Kinder anschließend die Erde vor, brachten die Samen ein und warteten geduldig, was sich in den kommenden Wochen tun würde. Sie wurden reichlich belohnt. Vom Küchenkraut bis zum stattlichen Kohlkopf reicht die Bandbreite. Bei der Pflege übernimmt jede Gruppe ihr eigenes Beet. "Dadurch steigt das Verantwortungsbewusstein", erklärt Hoppe. 

Kinder besuchen Haus Effata

Hochbeete stehen derzeit auch im Garten des Hauses Effata. Dort hat die Gemeindecaritas ihren Sitz. Kürzlich erhielten Elisabeth Pohlmann und ihre Kolleginnen Besuch aus dem Kindergarten. Für die Kinder war der Ausflug nach langen Monaten im Lockdown ein echtes Erlebnis. Ziel des Projektes sei auch, die Eltern über die Angebote der Caritas zu informieren, sagt Pohlmann. Sie reichen von der Kurberatung bis zur Hilfe bei psychischen Problemen. Die Caritas arbeitet dabei eng mit der Stadt zusammen. Eltern sollten sich nicht scheuen, die Hilfe in Anspruch zu nehmen, betont Pohlmann.  

Das wäre ganz im Sinne der Kinder, denn sie schleppen die Folgen der Pandemie womöglich noch lange Zeit mit sich herum. Das Projekt ziele deshalb darauf ab, ihnen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen zu helfen. So fielen für die Vorschüler die wichtigen Schnuppertage in der Grundschule weg. Beim Spaziergang in die Stadt kamen sie immerhin an ihrer künftigen Schule vorbei. Bis zu den Ferien wird die gesamte Einrichtung im Haus Effata  gewesen sein. "Dabei lernen die Kinder zugleich die Verkehrsregeln kennen", sagt Sandra Hoppe. Der ganzheitliche Ansatz gefällt ihr. "Die Kinder sollen aber natürlich auch erfahren, dass die Erzeugung von Lebensmitteln viel Arbeit macht", betont die Erzieherin. Außerdem bereichere das gemeinsame Schaffen das Miteinander und trage zur Sprach- und Wissensbildung bei. 

Ernte naht: Sandra Hoppe (links) und Elisabeth Pohlmann freuen sich über das gelungene Projekt. Foto: MeyerErnte naht: Sandra Hoppe (links) und Elisabeth Pohlmann freuen sich über das gelungene Projekt. Foto: Meyer

Bis zur Ernte dauert es jetzt nicht mehr lange. Zum Wochenmarkt werden die "Gartenzwerge" ihre preisverdächtigen Erzeugnisse aber nicht bringen, obwohl alles "Bio" ist. Stattdessen wird gemeinsam gekocht. Sollte das Gemüse so gut schmecken, wie es aussieht, steht dem Nachwuchs ein echter Gaumenschmaus bevor.

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