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Kleine Amerikaner reisen per Flugzeug an

Der US-Bundesstaat Kentucky ist eigentlich für Whiskey bekannt. Dass dort auch Miniatur-Esel gezüchtet werden, erfuhr Petra Appeldorn per Zufall. Die Tiere sind inzwischen in Borkhorn eingetroffen.

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Klein, aber oho: In Borkhorn grasen jetzt amerikanische Miniaturesel. Foto: Meyer

Klein, aber oho: In Borkhorn grasen jetzt amerikanische Miniaturesel. Foto: Meyer

Die längste Reise ihres Lebens haben Steffi, Sahara und Andina gut weggesteckt. Anfang Mai waren die 3 Eseldamen per Flugzeug aus den USA nach Deutschland gebracht worden. Ihr neues Zuhause ist jetzt die ehemalige Pferdeweide der Familie Appeldorn in Löningen-Borkhorn.

Bei dem  Trio handelt es sich um amerikanische Miniatur-Esel. Mit einem Stockmaß von rund 80 Zentimetern sind sie  ausgesprochen klein. In Amerika gezüchtet werden die Tiere, deren Vorfahren aus Sardinien stammen, seit gut 90 Jahren. „Sie wurden seitdem immer kleiner“, weiß Petra Appeldorn. Vor kurzem musste die Familie ihre Pferde aus gesundheitlichen Gründen verkaufen. Auf vierbeinige Gesellschaft verzichten wollte sie aber nicht. Während der Internetrecherche tauchten irgendwann Bilder der drolligen Langohren auf. „Da wussten wir, was wir haben wollten“, berichtet Appeldorn.

Die Anschaffung gestaltete sich dann aber deutlich schwieriger, als es  die Appeldorns erwartet hatten. In Deutschland gibt es bislang nur sehr wenige Züchter, und auch im benachbarten Ausland genießt die Rasse noch Exotenstatus. Allein in den Niederlanden sind die Tiere ein wenig bekannter. Von dort sollen demnächst auch die Hengste stammen, mit denen die Appeldorns ihre Eselinnen paaren wollen. Die Nachzucht soll anschließend verkauft werden.

Esel statt Pferd: Petra Appeldorn und Sohn Max sind mit dem Tausch zufrieden. Foto: MeyerEsel statt Pferd: Petra Appeldorn und Sohn Max sind mit dem Tausch zufrieden. Foto: Meyer

Durch einen glücklichen Zufall gelangte die Familie schließlich an die Adresse einer deutschstämmigen Züchterin in Kentucky. Diese erklärte sich dazu bereit, die zwischen 10 und 13 Jahre alten Tiere abzugeben.  Nach vierwöchiger Quarantäne in Texas  ging es endlich in den Flieger. Sahara, Steffi und Andina sind obendrein tragend und  sorgen noch im Laufe des Jahres für den ersten Nachwuchs. 4 weitere werdende Mütter sollen im Herbst hinzukommen. Wenn alle Fohlen durchkommen, wird die kleine Herde bis zum nächsten Frühjahr auf 12 Tiere angewachsen sein.

Esel lassen sich auch zu Therapiezwecken einsetzen

In den USA sind die Miniatur-Esel inzwischen sehr beliebt. Eingesetzt werden sie  häufig zu Therapiezwecken. „Man kann sie  sehr gut in Altenheimen einsetzen, weil sie in jeden Fahrstuhl passen“, sagt Petra Appeldorn. Die Tiere seien ruhig und gutmütig und taugten deshalb auch als Spielkamerad und als Begleiter auf Wanderungen. Denn trotz ihrer geringen Größe können sie Lasten von bis zu 45 Kilogramm  problemlos über Stock und Stein tragen. Kein Wunder,  wurde doch die sardische Ursprungsrasse gern von Schmugglern benutzt. Beim Futter sind die Esel genügsam. Gefressen wird im Prinzip den ganzen Tag. Nur klitschnass werden sollten die Tiere dabei nicht. Dann könnten sie krank werden. „Ihr Fell trocknet leider nur sehr langsam“, erklärt Petra Appeldorn. Sie  möchte mehr Menschen für die sympathische Art begeistern. "Mein Wunsch wäre, eine Züchtergemeinschaft aufzubauen, deren Ziel es ist, diese wunderbaren Tiere hierzulande zu etablieren."  

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