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KKV Friesoythe entscheidet nach 70 Jahren über seine Auflösung

Das Ende der Ortsgemeinschaft ist erneut Thema und jetzt auch Tagesordnungspunkt in der Mitgliederversammlung. Der noch amtierende Vorstand steht für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

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Engagierten sich Jahrzehnte im KKV und im Vorstand: Hermann Broermann, Gerd von Garrel, Angelika Tiedeken, Rita Plaspohl, Daniela Vahle, Prof. Karl-Heinz Schonebeck und Lothar Schulte (von links). Langjähriger Präses war Pfarrer Michael Borth (3. von rechts). Foto: MT-Archiv

Engagierten sich Jahrzehnte im KKV und im Vorstand: Hermann Broermann, Gerd von Garrel, Angelika Tiedeken, Rita Plaspohl, Daniela Vahle, Prof. Karl-Heinz Schonebeck und Lothar Schulte (von links). Langjähriger Präses war Pfarrer Michael Borth (3. von rechts). Foto: MT-Archiv

Vor 10 Jahren konnte das Ende gerade noch abgewendet und das 60-jährige Bestehen gefeiert werden, eine weitere Rettung scheint jetzt jedoch aussichtslos. Unter Tagesordnungspunkt 9 sind die Mitglieder des KKV Friesoythe in der Sitzung am 28. Juni aufgefordert, über die Auflösung der Ortsgemeinschaft zum 30. Juni einen Beschluss zu fassen.

Wie Vorsitzender Prof. Karl-Heinz Schonebeck im Einladungsschreiben mitteilt, habe es 2018 letztmalig Vorstandswahlen gegeben. Coronabedingt sei eine jährliche Versammlung seit 2019 nicht mehr möglich gewesen. Die noch amtierenden Personen stünden für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. „Sofern kein neuer Vorstand gebildet werden kann, ist die Auflösung des Vereins eine logische Konsequenz“, schreibt Schonebeck.

Der Jurist, der zuvor als Schriftführer tätig war, hatte sich 2013 federführend zur Verfügung gestellt und damit das Fortbestehen „um fünf vor zwölf“ gerade noch gesichert. Sein Vorgänger Gerd von Garrel kündigte seinen Abschied bereits 2 Jahre zuvor an, aber eine Nachfolge war aussichtslos, so dass er den Verein bis zur Übergabe an Schonebeck kommissarisch führte.

Angebot für alle Generationen war breit gefächert

Eine Wiederbelebung gelang allerdings nicht. Interesse und Resonanz der registrierten Mitglieder sanken, der Altersdurchschnitt stieg. Neue Mitstreiter zu finden, gestaltete sich grundsätzlich schwierig. So auch im KKV-Bundesverband, der schon 2007 seinen örtlichen Mitstreitern als Anreiz eine Pauschale von 30 Euro für jedes neu geworbene Mitglied zusicherte.

Auch wenn es eine Zukunft nach 70 Jahren voraussichtlich nicht mehr geben wird, erinnern sich die Friesoyther gerne an die lebendigen Zeiten zurück. An damals, als es neben dem KKV auch einen eigenen Jung-KKV gab. Das Angebot war für alle Generationen breit gefächert: Es gab Fahrten und Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, die KKVer luden zum Familientag ein und feierten in geselligen Runden ihre Patronatsfeste. Sie zeigten bei kirchlichen Festen Flagge, nahmen an überregionalen Wallfahrten sowie Veranstaltungen des Bundesverbandes teil und setzten sich für soziale Gleichheit ein.

1949 gab es erstmals das Bestreben in der Stadt, einen „Katholischen Kaufmännischen Verein“ zu gründen. Dieser Versuch schlug noch fehl. Auf Anregung des damaligen Dechanten August Wehage sollte 1953 ein neuer Anlauf erfolgreich verlaufen und der KKV im Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, wie er seit 1965 heißt, ins Leben gerufen.

  • Info: Die Mitgliederversammlung findet am 28. Juni (Dienstag) im Friesoyther Pfarrhaus statt. Sie beginnt um 20 Uhr.

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