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Kitas entwickeln mobile Sprachwerkstatt für das Oldenburger Münsterland

40 Kitas und eine Grundschule haben Spiel- und Lernboxen zu unterschiedlichen Themen entwickelt. Jede Box kann ausgeliehen und alltagsbezogen eingesetzt werden.

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Die von Pädagoginnen und Erzieherinnen konzipierten Sprachlernboxen enthalten Spiel- und Lernmaterialien zu derzeit 41 verschiedenen Themen.    Foto: Stix

Die von Pädagoginnen und Erzieherinnen konzipierten Sprachlernboxen enthalten Spiel- und Lernmaterialien zu derzeit 41 verschiedenen Themen.    Foto: Stix

Die Grundidee ist so einfach wie überzeugend: Keine Kindertagesstätte, keine Grundschule kann Spiel- und Lernmaterialien für all die Themen vorhalten, auf die Kinder in ihrem Alltagsleben stoßen. Feuerwehr, Tiere, Natur oder Polizei sind vielleicht noch Standard, aber was ist mit Tod und Trauer, mit unterschiedlichen Berufen, Inklusion, verschiedenen Religionen? 40 Kitas und 1 Grundschule aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta haben sich jetzt zusammengetan, um für eine mobile Sprachwerkstatt Spiel- und Lernboxen zu verschiedenen Themen zu konzipieren und in einem übergreifenden Ausleihsystem gemeinsam zu nutzen.

41 Sprachlernboxen haben die beteiligten Einrichtungen inzwischen konzipiert. Jede ist einem eigenen Thema gewidmet und so vielseitig ausgestattet, dass die Spiel- und Lernmaterialien in verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen eingesetzt werden können. "Das garantiert eine durchgehende Sprachbildung von der Krippe bis zur Grundschule", sagt Ulla Hilgefort. Sie betreut gemeinsam mit Nicola Fuhler im Katholischen Bildungswerk Friesoythe die Fachberatung für Sprach-Kitas und ist für die Organisation des Projekts zuständig. Mithilfe der Boxen soll das Sprachpotenzial der Kinder erfasst und unterstützt, der Wortschatz erweitert werden. "Wir haben bei jeder Kiste darüber nachgedacht, wie wir sie bestücken, damit die Sprachkompetenz der Kinder ausgeschöpft werden kann", erläutert Hilgefort. "Die Kinder sollen Freude am Lernen haben, neue Begriffe lernen und sich Themen spielerisch erarbeiten", sagt die Pädagogin.

Start des Projekts am 1. November

Jede Einrichtung hat sich für die mobile Sprachwerkstatt ein Thema vorgenommen und mit Materialien im Gesamtwert von rund 100 Euro ausgestattet. Die Kiste bleibt Eigentum der zuständigen Kita und wird über ein Ausleihsystem, das vom Friesoyther Bildungswerk eingerichtet wurde, unkompliziert und unbürokratisch an die anderen Einrichtungen verliehen. Jeder Kiste ist ein Informationsblatt beigelegt, auf dem der Inhalt der Kiste sowie Ideen und Informationen zur Verwendung der Materialien notiert sind. Start des gemeinsamen Projekts ist am 1. November, am Freitag haben Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen alle Kisten gemeinsam unter die Lupe genommen.

Die Idee ist, die Kisten alltagsbezogen einzusetzen. Muss beispielsweise ein Kind ins Krankenhaus, kann die von der Kita "Haus für Kinder" in Friesoythe konzipierte Themenkiste zum Einsatz kommen, um Fragen oder Ängste herauszuarbeiten und zu lösen oder um Begriffe aus dem Themenumfeld kennenzulernen. "Das dahinter stehende Thema ist die alltagsintegrierte Sprachbildung", erläutert Hilgefort.

Der Barbara-Kindergarten in Garrel hat eine Sprachlernbox zum Thema Inklusion erarbeitet. Foto: StixDer Barbara-Kindergarten in Garrel hat eine Sprachlernbox zum Thema Inklusion erarbeitet. Foto: Stix

Und der Alltag ist vielseitig. Die Kita St. Anna in Peheim hat eine Box zum Thema "Tod und Trauer" erarbeitet, die Kiste "Inklusion" stammt vom Barbara-Kindergarten Garrel. Die Kita Schwedenheim in Cloppenburg hat 2 Kisten zu den Weltreligionen zusammengestellt, die Arche Noah aus Vechta erklärt das Thema Magnetismus und aus Holdorf kommt eine Kiste zu Architektur und Bauwerken. "Mit jeder Kiste kann man die Kompetenz und die Potenziale der Kinder erkennen und voranbringen", freut sich Hilgefort. "Jede Kiste ist von Expertinnen im Bereich Sprachbildung und Sprachinklusion bestückt worden."

Die Gruppe der beteiligten Einrichtungen kann und soll mit Kitas und Grundschulen aus dem ganzen Oldenburger Münsterland erweitert werden. "Es gibt hier sicher weit über 100 Kitas", sagt Hilgefort. "Je mehr teilnehmen, desto mehr Kinder profitieren davon." Offene Themen gibt es genug, auch Sponsoren können sich beteiligen. "Natürlich könnte eine Bank die Kiste zum Thema Geld finanzieren und mit uns zusammen über die Inhalte beraten", sagt Hilgefort. Auch bei den Themen Landwirtschaft und Ernährung fallen ihr sofort potenzielle Partner ein. 

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