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Kirche putzt sich zum 100. heraus

Das neue Dach inklusive Dämmung war dringend nötig, denn es regnete bereits hinein. Auch Fenster und Türen werden überarbeitet.

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Eingerüstet: Der größte Teil der Arbeiten ist mittlerweile erledigt. Foto: Vorwerk 

Eingerüstet: Der größte Teil der Arbeiten ist mittlerweile erledigt. Foto: Vorwerk 

Sie ist in Teilen eine der ältesten Kirchen in der Region, und wenn man sich die Grundmauern zwischen Turm und Querschiff von St. Marien in Sevelten anschaut, dann blickt man über 900 Jahre in die Vergangenheit. Große Felsbrocken wurden seinerzeit aufgeschichtet. Aktuell ist das Gotteshaus eingerüstet und wird saniert, damit die Kirche den Gläubigen noch lange erhalten bleibt.

"Das Dach hat den Anstoß für die Arbeiten gegeben", erklärt Pfarrer Jörn Illenseer im Gespräch mit der Redaktion. Das Gebäude hat die Kirchengemeinde vom Monumentendienst untersuchen lassen, dabei sind einige Schwachstellen zutage getreten. In erster Linie war es die Dämmung, die sich im Laufe der Jahrzehnte regelrecht aufgelöst hatte. "Sie wurde abgesaugt und teils mühsam entfernt." In der Sakristei hatte es unterdessen bei nassem Wetter auch hineingeregnet.

Es fließen Mittel aus der Dorfentwicklung

Die Dorfentwicklung, in die die Gemeinde Cappeln vor ein paar Jahren aufgenommen wurde, kommt auch der Kirche zugute. Zunächst abgelehnt, wurde ein neuerlicher Antrag im Folgejahr bewilligt. Somit fließen aus diesem Topf 70.000 Euro. An den Gesamtkosten von 240.000 Euro beteiligt sich das Offizialat mit 65 Prozent, also rund 156.000 Euro. Es bleibt in diesem Fall bei einem überschaubaren Rest, den die Kirchengemeinde vor Ort tragen muss. 

Nicht nur das Dach wurde neu gemacht. Auch die Fenster wurden in diesem Zug saniert. Im Turm wurden sie dafür herausgenommen, und auch die Türen des Eingangsbereiches werden überarbeitet. Das Kreuz, das über dem Altarraum auf der Kirche thronte, war abgängig und wird erneuert. Während die äußerliche Sanierung eines Ortsbild prägenden Gebäudes aus der Dorfentwicklung bezuschusst werden kann, gilt dies nicht für den Innenraum.

"Die Renovierung ist aber nötig, auch wenn sie momentan nicht Teil der Maßnahme ist." Sie muss in der Regel aus eigener Tasche gezahlt und soll im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Die Sonntagskollekte werde dafür nicht reichen, Pfarrer Illenseer geht gegenwärtig davon aus, dass dazu ein Spendenaufruf gestartet wird.

Für die Abrechnung sind Fristen einzureichen

Bisher wird der Zeitplan weitestgehend eingehalten. Illenseer: "Wir haben viel Glück gehabt, in diesen Zeiten überhaupt Handwerker zu bekommen." Bei den Fenstern und Türen ist man leicht in Verzug, was nicht unproblematisch ist, denn um die zugesagten Zuschüsse aus der Dorfentwicklung zu bekommen, müssen Fristen für die Abrechnung eingehalten werden.

Schon in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man sich dem Mauerwerk gewidmet und eine umfassende Renovierung vollzogen. "Deshalb ist das gesamte Gebäude auch recht gut erhalten", freut sich der Pfarrer. Nicht zuletzt soll die Kirche auch deshalb alsbald in frischem Glanz erstrahlen, weil der neuere Teil in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.

Genaues Datum des ersten Bauabschnitts ist nicht bekannt

Ein genaues Datum für den ersten Bauabschnitt der Findlingskirche ist laut Chronik der Gemeinde Cappeln nicht bekannt. "Es ist aber anzunehmen, dass in Sevelten und in Cappeln gegen Ende des 11. Jahrhunderts damit begonnen wurde, dauerhafte Kirchenbauten zu errichten", schreiben die Autoren. Dieser sollte lange ausreichend Platz für Kirchbesucher bieten, was sich angesichts einer wachsenden Bevölkerung Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aber änderte. 

Die Erweiterung wurde 1919 beschlossen und ein Kapellenverein ins Leben gerufen. Gut 2 Jahre dauerte die Bauzeit, bevor das vergrößerte Gotteshaus am 14. November 1921 eingeweiht werden konnte. Weitere Renovierungen und Sanierungen innen wie außen sollten im Laufe der Zeit folgen. So ist der kleinere Turm über der Vierung in den 60er Jahren zurückgebaut worden und der Hauptturm wurde stilistisch an das alte Mauerwerk angepasst, indem man ihn mit Bruchsteinen ummauerte.

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