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Kinderschutz muss auf der Tagesordnung bleiben

Kolumne: Recht hat, wer Recht bekommt – Das Thema "Kinderschutz" sollte konsequent angegangen werden. Auf Landesebene sollte mindestens ein Unterausschuss eingerichtet werden.

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Sexuelle Gewalt an Kindern hat viele Gesichter. Es gibt bei weitem nicht nur den pädophilen Täter, der seine Neigung aufgrund eines Krankheitsbildes nicht kontrollieren kann. Nein, wir haben es oft mit Tätern und auch Täterinnen zu tun, die den sexuellen Missbrauch an Kindern allein aus einem Macht- und Überlegenheitsgefühl oder einfach nur aus der puren Lust heraus betreiben.

Diese Täter müssen die ganze Härte des Rechtssystems zu spüren bekommen, darin sind ja wohl fast alle Mitbürger/innen einig. Das wurde jetzt auch bei der Vorstellung des Abschlussberichtes der Enquetekommission zur Verbesserung des Kinderschutzes und zur Verhinderung von Missbrauch und sexueller Gewalt an Kindern zum Abschluss der Wahlperiode mehr als deutlich.

Niedersachsens Justiz sollte man deshalb dankbar sein, dass sie sich seit langer Zeit intensiv mit der sexualisierten Gewalt an Kindern befasst und bereits wichtige Weichen gestellt hat. Es sollte deshalb sichergestellt werden, dass das Thema Kinderschutz weiterhin einen hohen Stellenwert hat. Es darf dabei auch keine Denkverbote geben, wenn über eine mögliche Verjährung bei schwerer sexualisierter Gewalt gesprochen wird.

"Es darf dabei auch keine Denkverbote geben, wenn über eine mögliche Verjährung bei schwerer sexualisierter Gewalt gesprochen wird."Klaus Esslinger

In einer Kommissionsarbeit wurde festgestellt, dass in den Jugendämtern überwiegend hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sitzen, die allerdings einer enormen psychischen Belastung ausgeliefert sind und zudem auch noch aufgrund des Arbeitsaufkommens und fehlenden Personals völlig überlastet sind. Wer im Bereich des Jugendamtes spart, hat den Ernst der Lage nicht erkannt; das kann gegebenenfalls fatale Folgen haben. Deshalb sollten die Situationen in den Jugendämtern auch nicht schöngeredet werden, sondern konsequent an Verbesserungen gearbeitet werden.

Es fehlt auf Landesebene allerdings auch an einer Kontrollfunktion, die durch einen oder eine Landesbeauftragte ausgeführt werden könnte. Diese Funktion sollte auch die Vernetzung der einzelnen Akteure im Kinderschutz voranbringen und beratende Anlaufstelle für diese sein. Auch und besonders im Parlament sollte der Kinderschutz in der neuen Wahlperiode neu bedacht werden. Dafür könnte mindestens ein Unterausschuss ‚Kinderschutz‘ eingerichtet werden. Der Schutz der Kinder kostet Geld. Wer sich allerdings gegen eine solche Maßnahme entscheidet, sollte an die eigenen Kinder oder Enkel denken.


Zur Person:

  • Klaus Esslinger ist Gerichtsreporter und war viele Jahre Lokalchef der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Kontakt zum Autor über: redaktion@om-medien.de.

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