Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kindergartenneubau in Visbek soll möglichst schnell starten

In den Betreuungseinrichtungen gibt es ein Platzproblem. Deshalb gab es am Dienstag eine kombinierte Sitzung aller Ausschüsse, um das zügig zu ändern. Nicht jeder erkannte die Dringlichkeit.

Artikel teilen:
Stein auf Stein: In Visbek sollen zügig zwei neue Kindergärten gebaut werden. Symbolfoto: Pixabay

Stein auf Stein: In Visbek sollen zügig zwei neue Kindergärten gebaut werden. Symbolfoto: Pixabay

Der Bau der beiden Kindergärten an der Goldenstedter Straße und am Poggenkamp in Visbek soll möglichst schnell umgesetzt werden. Deshalb trafen sich die Mitglieder des Familien-, Schul- und Kulturausschusses, des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses sowie des Finanz- und Sozialausschusses am Dienstagabend zu einer kombinierten Sitzung in der Mensa der Benedikt-Schule. Bürgermeister Gerd Meyer machte auf die Dringlichkeit aufmerksam und das Ziel, die Neubauten möglichst zum August 2022 fertigzustellen. In der Ratssitzung am kommenden Dienstag soll bereits der entsprechende Beschluss gefasst werden.

Warum die Neubauten dringend nötig sind, erklärte Amtsleiter Gerd Brengelmann: Im laufenden Kindergartenjahr 2020/2021 wurde das Angebot in den Einrichtungen St. Elisabeth, St. Raphael, St. Antonius und St. Franziskus nahezu voll ausgeschöpft. Für das kommende Kindergartenjahr 2021/2022 ergibt sich aus den aktuellen Anmeldezahlen, dass es noch 38 freie Plätze von insgesamt 416 im Regelbereich und 23 freie Plätze von insgesamt 113 im Krippenbereich gibt, so Brengelmann.

Kindergarten kann bei Bedarf erweitert werden

Möglich ist das Betreuungsangebot in Visbek derzeit aufgrund der zuletzt geschaffenen Außenstellen. So sollen die St.-Raphael-Außenstelle an der Ahlhorner Straße, die St. Elisabeth-Außenstelle an der Rechterfelder Straße, die St.-Antonius-Außenstelle in Bonrechtern, die 2 St.-Franziskus-Gruppen bei der Benedikt-Schule sowie eine weitere Regelgruppe im St.-Raphael-Kindergarten durch die beiden neuen Kindergärten ersetzt werden.

Der Kindergarten im Neubaugebiet Poggenkamp hat künftig die katholische Kirchengemeinde St. Vitus Visbek als Trägerin. Vorgesehen sind dort 3 Regelgruppen mit 75 Kindergartenplätze sowie eine Krippengruppe mit 15 Betreuungsplätzen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3.516.000 Euro. Nach den Zuschüssen vom Land in Höhe von 180.000 Euro, vom Landkreis in Höhe von 378.000 Euro und vom Offizialat in Höhe von 295.800 Euro liegt der Kostenanteil für die Gemeinde bei 2.662.200 Euro.

Michaela Schwerter vom Planungsbüro Bramlage-Schwerter hatte in der vergangenen Ratssitzung den Mitgliedern einen Vorentwurf vorgestellt. Mittlerweile sei dieser in Absprache mit der Gemeinde und dem Träger konkretisiert worden, sagte sie am Dienstagabend. So werde es 3 Gruppenräume für den Kindergarten und einen Gruppenraum für die Krippe geben. Der Krippenbereich könne bei Bedarf in Zukunft um 2 weitere Räume erweitert werden, sagte Schwerter. Generell sei es auch möglich, die Räume flexibel zu nutzen – sprich: aus einem Kindergartengruppenraum könne auch ein Krippengruppenraum werden oder umgekehrt.

Nach Einschätzung der Gemeinde gut aufgestellt

Der Kindergarten im Neubaugebiet Goldenstedter Straße hat künftig die evangelische Kirchengemeinde Visbek als Trägerin. Vorgesehen sind dort 2 Regelgruppen mit 50 Kindergartenplätzen sowie 2 Krippengruppen mit 30 Betreuungsplätzen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3.440.000 Euro. Nach den Zuschüssen vom Land in Höhe von 360.000 Euro und vom Landkreis in Höhe von 336.000 Euro liegt der Kostenanteil für die Gemeinde bei 2.744.000 Euro. Michaela Schwerter erläuterte, dass es an der Goldenstedter Straße im Grunde genauso aussehe wie am Poggenkamp. Es gibt für beide Bereiche jeweils 2 Gruppenräume. Sowohl im Kindergarten- wie auch im Krippenbereich sei es möglich, bei Bedarf das Gebäude um einen weiteren Gruppenraum zu erweitern.

So ergibt sich, führte Brengelmann weiter aus, durch den Neubau der 2 neuen Kindergärten künftig folgendes Platzangebot in den Visbeker Kindergärten: 368 Kindergarten- und 150 Krippenplätze und somit insgesamt 518 Betreuungsplätze stehen zur Verfügung. In diesen Berechnungen sind die Betreuungsplätze in der Kindertagespflege und des geplanten Waldkindergartens nicht enthalten. Dem gegenüber stehen 350 Anmeldungen für das Jahr 2021/2022 für den Kindergartenbereich, 104 Anmeldungen für den Krippenbereich. Nach heutigem Stand sei die Gemeinde Visbek mit den beiden neuen Einrichtungen gut aufgestellt, konstatierte der Amtsleiter.

Josef Diersen sieht die Dringlichkeit nicht

Josef Diersen (Grüne) tat sich schwer damit, die Dringlichkeit der Kindergartenneubauten nachzuvollziehen. Schließlich werde die Zahl der Betreuungsplätze nicht erhöht. Der Bedarf werde seiner Ansicht nach schon mit den Außenstellen gedeckt. Der Bürgermeister stellte daraufhin klar, dass die Außenstellen lediglich „vorübergehende Maßnahmen“ seien. Bernhard Schmidt (FDP) wies auf die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden in den Außenstellen hin und bezeichnete die Neubauten als „mehr als dringlich“.

Dieser Einschätzung schloss sich André Hüttemeyer (CDU) an, der gerade im Hinblick auf die Außenstellen betonte, wie wichtig es für die Mitarbeitenden sei, eine „Arbeitsstätte als physischen Ort“ zu haben, der auch langfristig Bestand habe. Seiner Ansicht nach gehe der Trend dazu, dass auch immer mehr 1- bis 2-Jährige betreut werden. Diese Einschätzung teilten sowohl der Bürgermeister als auch Gerd Brengelmann. Wenn die Gemeinde nicht jetzt reagiere, stehe sie in einigen Jahren vor „einer riesigen Katastrophe“, sagte Hüttemeyer. Er finde es schade, dass Diersen die Notwendigkeit und Dringlichkeit nicht erkenne. Hüttemeyer plädierte dafür, das Projekt zügig anzustoßen.

Ausschussmitglieder sprechen sich mehrheitlich für Neubau aus

Josef Diersen erkundigte sich weiterhin nach der Lage des Kindergartens an der Goldenstedter Straße im dazugehörigen Bebauungsplan und ob es sich um den B-Plan 112 handele. Gaby Tönnies aus dem Amt für Bau-, Planungs- und Umweltangelegenheiten der Gemeinde erklärte, dass es sich konkret um den B-Plan 112.1 handele, da der Kindergarten aus dem Gesamtplan herausgenommen wurde, um die Kartierung für diesen Bereich vorzuziehen und um nicht auf die Kartierung des gesamten Gebiets warten zu müssen. Darüber wunderte sich Diersen und äußerte sein Unverständnis über dieses Vorgehen. Seiner Ansicht nach sei offenbar etwas nicht richtig gemacht worden. Diesen Vorwurf wies André Hüttemeyer entschieden zurück und bezeichnete es als „unsäglich“, dass Diersen spekuliere, dass es nicht rechtlich sei, was die Verwaltung mache.

Die Mitglieder des Schul- wie auch des Finanzausschusses sprachen sich einstimmig dafür aus, die Neubauten anzuschieben sowie die vorhandenen Außenstellen bis zur Fertigstellung der Kindergärten aufrechtzuerhalten. Bei der Abstimmung im Bauausschuss sprach sich ein Mitglied gegen die Neubauten aus, bei der Frage nach der Aufrechterhaltung der Außenstellen gab es eine Enthaltung.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kindergartenneubau in Visbek soll möglichst schnell starten - OM online