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Kind gebissen: Kreis prüft Gefährlichkeit der Rottweiler

Nachdem 2 Hunde einen 7-Jährigen in Daren schwer verletzt haben, muss sich der Halter zur Gefährlichkeit der Hunde äußern. Ob die Tiere eingeschläfert werden müssen, ist noch nicht klar.

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Auf diesem Grundstück an der Vechtaer Straße soll es passiert sein: Zwei Rottweiler sollen hier einen 7-jährigen Jungen schwer verletzt haben. Foto: Ebert

Auf diesem Grundstück an der Vechtaer Straße soll es passiert sein: Zwei Rottweiler sollen hier einen 7-jährigen Jungen schwer verletzt haben. Foto: Ebert

Nachdem am Samstag 2 Rottweiler in Daren einen 7-jährigen Jungen gebissen und schwer verletzt haben, haben nun Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Hundebesitzer aufgesucht. Der 27-Jährige sei "schriftlich und mündlich vor Ort zur Feststellung der Gefährlichkeit der beiden Hunde angehört worden", erklärte der Landkreis gegenüber OM online. Demnach habe der Hundehalter noch bis Donnerstag (19. November) Zeit, sich zur "Gefährlichkeitsfeststellung zu äußern", heißt es Amtsdeutsch.

Kurzfristig habe das Ordnungsamt bereits mündlich angeordnet, dass die beiden Rottweiler "außerhalb ausbruchsicherer Grundstücke" nur noch mit Maulkorb und Leine geführt werden dürften, erklärte Kreissprecher Jochen Steinkamp den Sachverhalten aus Verwaltungssicht.

Sofern der Kreis in Folge der Attacke "amtlich feststelle", dass die Hunde gefährlich seien, müsse der Halter eine Haltungserlaubnis beantragen oder die Hunde abgeben, führte Steinkamp weiter aus. Sollte das nicht geschehen, würde der Landkreis die Hunde "sicherstellen".

Wenn Hunde angreifen, müssen sie nicht unbedingt eingeschläfert werden

Folgt aus dem Angriff auf den 7-Jährigen, der nach sicheren Informationen der Redaktion schwer an den Beinen verletzt wurde, also nicht zwingend, dass die Hunde eingeschläfert werden müssen? Steinkamp erklärt, dass die Aggressivität laut Tierschutzgesetz nicht "von vornherein ein ausreichender Grund" sei, die Tiere zu töten. 

Stattdessen müsse, sofern die Gefährlichkeit festgestellt worden sei, ein "Wesenstest" absolviert werden. Wenn der Hund diese Prüfung bestehe, dürfe er unter Auflagen weiterhin gehalten werden.

Bestehe der Hund die Prüfung nicht, komme ein "verhaltenstherapeutisch geschulter und erfahrener Tierarzt" ins Spiel, erläuterte Steinkamp. Wenn dessen Gutachten feststelle, dass der Hund nicht therapierbar sei, könne "eine Einschläferung durchgeführt werden".

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei gegen den 27-jährigen Hundehalter wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung weiter. Am Mittwoch gab es dazu keinen neuen Stand. Außerdem war ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, da der 27-Jährige nach Angaben der Polizei keinen Sachkundenachweis für das Halten von Hunden vorzeigen konnte.

Derweil geben viele Darener an, den Hundehalter nicht zu kennen. In der Hofanlage, die eigentlich schon zur Bauerschaft Weihe gehöre, habe es zuletzt einen Mieterwechsel gegeben. Wer dort heute wohne, sei nicht bekannt, heißt es vielfach in der Bauerschaft. Auch habe man bisher niemanden mit den 2 Rottweilern in der Nachbarschaft beim Spazieren beobachtet.

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