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Kim Behrend steht Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite

Die pädagogische Mitarbeiterin hat eine zunächst auf ein Jahr befristete Stelle angetreten. Sie soll Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine Angebote vermitteln.

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Freuen sich über das neue Angebot: Heidjer Schwegmann (von links), Bürgermeister Marcus Brinkmann, Kim Behrend und Britta Bußmann-Osterkamp. Foto: Vorwerk

Freuen sich über das neue Angebot: Heidjer Schwegmann (von links), Bürgermeister Marcus Brinkmann, Kim Behrend und Britta Bußmann-Osterkamp. Foto: Vorwerk

Über einen Mangel an Arbeit kann sich der Fachdienst Soziales, Schulen und Familien in der Gemeinde Cappeln grundsätzlich nicht beklagen. Die Unterstützung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat seit einigen Monaten die Lage zusätzlich angespannt und angesichts drohender Energie-Nachzahlungen für Hilfeempfänger wird es im kommenden Frühjahr sicherlich nicht ruhiger werden. Da kommt die Unterstützung vom Leinerstift gerade zur rechten Zeit. Mit einer Förderung durch die "Aktion Mensch" ist eine Stelle ins Leben gerufen worden, die Hilfsmaßnahmen für junge Ukraine-Flüchtlinge koordiniert und bei allen auftretenden Fragen Unterstützung bietet. Die pädagogische Mitarbeiterin Kim Behrend wird außerdem eng mit den Kitas und Schulen der Gemeinde zusammenarbeiten. 

86 Ukrainer leben gegenwärtig in der Gemeinde Cappeln, wie Bürgermeister Marcus Brinkmann am Freitag auf einem Pressetermin erklärte. Bis Ende März werden weitere 111 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche erwartet. "Wo können die Kinder zur Schule gehen? Wie kommen sie dort hin? Wo gibt es sprachliche Förderung? Wie bekommt man Internet oder eine Karte für das Smartphone? Das sind Fragen, mit denen die Menschen ins Rathaus kommen", so Brinkmann. Vieles wird durch Ehrenamtliche aufgefangen und zahlreiche Flüchtlinge sind privat untergebracht, aber es gibt Bereiche, die über die reine Logistik hinausgehen. 

Viele Flüchtlinge leiden unter traumatischen Belastungen

Nicht wenige der Flüchtlinge haben mit traumatisierenden Erlebnissen zu kämpfen. Oft zeige sich dies erst nach ein paar Wochen, erklärte Heidjer Schwegmann vom Leinerstift. Er ist froh, die "Aktion Mensch" für dieses gezielte Projekt zur Beratung und Begleitung von ukrainischen Kindern und Jugendlichen gewonnen zu haben, denn von dort aus werden befristet für 1 Jahr Personalkosten, Dolmetscher und Sachkosten zu 97 Prozent (gut 62.000 Euro) getragen. Den Rest steuert die Gemeinde Cappeln bei. 

"Wir haben die Beobachtung gemacht, dass viele möglichst schnell wieder zurück in ihre Heimat wollen", so Schwegmann. Da in jüngster Zeit in der Ukraine gezielt die Infrastruktur durch Russland angegriffen wird, ist damit im Winter aber nicht zu rechnen. Also muss in Deutschland geholfen werden und da stehen die medizinische Versorgung und die therapeutische Betreuung im Vordergrund. "Und gerade in diesen Bereichen sind wir gut vernetzt ", versichert Britta Bußmann-Osterkamp, beim Leinerstift zuständig für "Mobile Betreuung / Flexibel organisierte Hilfen". 

Keine Angebote überstülpen

Kim Behrend hat in Vechta und Osnabrück Erziehungswissenschaften  studiert. Die gebürtige Ostfriesin will sich zunächst die Situation vor Ort anschauen und die Bedarfe ermitteln. Außerdem möchte sie sich in der Gemeinde bekannt machen und legt dabei Wert darauf, keine Angebote überzustülpen, sondern durch die Gespräche mit den Flüchtlingen deren Wünsche zu erfahren und die entsprechenden Lösungen zu finden.

  • Info: Wer Fragen rund um die Unterstützung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine hat, kann sich an Britta Bußmann-Osterkamp unter 015256317278 wenden. Ansprechpartnerin im Cappelner Rathaus ist Friederike Effenberger (04478/948434).

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