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Kerstin von Stuckrad verlässt nach 20 Jahren die Kirchengemeinde in Fladderlohausen

Die Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde ist in einem Gottesdienst verabschiedet worden. Für ihren Einsatz gab es Lob von vielen Seiten.

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Segen zum Abschied: Pfarrerin Kerstin von Stuckrad wechselt in den Ruhestand, Neuenkirchens Pfarrer Dr. Kurt Paesler wird nun „halb“ auch für Fladderlohausen zuständig. Foto: Röttgers

Segen zum Abschied: Pfarrerin Kerstin von Stuckrad wechselt in den Ruhestand, Neuenkirchens Pfarrer Dr. Kurt Paesler wird nun „halb“ auch für Fladderlohausen zuständig. Foto: Röttgers

"Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt!" Mit diesen Worten ist am Sonntag Pfarrerin Kerstin von Stuckrad im Beisein von geladenen Gästen während eines Gottesdienstes verabschiedet worden. Die Geistliche geht zum 1. August mit 63 Jahren in den Ruhestand.

"Diesen Moment des Abschiedes habe ich gefürchtet und herbeigesehnt."Kerstin von Stuckrad, Pfarrerin 

Fast 20 Jahre ist von Stuckrad als Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen tätig gewesen, im Dienst der Kirche insgesamt 38 Jahre lang, würdigte Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker, der auch ihre sogenannte Entpflichtung vorgenommen und eine Dankesurkunde des Bischofs Thomas Adomeit aus Oldenburg überreicht hat.

"Diesen Moment des Abschiedes habe ich gefürchtet und herbeigesehnt", erklärte zunächst Pfarrerin von Stuckrad selbst. Veränderungen bereiteten nun einmal auch erst Angst, so von Stuckrad. Doch sie gehörten als Teil im Leben einfach dazu. "Wie ein Regenbogen gespannt liegt über allem Gottes Vertrauen", ermunterte von Stuckrad, die nach 44 Jahren wieder in ihre alte Heimat Bad Zwischenahn zurückkehren wird.

Mit Fleiß Latein, Griechisch und Hebräisch gelernt

Hier ein Blick auf das bewegte Leben der Pfarrerin: Kerstin von Stuckrad wird 1958 in Oldenburg geboren, wächst in Bad Zwischenahn auf und macht dort ihr Abitur. Ihr Studium der Theologie führt sie an die kirchliche Hochschule in Neuendettelsau in die Nähe von Nürnberg, weitere Studienorte werden Hamburg und Göttingen. Mit "großem Fleiß und Zielstrebigkeit lernt sie Latein, Griechisch und Hebräisch, schließt ihr Studium nach 6 Jahren erfolgreich ab", lobte Mucks-Büker in seiner Rückschau.

1983 legt von Stuckrad ihr erstes theologisches Examen ab. Von 1983 bis 1986 folgt mit dem Vikariat ihre praktische Ausbildung. Dieses erlebt von Stuckrad in Brake in der Wesermarsch. In dieser Zeit sammelt sie auch Erfahrungen als Krankenhausseelsorgerin in Delmenhorst. Ihre 1. grundsätzliche Einführung in das Amt einer Pastorin, ihre sogenannte Ordination, findet für von Stuckrad am 16. März 1986 in der Lambertikirche in Oldenburg durch den damaligen Bischof Wilhelm Sievers statt. In der Folge wird sie "Pastorin auf Probe" in den Jahren 1986 bis 1989 in der Kirchengemeinde Oldenburg-Osternburg, wo sie auch von 1989 bis 2001 Pfarrerin wird. Von Oktober 2001 bis heute ist sie Pfarrerin der Kirchengemeinde Holdorf-Fladderlohausen mit derzeit rund 1700 Seelen.

Große Treue zum Wort Gottes bewiesen

Insgesamt hat sich von Stuckrad somit 38 Jahre in den Dienst der Kirche gestellt und dabei "große Treue zum Wort Gottes" bewiesen, lobte der Oberkirchenrat in seiner Laudatio. Besondere Freude hätten ihr immer der Kindergottesdienst und biblische Geschichten bereitet. "Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit", lautet der Leitsatz von Stuckrads, den sie ihrer Kirchengemeinde zum Abschied mit auf den Weg gegeben hat.

Kreispfarrerin Martina Wittkowski, Kirchenälteste Ilona Benker sowie die benachbarten Kirchenvertreter Neuenkirchens, Pfarrer Dr. Kurt Paesler und Pfarrer von St. Johannes Baptist Christian Wölke aus Steinfeld, spendeten ebenfalls ihren Segen. Dr. Kurt Paesler werde laut Pfarrstellenverteilungskonzept für Fladderlohausen in Zukunft als "halber" Pfarrer zuständig sein.

Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug würdigte im Namen der politischen Gemeinde von Stuckrads unermüdlichen Einsatz. Kreispfarrerin Martina Wittkowski lobte ihr Werk und Wirken. Im Namen der Kirchengemeinde und als Vorsitzende des Kirchenrates würdigte die Kirchenälteste Ilona Benker das Engagement von Stuckrads. Für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Fladderlohausen bedankte sich Präsident Mario Stickfort. Als Tochter wünschte Johanna von Stuckrad ihrer Mutter nun alles Gute für ihren neuen Lebensabschnitt. Nun wolle sich die ausscheidende Pfarrerin nach eigenen Angaben vermehrt Zeit für ihre Hobbys, dem Singen und Lesen, nehmen. 

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