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Kennedy-Ermordung: Luis Korte spricht mit Augenzeugen

Für seine Facharbeit hat der Cloppenburger Schüler außergewöhnliche Gesprächspartner gefunden. Lob gab es dafür von seinem Lehrer und die Bestnote am Ende auch noch.

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Wissenschaftliches Arbeiten: Luis Korte hat eine Facharbeit zur Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verfasst. Foto: Hermes

Wissenschaftliches Arbeiten: Luis Korte hat eine Facharbeit zur Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy verfasst. Foto: Hermes

Außergewöhnliche Gesprächspartner hat Luis Korte für seine Facharbeit zur Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy gefunden. Der 18-Jährige sprach dabei mit mehreren Augenzeugen des Attentats aus dem Jahr 1963, einige von ihnen standen nur wenige Meter vom Auto des damaligen Staatsoberhaupts entfernt.

"Ich habe nach einer ersten Recherche einige einfach online angeschrieben oder versucht, sie telefonisch zu erreichen", erzählt der Schüler vom Clemens-August-Gymnasium, der auch Mitglied im Jugendparlament ist. Er kam zunächst auf einen Personenkreis von 30 bis 40 Menschen, die noch leben und etwas zu dem Tag sagen könnten. Obwohl er zunächst keine große Hoffnung auf Antworten hatte, schickte er die Anfragen los. Plötzlich kam die erste Antwort, weitere sollten schnell folgen. "Mit so einer Resonanz hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Ich hatte nicht gedacht, dass es so groß wird", sagt er. Einige meldeten sich gar nicht zurück, andere sagten ab.

Digitales Interview: Luis Korte sprach online mit Jeff Franzen, der im Alter von 6 Jahren nur ein paar Meter von Kennedy wegstand, als ihn der tödliche Schuss traf. Screenshot: KorteDigitales Interview: Luis Korte sprach online mit Jeff Franzen, der im Alter von 6 Jahren nur ein paar Meter von Kennedy wegstand, als ihn der tödliche Schuss traf. Screenshot: Korte

Über Zoom sprach Korte zum Beispiel mit Jeff Franzen, der im Alter von 6 Jahren nur ein paar Meter von Kennedy entfernt stand, als ihn der tödliche Schuss traf. "Mit ihm stehe ich auch weiter in Kontakt. Im Sommer bin ich in den USA und wir wollen uns eventuell dort treffen", erzählt Korte, dessen Interesse an dem historischen Ereignis schon früh begann. Unter anderem las er als 10-Jähriger einen Artikel darüber in der Münsterländischen Tageszeitung. Zudem spielte er das Szenario mit Playmobil-Figuren nach.

Korte sprach ebenfalls mit Buell Wesley Frazier. Er war der Nachbar, Arbeitskollege und ein Freund des Attentäters Lee Harvey Oswald. Am Tattag habe er Oswald mit zur Arbeit genommen, von wo aus dieser dann auf Kennedy geschossen haben soll. Ein Online-Interview führte der Cloppenburger Schüler zudem mit Robert H. Jackson, der in der Autokolonne im 8. Wagen hinter Kennedy saß. Zudem sei er einer der  wenigen gewesen, der jemanden hat schießen sehen. Als der mutmaßliche Täter Oswald Tage später erschossen wurde, hat der Journalist dies fotografisch festgehalten.

„Ich war sehr überrascht über die Gesprächspartner zu solch einem Ereignis. Das ist nicht alltäglich.“Lehrer Tobias Millhahn

Weitere Gesprächspartner waren Cyril H. Wecht (Forensiker und Mitglied eines Untersuchungsausschusses zum Attentat), Mary Ann Moorman (Augenzeugin, die noch etwas näher als Jeff Franzen an Kennedy stand), Judyth Vary Baker (Geliebte und Freundin des mutmaßlichen Attentäters) und Ronald Coy Jones (Behandelnder Chefchirurg von Kennedy nach dem Attentat).

Über die Tat und den Hergang gebe es noch heute die verschiedensten Theorien, Korte stellte sie in seiner Arbeit gegenüber. Lob und die Bestnote von 15 Punkten gab es dafür von Lehrer Tobias Millhahn: "Ich war sehr überrascht über die Gesprächspartner zu solch einem Ereignis. Das ist nicht alltäglich." Zudem sei die Arbeit auch gut geschrieben gewesen, das Ergebnis passe zum Aufwand. Dass die Schüler mit der Facharbeit das wissenschaftliche Schreiben kennenlernen, sei für die Entwicklung wichtig. "Es ist eine gute Übung und ein erster Berührungspunkt für die Schüler, die später studieren wollen", sagt Millhahn.

Foto: HermesFoto: Hermes

Für ihn sei das auch nicht einfach gewesen, sagt Korte. Zudem habe er einige Interviews erst kurz vor der Abgabe führen können. Der 18-Jährige will auch weiter an dem Thema dran bleiben, unter anderem möchte er die Facharbeit ins Englische übersetzen: "Dann kann ich sie auch meinen Gesprächspartnern zukommen lassen."

Im nächsten Jahr steht für ihn dann das Abitur auf dem Programm, anschließend möchte er ein Auslandsjahr in den USA verbringen. Bei seinem Aufenthalt dort in ein paar Wochen möchte er Ausschau halten nach möglichen Praktikumsstellen, unter anderem würde er gerne beim Kapitol arbeiten. Auch für seinen weiteren beruflichen Werdegang hat Korte klare Vorstellungen: "Lehramt wäre für mich interessant und dann mit den Fächern Politik und Geschichte."

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