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Keine Hygienekonzepte, zu wenig Abstand, zu lange geöffnet

In Restaurants, Bars und Kneipen im Kreis Cloppenburg stellt die Polizei mehrere Verstöße fest. Das hat nun Folgen für Besucher und Inhaber.

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Symbolfoto: dpa / Gateau

Symbolfoto: dpa / Gateau

Fehlende Hygienekonzepte, zu wenig Abstand auf den Pissoirs und überschrittene Sperrstunden: Das ist die Bilanz einiger Polizeikontrollen vom Wochenende (16. bis 18. Oktober) in der Gastronomie im Kreis Cloppenburg. Im Fokus der Beamten: Restaurants, Bars und Kneipen.

Den Anfang machten die Polizisten in der Nacht von Freitag auf Samstag im Nordkreis, wie aus einer Mitteilung der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hervorgeht: Im Stadtgebiet Friesoythe überprüften sie insgesamt 3 Lokalitäten: ein Restaurant, eine Kneipe und eine Shisha Bar. Bei allen 3 Betrieben fehlte das Hygienekonzept. Auch die Toiletten waren in allen Fällen nicht ordnungsgemäß beschriftet/gesperrt.

In der Shisha Bar fiel den Kontrolleuren auf, dass 2 Gäste ohne Mund-Nasen-Bedeckung vom WC zurückkamen und zu ihrem Tisch gingen. Ein stark alkoholisierter Gast zeigte sich uneinsichtig und verließ trotz mehrfacher Aufforderung ohne Mund-Nasenschutz die Shisha Bar. Ihn erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit einem Bußgeld in Höhe von 100 bis 150 Euro. Außerdem hatte der Betreiber der Shisha Bar nicht alle Daten der Gäste aufgenommen, und wenn doch, dann nicht richtig, beziehungsweise sorgfältig genug überprüft, denn: Es fehlten zum Teil die Telefonnummern, oder die Gäste hatten Fantasienummern eingetragen. In der überprüften Friesoyther Kneipe trug der Wirt den Mund-Nasenschutz nicht korrekt. Er hatte seine Nase nicht bedeckt.

2 Wirte verstießen gegen die Sperrstunde

Zusätzlich haben 2 Wirte aus dem Nordkreis am Freitag gegen die durch die Allgemeinverfügung des Landkreis auferlegte Sperrstunde verstoßen. In einer der Gaststätten waren um 0.20 Uhr noch 6 Gäste anzutreffen, die Alkohol tranken. Die Gäste mussten ihren "Deckel" bezahlen und die Gaststätte verlassen. Bei allen kontrollierten Betrieben in der Gemeinde Barßel lagen außerdem keine vorgeschriebenen Hygienekonzepte vor. Gegen 0.30 Uhr waren in einer weiteren Kneipe in Barßel noch 4 Gäste vor Ort, die beim Eintreffen der Polizei schnell die Kneipe verließen - vermutlich, weil sich die Kontrollen in Barßel schon herumgesprochen hatten, wie die Polizei weiter schreibt.

Neben den 4 Gästen waren noch 3 Mitarbeiter und der Betreiber selbst vor Ort. Die Bilanz: kein Hygienekonzept auf den Toiletten und keine ausreichende Dokumentation der Kontakte. Zum Teil standen auf den Kontaktdatenzetteln nur Vornamen.

1.30 Uhr: 8 Gäste in Saterländer Kneipe

Knapp 2 Stunden nach der Sperrstunde entdeckten die Polizisten in einer Kneipe in der Gemeinde Saterland noch Licht: 8 Gäste waren noch in der Gaststätte. Der Wirt trug keinen Mund-Nasen-Schutz und konnte kein Hygienekonzept vorlegen. Auch hier mussten die Gäste die Kneipe verlassen. Bei allen kontrollierten Betrieben am Freitag konnten die Wirte kein, beziehungsweise nicht das richtige Desinfektionsmittel für Hände, sondern lediglich für Flächen vorweisen.

10 teils stark alkoholisierte Gäste traf die Polizei gegen 2.20 Uhr in einer Gaststätte in der Gemeinde Bösel an. 2 Gäste hatten keinen Mund-Nasen-Schutz dabei. Sie erwartet nun ein gesondertes Ordnungswidrigkeitenverfahren. Die Betreiberin war nicht vor Ort, lediglich eine Mitarbeiterin stand hinter dem Tresen. Es lagen weder ein Hygienekonzept noch Desinfektionsmittel vor. Auch hier mussten die Gäste sofort das Etablissement verlassen. In allen Fällen erwartet die Betreiber eine Ordnungswidrigkeitsverfahren. Die fehlenden Hygienekonzepte müssen umgehend nachgereicht und die festgestellten Mängel beseitigt werden.

Weniger Verstöße in den Gemeinden Emstek, Cappeln und Lastrup

In der Nacht zu Sonntag stellten die Beamten in den Gemeinden Emstek, Cappeln und Lastrup keine Verstöße fest. Allerdings in Garrel: Hier wurden 2 Betriebe kontrolliert. Bei einem der Betriebe war kein Hygienekonzept vorhanden, bei beiden Betrieben waren die Abstände zwischen den Pissoiren auf den Toiletten zu gering. In der Gemeinde Molbergen überprüften die Polizisten eine Kneipe und ein Restaurant. Beide Betriebe konnten kein Hygienekonzept vorlegen.

In der Kneipe mussten die Beamten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen einen Gast einleiten, der ohne Mund-Nasen-Schutz zur Toilette ging. Eine Sammelliste zum Eintragen der Gäste-Daten war vorhanden - das widerspricht allerdings dem Datenschutz. Denn: Für jeden Gast, beziehungsweise Familie/Gruppe muss ein eigener Zettel vorgelegt/ausgefüllt werden. Außerdem befand sich im Eingangsbereich des Restaurants kein Desinfektionsmittel.

In Löningen wurde ebenfalls eine Kneipe kontrolliert. Das Resultat: kein Hygienekonzept. Gegen 1.42 Uhr kontrollierten die Beamten eine Shisha Bar. Die Personen vor Ort seien laut Betreiber der Bar alles Mitarbeiter gewesen. Die Ermittlungen dauern an. Klar ist: Der Wirt hatte gegen die Sperrstunde verstoßen. Außerdem wurden keinen Daten der Gäste aufgezeichnet. Darüber hinaus verfügte der Betreiber nicht über ein notwendiges Hygienekonzept. Er wurde bereits mehrfach vom Landkreis Cloppenburg aufgefordert, ein Hygienekonzept vorzulegen. Dies ist bislang noch nicht geschehen.

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