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Kein Schall und kein Rauch

Kolumne: Meine Woche – Warum Namen nicht egal sind, aber sein sollten. Auch, wenn mancher einen Langosch zum Fressen gern hat.

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Allzu häufig kommt es zwar nicht vor, aber manchmal passiert es eben doch – so wie am Anfang dieser Woche: "Hi, hi, hi. Langosch, das ist aber ein witziger Name. Sie wissen, was Langosch sind?", höre ich da wieder einmal, als ich mich jemandem vorstellte.

Ja, ich weiß: Langosch sind ebenso simple wie schmackhafte Hefefladen, die in reichlich Fett ausgebacken werden. Die "Urform" dieses Arme-Leute-Essens wurde nach dem Backen mit heißem Knoblauchöl bestrichen und gesalzen. Fertig. Eine nicht minder beliebte Variante sieht als Belag saure Sahne, Kräuterquark oder Kartoffelcreme vor, mit reichlich Raspelkäse bestreut. Aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was den Belag des Langosch angeht. Langosch (häufig auch "Lángos" geschrieben) sind unter anderem in Österreich, Ungarn und Polen sowie in weiten Teilen des übrigen Osteuropa ein gängiger und leckerer Snack auf die Hand.

Nicht immer sind die Meyers, Müllers und Schulzes die Guten

Warum ich Ihnen das erzähle? Weil eingangs geschilderter Dialog mich mal wieder dazu gebracht hat, über Namen nachzudenken. Woher kommen sie? Was bedeuten sie? Und sind sie wirklich nur Schall und Rauch, wie der Volksmund gern behauptet? Nein, sind sie nicht, finde ich. Manchmal kann ein Name durchaus Probleme bereiten. Viel zu oft kommt es vor, dass beispielsweise Mitbürger und Mitbürgerinnen mit einem fremdländisch klingenden Namen große Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu bekommen oder zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Fair und in Ordnung ist das nicht. Und wenn führende Köpfe aus einer im rechten Spektrum anzusiedelnden Partei meinen, niemand würde gerne einen Nachbarn mit dem Namen Boateng haben – wie vor ein paar Jahren geschehen –, dann ist das nicht: "Super, Gauland", sondern eher ein Super-Gau für unser Land. Ich brauche nicht das Grundgesetz, um zu verstehen, dass Menschen nicht nach Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft oder Glauben zu beurteilen sind. Das sagt mir der gesunde Menschenverstand.

Denn nicht immer sind die Meyers, Müllers und Schulzes die Guten, und schon gar nicht, WEIL sie Meyer, Müller und Schulze heißen. Ich finde es tatsächlich gut, jenseits von Vorurteilen den Menschen dahinter kennenzulernen. Und wenn dazu eine gemeinsame Mahlzeit – gerne mit frisch gebackenen Langosch – beiträgt, dann ist schon viel erreicht.

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