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Kein Böller-Verbot: Stadt Cloppenburg setzt auf Appell

Menschenansammlungen und eine weitere Belastung der Krankenhäuser sollen vermieden werden. Die Verwaltung bittet die Bevölkerung deshalb, aufs Feuerwerk zu verzichten.

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Bitte keine Knallerei: Die Cloppenburger Verwaltung bittet um einen Verzicht auf das Silvester-Feuerwerk. Foto: dpa/Weihrauch

Bitte keine Knallerei: Die Cloppenburger Verwaltung bittet um einen Verzicht auf das Silvester-Feuerwerk. Foto: dpa/Weihrauch

Weihnachten und Silvester rücken immer näher, mit den aktuellen Beschränkungen sollen kleinere Zusammenkünfte im engen Kreis möglich gemacht werden. Von einem „normalen“ Jahreswechsel ist allerdings nicht auszugehen.

Immer lauter werden dabei auch die Stimmen nach einem Verbot von Feuerwerk. Unter anderem hatte sich die Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) dafür ausgesprochen.

Wie Kreissprecher Frank Beumker auf Nachfrage mitteilte, sind dafür in erster Linie die Städte und Gemeinden zuständig. „Wenn eine Verordnung des Landes über das Infektionsschutzgesetz kommt, dann wären wir zuständig“, so Beumker weiter.

„Wir planen aktuell kein komplettes Verbot“Stadtsprecherin Benita Penning

In der Cloppenburger Verwaltung kam das Thema bereits auf. „Wir planen aktuell kein komplettes Verbot“, erklärt Sprecherin Benita Penning. Dennoch wolle man die Bevölkerung für den Umgang mit Feuerwerk in diesem Jahr besonders sensibilisieren und bitte die Menschen darum, freiwillig darauf zu verzichten. „Es sollen eine weitere Belastung der Krankenhäuser und Ansammlungen von Menschen vermieden werden“, sagt Penning.

Zur Debatte selbst äußert sich die Cloppenburger Polizei nicht. „Wir sind schließlich nicht an der Gesetzgebung beteiligt“, sagt Walter Sieveke, Leiter Einsatzbereich. Käme es zu einem Verbot, würden selbstverständlich Kontrollen mit einem angemessenen Personaleinsatz durchgeführt werden. „Es wäre aber eine nicht unerhebliche zusätzliche Belastung“, erklärt Sieveke.

Niederlande hat komplettes Verbot ausgesprochen

Als erstes Land Europas haben die Niederlande eine Entscheidung getroffen und ein vollständiges Feuerwerksverbot zu Silvester ausgesprochen. Wie Ministerpräsident Mark Rutte jüngst verkündete, dürfen in diesem Jahr Raketen und Böller weder gekauft noch gezündet werden. Deutschlands Innenminister Horst Seehofer (CSU) hält hingegen nichts von einem Verbot.

„Feuerwerk muss Silvester trotz Corona möglich sein. Aber auch hier gilt ganz klar: Die Hygieneregeln mit Abstand und Maske müssen eingehalten werden. Und dazu wird es auch Kontrollen geben“, sagte der Minister in der vergangenen Woche.

Auch der Bremerhavener Hersteller Comet befürchtete einen Totalausfall. 95 Prozent seines Umsatzes nehme das Unternehmen in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester ein, sagte ein Sprecher zu NDR 1 Niedersachsen. Die jährlichen Einnahmen lägen bei rund 65 Millionen Euro. Menschenansammlungen seien selbstverständlich nicht richtig in dieser Zeit, aber die Menschen könnten schließlich auch im Familienkreis zu Hause böllern.

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