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Kattas hoffen auf Thüler Tierpark-Öffnung im Affentempo

Neben der Familie Grothaus sehnen sich auf der Anlage vor allem die Affen nach dem Besuch auf 2 Beinen. Noch verhindert der hohe Inzidenzwert eine Inbetriebnahme.

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Warten  auf Besucher: Alexandra Grothaus, Inhaberin des Thüler Tier- und Freizeitparks, und die Mendesantilopen. Fotos: Claudia Wimberg

Warten  auf Besucher: Alexandra Grothaus, Inhaberin des Thüler Tier- und Freizeitparks, und die Mendesantilopen. Fotos: Claudia Wimberg

Die Stachelschweine haben die Köpfe zusammengesteckt und kuscheln lieber in ihrer Koje, als Kontakt aufzunehmen. Für eine freundliche Begrüßung sind dagegen die Kattas sofort zu haben, die auf eine Öffnung ihrer Anlage im Affentempo hoffen, während die Mendesantilopen ein paar Tannen auf die Hörner nehmen und sich spielerisch die Zeit ohne Zuschauer vertreiben.

Doch ganz so still ist es im Thüler Tier- und Freizeitpark nicht mehr. Spike, Shaira und Jasiri zumindest sind auf der Hut. Von Stimmen und Geräuschen magisch angezogen, hat sich Löwen-Trio aus seiner Komfortzone mit Fußbodenheizung ins Freie aufgemacht, schreitet majestätisch am Zaun entlang und verfolgt aufmerksam das Geschehen auf dem Nachbargelände. Dort werden der Teich gesäubert und Pflanzen gestutzt.

Frühjahrsputz auf 17 Hektar: Zwar noch nicht mit aller größtem Hochdruck, weil eine Öffnung aufgrund von Verordnungen des Landes und Inzidenzwerten des Landkreises noch nicht genau terminiert werden kann, „aber wir treffen natürlich die Vorbereitungen“, sagt Parkchefin Alexandra Grothaus.

Gut gebrüllt: Die Tierparkchefin und Löwe Spike.Gut gebrüllt: Die Tierparkchefin und Löwe Spike.

Über ihre Erlebnisse im Familienunternehmen könnte sie mittlerweile ein Buch schreiben. „Doch diese Krise ist bisher das Heftigste und das zehrt mental wie körperlich und geht schon an die Substanz, weil jeder Tag anders ist“, sagt die 42-Jährige, die das Gelände zu hegen und die zu Tiere pflegen hat und dabei die Lohnkosten im Auge behalten muss.

Kritik äußert sie an Öffnungsstrategien, die sich nach der regionalen Situation richten. „Das muss einheitlich für das ganze Bundesland gelten, alles andere ist nicht zielführend“, betonte die Inhaberin. Wer nicht nach Thüle fahren könne, der fahre dann beispielsweise zu einem Park in der Nähe, der öffnen dürfe. Eine Ungleichbehandlung, die mit Blick auf den Zootourismus sicher auch angesichts des Infektionsschutzes nicht gewollt sei.

Im Gegensatz zu Museen, mit denen die Parks bisher gleichgesetzt wurden, „bewegt man sich bei uns draußen, man kann sich aus dem Weg gehen und wir verfügen natürlich auch über ein detailliert ausgearbeitetes und funktionierendes Hygienekonzept.“ Und das soll jetzt noch zusätzlich erweitert und eine Luftdesinfektion auf den sanitären Anlagen eingebaut werden. Darüber hinaus sei auch das Buchungssystem explizit auf den Krisenmodus angepasst.

Nicht zuletzt trage ein Besuch auch zum Wohlbefinden von Kindern und Erwachsenen bei. „Wir verdienen damit Geld, aber leisten auch eine soziale Ausgleichsfunktion mit einem sicheren Erlebnis an der frischen Luft“, schließt sie sich den Worten der Deutschen Tierparkgesellschaft an.

Alexandra Grothaus verhehlt nicht, dass es sich bei dem seit 56 Jahren existierenden Familienbetrieb um ein solides Unternehmen handelt, das Reserven sichern konnte.. „Damit konnten wir bislang vieles ausgleichen, doch sie sind jetzt aufgebraucht“, so die Thülerin. Somit ist der Plan, eine Indoorhalle zu bauen, erst einmal zu den Akten gelegt. Grundsätzlich will die Familie jedoch an einer Erweiterung des Areals festhalten und neue Wege gehen, die die Pandemie möglicherweise auch langfristig mit sich bringe. Denn: „Wenn die Welt anders ist, können wir auch anders sein, der Wille ist auf jeden Fall da.“

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