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Karl-Heinz Brinkmann verkauft ganz besondere Weihnachtskrippen

Der 66-jährige fertigt Maria, Josef und das Jesuskind nicht aus Holz, Stroh oder Papier an – sondern aus Torf. Seine Werke sind neben seinen Malereien nun im Strücklinger Mandehuus zu sehen.

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Weiß, worauf es beim Torf ankommt: Der 66-jährige Karl-Heinz Brinkmann stellt aktuell seine Weihnachtskrippe und Figuren aus Torf sowie seine Malereien im Strücklinger Mandehuus aus. Foto: C. Passmann

Weiß, worauf es beim Torf ankommt: Der 66-jährige Karl-Heinz Brinkmann stellt aktuell seine Weihnachtskrippe und Figuren aus Torf sowie seine Malereien im Strücklinger Mandehuus aus. Foto: C. Passmann

Es ist Vorweihnachtszeit. Und das bedeutet für Karl-Heinz Brinkmann aus Ramsloh auch wieder Hochbetrieb. In seiner kleinen Werkstatt bastelt er wieder Krippen mit Maria und Josef, Jesuskind, Ochs, Esel und was noch so zu einer Krippe gehört. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch bei Brinkmann ist der Werkstoff ungewöhnlich. Er fertigt seine Weihnachtskrippen nämlich aus Torf an.

In vielen Kirchen und Haushalten stehen sie aus den Materialien Holz, Stroh oder Papier. Auch aus Baumwurzeln wurden bereits Krippen gefertigt. Aber eine Darstellung der Geburt Christi aus Torf, noch dazu handgeschnitzt – das ist echtes Neuland. Bis heute hat der Rentner ein Monopol auf diesem Gebiet. 2012 brachte ihn sein Bruder, der damals die Leitung in einem Torfverarbeitungsbetrieb hatte, auf die Idee, mit Weißtorf bildhauerisch zu arbeiten. "Es sollten weihnachtliche Motive in Form von Krippendarstellungen sein, mit dem Hintergrund, diese als Geschenke für Kunden zum Jahresabschluss bereitzustellen", sagt der 66-jährige Saterländer.

Heute sind seine Arbeiten von Ostfriesland bis Stuttgart bekannt – sogar bis in die Schweiz hat sich seine Torfschnitzerei herumgesprochen. Inzwischen sind Dutzende von Krippen entstanden. Einige waren bereits bei einer internationalen Krippenausstellung in Köln zu sehen. Ganz aktuell stellt er seine Figuren und eine Weihnachtskrippe sowie auch Radierungen und Acryl- und Aquarellarbeit im Strücklinger "Mandehuus" aus. Jeden Montag können Interessierte seine Werke von 15 bis 18 Uhr und mittwochs von 20 bis 22 Uhr sowie am 3. Adventssonntag von 14.30 bis 17 Uhr beobachten.

Genutztes Torf sollte laut Brinkmann mindestens 2000 Jahre alt sein

"Das A und O ist der richtige Torf", sagt Brinkmann. Weißtorf muss es sein, am besten leicht "holzig" und mindestens 2000 Jahre alt, also etwa entstanden zu einer Zeit, in der auch Jesus geboren wurde. Bei der Suche klopft Brinkmann gegen jeden Soden – klingt er schön trocken, wie weiches Holz, dann nimmt er ihn mit. "Von 10 Soden kann ich vielleicht ein oder 2 gebrauchen“, erklärt der Kunstschaffende. "Der respektvolle Umgang mit den Mooren liegt mir besonders am Herzen. So unterstütze ich mit meinem Bruder, dass nach einem Teilabbau des Torfes eine Renaturierung erfolgt, um ein erneutes Wachstum des Torfes wieder zu fördern, damit uns diese so wichtige Ökologie erhalten bleibt", sagt Brinkmann.

Seit seiner Jugend habe er sich für die Kunst interessiert. Doch die privaten Umstände ließen eine Ausbildung in dieser Richtung nicht zu. Er wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, der die Familie gerade so ernähren konnte. Den Kontakt zum Material Torf hatte er schon sehr früh, als er mit seinem Vater den Torf von Hand abbaute, um ihn getrocknet im Winter als Brennmaterial zu nutzen. Heute ist dies wieder aktueller denn je. Die Malerei oder die künstlerische Gestaltung waren und sind seine ständigen Wegbegleiter. 1985 trat er dem Kunstkreis Rhauderfehn bei, wo er unterschiedliche Techniken der Malerei und andere Kunstformen kennenlernte. 

  • Info: Wer Interesse an seinen Werken hat, kann sich unter der Telefonnummer 04498/2319 melden.

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