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Kaninchen sind anspruchsvolle Heimtiere

Wie geht man richtig mit Kaninchen als Haustieren um? Halterin Ina Dost aus Halen gibt Tipps zur artgerechten Haltung und Versorgung der liebenswerten Nager.

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Wichtig für die Versorgung: Frischfutter sollte für Kaninchen immer zur Verfügung stehen.   Foto: Dost

Wichtig für die Versorgung: Frischfutter sollte für Kaninchen immer zur Verfügung stehen.   Foto: Dost

Er ist das Symboltier für das jüngst gefeierte Osterfest, schmückt dazu Werbeanzeigen, steht in dunkler und heller Schokolade im Süßwarenregal oder liegt in gebackener Form in der Bäckerei: der Osterhase. Und alle Jahre wieder wundert man sich, dass der Osterhase in der Werbung ein Kaninchen ist und eben kein Hase.

Aber ganz egal, ob nun Hase oder Kaninchen, ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern: Fast alle Kinder wünschen sich ein eigenes Haustier. Wer kann schon den bittenden Kinderaugen widerstehen? Nicht viele Eltern, denn seitdem Kleintiere zu Dumping-Preisen zu haben sind, steigt die Zahl der Spontankäufe – und der im Tierheim abgegebenen Tiere. Doch oft fehlt beim Schnäppchenkauf die fachgerechte Beratung.

Beim Kauf eines Kaninchens beispielsweise übernimmt man Verantwortung für einige Jahre. Im Durchschnitt leben die Tiere 8 bis 10 Jahre, sie können aber auch bis zu 15 Jahre alt werden. In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen zusammen. Als Haustiere sollten sie deshalb nie einzeln gehalten werden, damit sie nicht vereinsamen. Auch Janosch und Collin aus Garrel haben sich schon einmal angeschaut, wie man es richtig machen sollte und haben Ina Dost in Halen besucht.

Ein Kriechtunnel sei für die Kaninchen wie ein Spielzeug

Sie hält schon seit Jahren Kaninchen und hat sich intensiv mit dem Thema Kaninchen-Haltung auseinandergesetzt: Ein großzügiger Außenbereich fällt direkt ins Auge. Mittendrin ein Tunnel – Kriechtunnel – wie es ihn auch für Kinder gibt. „Das ist das Spielzeug für die Kaninchen“, erklärt Ina Dost den beiden Jungs. „Sie mögen sowas.“ Aus einem großen Holzhaus hoppelt Charlie auf die Grünfläche und nähert sich neugierig dem Besuch. Günnie ist noch etwas schüchtern und versteckt sich im Haus.

Ein Blick ins Kaninchenhaus zeigt den beiden Jungs, wie die jungen Kaninchen leben. Mindestens 6 Quadratmeter sollte so ein Stall groß sein. Gleich zwei Heuhraufen sind zu sehen. „Heu ist immer gut für Kaninchen“, macht Ina Dost deutlich. Trockenfutter aus der Tierhandlung hingegen sei überhaupt nicht gut für die Tiere und führe zu Zahnproblemen. „Am besten ist es, den Kaninchen viel Blättriges zum Essen zu geben. So wie sie es aus der Natur kennen.“ Gras, Löwenzahn oder Klee sind nur wenige Beispiele aus der Natur. Aber auch Salate und Kohl seien gut für die Kleintiere. In rauen Mengen soll es vorhanden sein, damit für die Nager immer etwas da ist. 20 Prozent Heu und 80 Prozent Frischfutter, so die Devise von Kaninchenkennerin Ina Dost. Zudem sollte Wasser immer in einer Schale angeboten werden und ebenfalls ausreichend vorhanden sein.

Viel Platz und Spielmöglichkeiten: Eine großzügig gesicherte Freifläche zum Austoben ist wichtig für die Nager.  Foto: DostViel Platz und Spielmöglichkeiten: Eine großzügig gesicherte Freifläche zum Austoben ist wichtig für die Nager.  Foto: Dost

Nur mit Streicheln ist es nicht getan, merkt auch der 5-jährige Janosch schnell. Gehege und Kaninchenhaus müssen sauber gehalten werden, frisches Futter und Wasser müssen immer für die flauschigen Tiere da sein. Die ganze Verdauung hänge beim Kaninchen vom Fressen ab, deshalb müsse man unbedingt darauf achten, dass die Tiere auch zum Fressen kommen. „Die Zeit muss man sich nehmen, wenn man ein Kaninchen hat“, erklärt Ina Dost dem 5-Jährigen. Auch die tägliche Kontrolle der Nager sei wichtig – Zähne, Krallen, aber auch den Po.

Gute tierärztliche Versorgung sei wichtig

Auf den Arm genommen werden sollten sie hingegen eigentlich nicht. Kaninchen sind Fluchttiere. „Sie bekommen Angst, wenn man sie auf den Arm nimmt“, sagt Ina Dost. „Dann wollen sie fliehen.“ Liegt einem das Wohl der Kaninchen am Herzen, ist auch ein guter, kundiger Tierarzt wichtig. Denn: Viele Krankheiten, die es bei uns Menschen gibt, kommen auch bei Kaninchen vor. „Man meint immer, dass die Tierärzte sich gut mit Kaninchen auskennen“, weiß Ina Dost aus eigener Erfahrung. „Die Tiere sollen aber doch gut über die Runden kommen, wenn sie krank sind.“

Deshalb rät sie zu einer Kleintierpraxis, die sich neben Katzen und Hunden auch mit Heimtier- und Kleinsäugern auskennt, was nach ihren Angaben auf dem Praxisschild zu lesen sei. Oft würden Kaninchen falsch gehalten, weil die Leute falsch informiert seien und es nicht anders kennen. Deshalb empfiehlt Ina Dost jedem, der sich ein Kaninchen anschaffen möchte, sich vorab auch im Internet zu informieren.

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