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Kanalbrücke Kampe: "Die Situation ist unbefriedigend und nicht tragbar"

Die Brücke über den Küstenkanal ist zu schmal und nicht für Radfahrer und Fußgänger ausgelegt. Kamper Bürger wollen Bewegung in die Sache bringen. Sie sehen Stadt und Landkreis in der Pflicht.

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Engstelle: Schon beim  Begegnungsverkehr von Lkw und Pkw wird es auf der Kamper Kanalbrücke eng. Für Fußgänger und vor allem Radfahrer ist kein Platz. Archivfoto: Stix

Engstelle: Schon beim  Begegnungsverkehr von Lkw und Pkw wird es auf der Kamper Kanalbrücke eng. Für Fußgänger und vor allem Radfahrer ist kein Platz. Archivfoto: Stix

Die Kanalbrücke in Kampe ist seit sehr langer Zeit Thema in dem Friesoyther Ortsteil, in der Stadtverwaltung und auch im Stadtrat. Mit nur 6 Metern Breite ist sie schon für den Pkw- und Lkw-Verkehr eine echte Engstelle. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Überquerung nach Ansicht der Bewohner des Ortsteils inmitten des Autoverkehrs überaus gefährlich. 

Eine Gruppe von Kamper Bürgern hat sich vorgenommen, Bewegung in die Sache zu bringen. In einem ersten Schritt haben Michael Ostermann, Otto Nitschke, Peter Raikowsky, Marcel Nitschke und Dieter Kleen mit zwei zuständigen überörtlichen Akteuren gesprochen. Sowohl das Wasserwirtschaftsamt (WSA) in Meppen als auch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Lingen haben dabei erkennen lassen, dass ihnen die Situation bekannt ist. Man werde, so heißt es unisono, Verbesserungsmaßnahmen nicht im Wege stehen, sich an der Finanzierung aber nicht beteiligen.

Hoffen auf den Bau einer Rad- und Fußwegbrücke in Kampe: Otto Nitschke (von links), Peter Raikowsky, Michael Ostermann, Marcel Nitschke und Dieter Kleen. Foto: StixHoffen auf den Bau einer Rad- und Fußwegbrücke in Kampe: Otto Nitschke (von links), Peter Raikowsky, Michael Ostermann, Marcel Nitschke und Dieter Kleen. Foto: Stix

Die Kamper Brücke wird laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2012 täglich von 4800 Fahrzeugen genutzt, darunter 300 Lkw. Ab 5000 Fahrzeugen, so die NLStBV, spreche man von einer stark befahrenen Straße. Michael Ostermann schätzt, dass diese Zahl längst erreicht oder überschritten ist und weist zudem darauf hin, dass die Brücke den rechtlichen Anforderungen nicht genüge. Gemäß den "Richtlinien für die Anlage von Landstraßen", so Ostermann, müsse eine Straße, die täglich von mehr als 3000 Fahrzeugen genutzt wird, mindestens 6,50 Meter breit sein. "Da fehlen uns also schon mal 50 Zentimeter", sagt er. 

Vorbild ist die neue Brücke in Jeddeloh

Vor allem aber geht es den Kampern darum, dass die fuß- und radweglose Brücke für Fußgänger und Radfahrer nicht genutzt werden kann und deshalb auch der geplanten Radroute durch die Friesoyther Kanaldörfer im Wege steht. "Die Leute haben einfach Angst, sie trauen sich nicht über die Brücke", sagt Nitschke. Und dagegen helfe am besten der Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke. "Diese Lösung hat in Jeddeloh funktioniert", betont Nitschke. "Warum also nicht in Kampe?" In Jeddeloh (Landkreis Ammerland) entstand vor wenigen Jahren parallel zu der Autobrücke über den Küstenkanal eine neue, zusätzliche Brücke. Die Finanzierung hatten dort die Gemeinde Edewecht und der Landkreis übernommen.

Für Nitschke und Ostermann ist damit offensichtlich, dass die Stadt Friesoythe und der Landkreis Cloppenburg eine Lösung suchen müssen. Einen Antrag auf Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke hat Ostermann im Februar bei der Stadt eingereicht, die Stadt selbst lässt keinen Zweifel daran, dass etwas geschehen muss. "Die Situation ist natürlich völlig unbefriedigend und nicht tragbar", schreibt Fachbereichsleiter Klaus Sandmann in seiner Eingangsbestätigung. 

"Wir haben es so oft versucht, irgendwann muss es klappen."Michael Ostermann, Kampe

Allerdings sei ein Großteil der für einen Neubau benötigten Grundstücke Eigentum des Bundes, zudem sei die Stadt nicht Baulastträger der betroffenen Straßen und des Kanals, so Sandmann. Letztlich aber gehe es darum, wie der Neubau finanziert werden könne. Potenzielle Fördermöglichkeiten hätten denn auch im Fokus der politischen Beratungen gestanden. Dabei setzt die Stadt auf die Mitwirkung des WSA und der NLStBV. "Die Stadtverwaltung wird mit den anderen Beteiligten in Verbindung treten", so Sandmann, "damit in Kooperation mit der Stadt Friesoythe von diesen Akteuren ein Förderantrag gestellt wird."

Die Gruppe um Ostermann und Nitschke hofft, dass sich daraus eine Lösung für die Brücke entwickelt. "Wir haben es so oft versucht", sagt Ostermann. "Irgendwann muss es klappen."

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